Bergbau

Zechenlore schmückt Vorgarten in Hattingen-Niederwenigern

Christian Lorrek, zusammen mit Ehefrau Nina und Sohn Tim vor der Lore, die ihm seine Frau zum 1. Hochzeitstag geschenkt hat.   

Christian Lorrek, zusammen mit Ehefrau Nina und Sohn Tim vor der Lore, die ihm seine Frau zum 1. Hochzeitstag geschenkt hat.   

Foto: Christian Lorrek

Hattingen.  Nina Lorrek hat ihren Mann zum Hochzeitstag mit einem ganz besonderen Geschenk überrascht. Es wiegt 1,5 Tonnen und sorgt für Ruhrpott-Emotionen.

Er hat mehr Bodenhaftung als viele andere. Und das, obwohl er von Beruf Pilot ist. Christian Lorrek liebt den Ruhrpott, Schalke und Traditionen. Die größte Überraschung war für ihn, verbunden mit ganz viel Emotionen, ist das Geschenk seiner Frau zum ersten Hochzeitstag: eine echte Lore vom Pütt. Jetzt steht sie in Niederwenigern im Vorgarten des 37-Jährigen.

Sein ganzer Stolz, das Stück echte Ruhrpottgeschichte, ist aber auch eine geliebte Anlaufstelle für die Kinder der Umgebung, die Bergbau ja nur noch aus Geschichtsbüchern kennen. „Glück auf“, steht darauf. Ein echter Hingucker. Das Hattinger Urgestein war früher auch fasziniert von der Hütte. Die Ruhrpottwerte haben ihm Papa und Opa vermittelt, sagt er.

In Gelsenkirchen in einem Schrebergarten wurde sie fündig

„Meine Frau und ich haben auf Schalke geheiratet, sind Mitglieder im Verein genau wie unser zehnjähriger Sohn Tim.“ Christian Lorrek und seine Frau Nina lieben es, sich ganz besondere Geschenke zu machen. Weil seine Frau weiß, wie sehr er an Traditionen hängt, überlegte sie sich etwas ganz Besonderes zum ersten Hochzeitstag am 4. Mai dieses Jahres. Sie ging auf die Suche nach einer echten Lore, was mittlerweile richtig schwierig geworden ist.

In Gelsenkirchen in einem Schrebergarten wurde sie fündig. Da stand sie, ganz in Schwarz, mit einem Schalker Logo. Nicht nur Nina Lorrek war an dem Schmuckstück interessiert, sondern auch einige Unternehmen. „Aber im Pott hält man zusammen. Da zählt, wie Herbert Grönemeyer schon sang, nicht das große Geld“, sagt der Pilot ganz stolz.

„Was für ein Moment, ich war völlig sprachlos. Das waren Emotionen pur“

Der Eigentümer, der aus gesundheitlichen Gründen seinen Schrebergarten aufgeben musste, entschied sich dazu, den 1,5 Tonnen schweren Kohlewagen der Dame aus Niederwenigern zu verkaufen und nicht für viel mehr Geld einer Firma. Mit einem Bagger wurde das Geschenk aus dem Schalker Garten heraus bewegt, auf einen Lastentransporter gehievt und nach Hattingen gefahren.

„Was für ein Moment, ich war völlig sprachlos. Das waren Emotionen pur.“ Christian Lorrek ist immer noch ganz gerührt. Zumal es mittlerweile richtig schwierig sei, im Ruhrgebiet überhaupt noch an Originalstücke aus dem Bergbau zu kommen. Die seien längst Liebhaberstücke in Privathand.

Mit seiner Lore, die jetzt die Glück-Auf-Schrift trägt, möchte er sehr gerne auch in dem Lore-Atlas verewigt werden. „Den gibt es tatsächlich. Da ist jeder Standort eines Kohlewagens aufgezeichnet. Eigentlich gehört meine Lore ja jetzt da auch hinein“, sagt er und ist gespannt, ob sie da irgendwann auch erscheint.

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