Fernsehen

Zweiter Platz für Semi trotz Unentschieden bei „The Taste“

Semi Hassine aus Hattingen landete unter den besten zwei Köchen bei „The Taste“

Semi Hassine aus Hattingen landete unter den besten zwei Köchen bei „The Taste“

Foto: she

Hattingen.   Der Hattinger Semi Hassine schafft es unter die besten zwei Köche bei „The Taste“. Das bittere Ende beschert ihm der eigene Teamchef.

Das war so knapp. Mit einem Unentschieden endet am Mittwoch kurz vor Mitternacht das Finale der Sat.1-Kochshow „The Taste“. Unter den besten zwei Köchen: der Hattinger Semi Hassine. Für ihn endet die Show trotzdem bitter. Weil Kontrahent Gary in der vorangegangenen Shows mehr punkten konnte, reicht es für Semi „nur“ zu Platz zwei.

„Heute wird es extrem hart. Heute werden viele Leute wegrasiert“, kündigt der Hattinger zu Beginn der Sendung an. „Super aufgeregt und gespannt wie ein Flitzebogen“ sei er. Semi geht als einziger ohne einen goldenen Stern ins Finale. Diese Sterne hatten in den Sendungen zuvor die jeweils besten Kandidaten gesammelt. Der Chef des Restaurants „Fachwerk“ nimmt es gelassen: „Das interessiert mich relativ wenig gerade. ich stehe genau da wie jemand mit sieben Sternen.“ Von Teamchef Frank Rosin gibt es geflüsterten Beistand: „Wir schaffen das.“

Losglück in der ersten Finalrunde

In der ersten Finalrunde hat Semi Losglück. Der Gastjuror, Drei-Sterne-Koch Jan Hartwig, hat unter anderem Topinambur und Macadamia-Nuss dabei. „Ich find Topinambur megageil“, verkündet Semi und bekommt das Los.

„Mach es richtig, sonst knallt’s“, mahnt Coach Rosin und ist dann begeistert: „Ist das nicht ein Killer-Löffel?“ – wie immer müssen die Köche in der Show ein ganzes Gericht auf nur einem Löffel präsentieren. Überhaupt ist das Zusammenspiel von Hassine und Rosin wieder von gegenseitigen Sprüchen geprägt. Da fängt Rosin an zu singen: „Olé, geiler Semi, olé.“ Der Hattinger kommentiert: „Frank kreiert Chaos und ich muss gucken, dass die ganze Scheiße dann auch läuft.“

Hobbyköche in der zweiten Runde

Immer wieder treibt Rosin seinen Kandidaten an: „Semi, mach mal schneller da.“ Und erklärt kurz darauf, dass man Semi nicht unter Druck setzen sollte, um ihn nicht nervös zu machen. „Der Semi ist ein ganz sensibles Bärchen.“ Den „Stressmodus“ seines Teamchefs kennt der Hattinger schon: „Es gab ja kein Kochen, wo er nicht ausgeflippt ist.“

Aber das Ergebnis begeistert Rosin („Weltklasse. Die geilste Scheiße, die es gibt“). Der Gastjuror lässt Semi zappeln, winkt erst die beiden verbliebenen Hobbyköche in die nächste Runde. „Ok, das war’s, die haben abgeliefert. Wo liegt meine Jacke, wo ist Pulli? Ich fahr gleich nach Hause“, ist Semi sicher. Falsch, wieder geht es eine Runde weiter.

Und da wartet Harald Wohlfahrt. Alle sind beeindruckt von der Koch-Ikone: „Da brat’ mir einer ‘nen Storch. Der beste Koch ever ever“, sagt Rosin. Auch Semi schluckt: „Das ist einer der besten Köche, die es gibt auf der Welt.“

Ruhig bleiben und funktionieren

Auch hier hat der Hattinger Losglück: Mit der Vorgabe „Rinderkotelett und zweierlei Zwiebeln“ kann er etwas anfangen. Und wieder dreht Rosin auf und Semi bleibt ruhig: „Ich wollte einfach nur funktionieren. Von irgendwo wird immer eingeprasselt auf mich. Ich bin der Trottel der da steht und sich das alles anhören muss.“

Im Kochen setzt sich Teamchef Rosin mit seinem Plan durch. Eigentlich habe er eine andere Idee verfolgen wollen, bedauert Semi. Aber es geht ums Finale und das Ergebnis spricht für sich und schon die Verkostung der Soße lässt Rosin schwärmen: „So, wenn du mich jetzt nicht heiraten willst, dann sag ich dir was. Die Soße steht.“ Semi: „Das war die geilste Runde, die wir bisher gekocht haben.“

Harald Wohlfahrt beeindruckt und lässt zittern

Bei der Verkostung durch Drei-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt kommen alle ins Schwitzen. Denn der kaut und kaut und sagt kein Wort. „Das ist die krasseste Verkostung, die ich mitgemacht habe“, kommentiert Semi. Bis Wohlfahrt ihn erlöst und unter die besten zwei wählt. Der Juror lobt: „Die Zwiebeln sind sehr filigran. Es hat eine sehr schöne Säure, wunderbare Aromen.“ Der Hattinger fühlt sich geehrt.

Der Druck wächst. „Es ist noch nie jemand ohne goldenen Stern auf der Schürze ins Endfinale gekommen“, weiß Semi. Er ist der erste. Und denkt jetzt doch auch an den Sieg: „So viel Kohle. Ist schon anstrengend, nicht daran zu denken.“ Der Gewinner der Sendung erhält 50.000 Euro und ein eigenes Kochbuch.

Rosin bringt die Entscheidung

Das große Finale ist dann auch eine große Herausforderung: 44 Löffel mit einer warmen Speise in 90 Minuten zubereiten. Unterstützung darf sich jeder Finalist holen – Semi wählt seinen ausgeschiedenen Teamkollegen Mike. Der prognostiziert: „Du kriegst eine eigene Straße in Hattingen, die Knusper-Allee“. Wieder gibt es Topinambur: als Creme mit Rehrücken, Portwein-Reduktion, Apfel und Rosenkohl – der letzte Löffel der Show.

Und der bekommt viel Lob von den Juroren. „Der hat sofort ein Fenster geöffnet“, poetisiert Alexander Herrmann. „Sensationell, wirklich richtig gut“, befindet Roland Trettl. „Der Tropfen Soja hat es komplett rund gemacht“, lobt Cornelia Poletto. Doch ausgerechnet beim Löffel von Teamchef Frank Rosin passiert der Patzer: Das Fleischstück ist zu durch. „Man nimmt doch nicht das Endstück“, erklärt er.

So ist dann auch Rosin das Zünglein an der Waage. Nach goldenen Sternen für Semi von Herrmann und Poletto, entscheidet sich Rosin gegen Semis Löffel. Damit lautet der Endstand 2:2.

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