Neue Feuerwache

Zu Besuch auf der Großbaustelle

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Hattingen.  Die Hattinger Zeitung hat sich bei den Arbeiten an der neuen Feuerwache am Wildhagen umgesehen. Der Rohbau steht schon teilweise. Richtfest ist im Januar. Der Einzug soll im Oktober 2013 folgen.

Es scheppert ordentlich am Wildhagen. Doch das ist ein erfreuliches Zeichen. Denn der Bau der neuen Hauptfeuer- und Rettungswache kommt gut voran. Keine drei Monate ist der Spatenstich her. Von den zukünftigen Räumen der hauptamtlichen und freiwilligen Feuerwehr steht bereits das Erdgeschoss. Der Rohbau für die Garagen und Werkstätten soll demnächst folgen.

„Wir sind voll im Bauzeitplan“, freut sich Rudolf Viefhaus vom Fachbereich Gebäudewirtschaft bei einer Besichtigung der Baustelle. Im Namen der Stadt ist Viefhaus quasi Bauherr des Mammutprojekts, das insgesamt rund elf Millionen Euro verschlingt. „Das gute Wetter hat sogar dafür gesorgt, dass wir etwas schneller sind.“ Wenn alles glatt läuft, soll bis zur Weihnachtszeit der Rohbau stehen. Im Januar 2013 könnte dann Richtfest gefeiert werden. „Wenn erst einmal Dach und Fenster verbaut sind, werden wir vom Wetter unabhängig sein“, so Viefhaus.

1300 Liter Diesel gestohlen

Damit eine mögliche Frostphase umgangen wird, klotze das beauftragte Bauunternehmen richtig ran. „Der Polier schläft sogar auf der Baustelle.“ Das habe allerdings den Hintergrund, dass bereits drei Mal nachts heimlich von Baufahrzeugen Diesel-Treibstoff abgezapft wurde. „An einem einzigen Wochenende waren es 1300 Liter“, erinnert sich Projektleiter Fabian Stratmann. Der Diesel-Diebstahl sei allerdings auch die einzige Widrigkeit, mit der das Bauvorhaben bislang zu kämpfen hatte.

Dass die Bauarbeiten zur neuen Feuerwache so gut voran gehen, freut auch Feuerwehrchef Jürgen Rabenschlag, der ein regelmäßiger Besucher der Baustelle am Wildhagen ist. Und das nicht nur, weil man sich größentechnisch etwa verdreifacht. „Es bieten sich völlig neue Möglichkeiten für uns“ ,sagt Rabenschlag. So werde es künftig Räume für die Aus- und Weiterbildung geben. Zudem einen 14 Meter hohen Steigeturm, auf dem die Arbeit in großen Höhen simuliert wird. Und: eine große Apotheke, wo etwa Verbandsmittel gelagert werden, größere Werkstätten und Kleiderkammern sowie eine Einsatzzentrale, die sich auf dem neuesten Stand der Technik befinden wird. Generell wird die neue Wache sämtliche aktuellen DIN-Normen erfüllen. Denn das ist momentan noch ein Problem. Die Zustände am aktuellen Standort an der Friedrichstraße gelten bau- und sicherheitstechnisch als unzumutbar.

Modell der Hattinger Altstadt

„Aktuell ist bei uns alles etwas provisorisch. Es ist klar, dass wir auch in Zukunft keinen Luxus zu erwarten haben, aber die neue Wache wird äußerst funktionell ausgestattet sein.“ Der Höhepunkt ist für Feuerwehrchef Rabenschlag aber der Plan-Spiel-Raum. „So etwas haben wir derzeit nicht. In diesem Raum können wir Einsätze simulieren. Es wird ein maßstabsgetreues Modell der Hattinger Altstadt geben.“

Dass die Bauarbeiten so schnell voran kommen, sei auch der Bauweise mit Fertigbauteilen zu verdanken. So liefert eine Firma täglich einzelne Betonteile, die vor Ort zusammengesetzt werden. „Derzeit werden die Stützen für die Fahrzeughalle aufgestellt. Nächste Woche kommt das Dach drauf“, erklärt Projektleiter Stratmann, dessen Bauunternehmen mit dem kompletten Projekt beauftragt wurde. Wenn alles nach Plan läuft und die 80 Hauptamtlichen und 55 Freiwilligen dann im kommenden Oktober ihre neue Arbeitsstätte beziehen, muss im Inneren des Gebäudes praktisch nichts mehr gemacht werden. Um sämtliche Möbel und Gerätschaften kümmert sich die Baufirma. Selbst die Kaffeemaschine wird dann einsatzbereit sein. „Nur den Kaffee, den müssen sie selbst mitbringen“, scherzt Stratmann.

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