Konzert

Wolf Codera will Tina Turner zur Session Possible holen

Wolf Codera hat bei der Session Possible im Henrichs in Hattingen wieder internationale Musiker versammelt. Sein Traum: Tina Turner zur Session holen.

Wolf Codera hat bei der Session Possible im Henrichs in Hattingen wieder internationale Musiker versammelt. Sein Traum: Tina Turner zur Session holen.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen/Witten.  Wolf Codera holt für seine Konzerte regelmäßig internationale Musiker. Im Interview spricht er über eine Premiere, Spanien und Wunsch-Locations.

Wenn Wolf Codera einlädt, kommen die Musiker und Gäste gleichermaßen. Die Session Possible ist für den Vollblut-Musiker ein Langzeiterfolg. Im Interview mit Sabine Weidemann berichtet Wolf Codera von einer Premiere bei der Session in Hattingen, vom Einfluss Spaniens und von seinen Plänen für 2020.

Herr Codera, wie ist die vorletzte Session Possible des Jahres in Hattingen aus Ihrer Sicht gelaufen?

Wolf Codera: Amazing. Oder um es mit einem Wort zu sagen, dass ich kreiert habe: Unfasslich - also eine Mischung aus unfassbar und unglaublich.

Was war das Besondere??

Da prallten so viele Dinge aufeinander. Kulturen, Auffassungen und wir hatten noch niemals eine Session mit zwei Schlagzeugen gleichzeitig. Die haben Dinge gemacht, die mit einem Schlagzeug allein nicht möglich sind. Einer spielt den groben Rhythmus und Groove und der andere die Ausarbeitung im Feinen.

Hat sich diese Konstellation zufällig ergeben oder war das etwas, das Sie immer machen wollten?

Es hat sich bewusst ergeben. Für eine Sängerin, Franca Möller, hatte ich eine Soundidee, die mit einem Schlagzeug nicht machbar wäre. Schlagzeuger Daniel McLaine hat elektronische Elemente eingebaut. Ein bisschen wie es bei Phil Collins damals war.

Wie weit im Voraus suchen Sie nach Musikern für die Session?

Manchmal geht das ganz spontan. Andrea, die spanische Gitarristin, die jetzt gespielt hat, haben ich erst kürzlich in Barcelona kennengelernt. Ich lebe in Barcelona. Ich habe aber auch noch eine Wohnung in Witten. In Barcelona spiele ich sehr viel mit spanischen Bands und versuche, mich weiterzubilden. Ich lerne von den Flamenco-Gitarristen, Percussionisten, Rockgitarristen.

Wie oft sind Sie in Barcelona?

Ich bin meist fünf bis sechs Tage in Deutschland und dann wieder in Spanien. Dort habe ich ein Zimmer in einer WG mit Studenten. Da habe ich das Lebensgefühl eines Mittzwanzigers. Der älteste dort ist 25 Jahre. Mein Leben hat sich schon sehr verändert.

Seit wann haben Sie diese enge Verbundenheit mit Spanien?

Das fing Anfang/ Mitte 2018 an. So richtig in die Musikszene eingetaucht bin ich seit März. Ich habe viele Leute in Clubs kennengelernt, bei Jam Sessions. Die Einführungsbands sind dort höchstkarätig. Dann können sich Musiker anmelden mitzumachen.

Und da sind Sie dabei?

Ja. Dort spielen viele internationale Musiker. Und obwohl ich zum Beispiel im Jazz nicht so fit bin, habe ich die Angst verloren. Es ist ein so hohes Niveau, dass man von den anderen getragen wird.

Erfahrungen mit spontanen Einlagen haben Sie ja durch die Session Possible.

Genau. Das ist mein Tagesgeschäft. Deshalb bin ich auch in Spanien inzwischen kommerziell erfolgreich und werde oft von katalanischen Bands angefragt. Da habe ich ganz viele tolle Leute kennengelernt.

Und von Ihren Kontakten in Spanien profitiert hier dann auch die Session.

Schon beim Open Air im Sommer hatten wir zwei professionelle Interpreten aus Spanien – eine Sängerin und den Sänger einer bekannten spanischen Rockband. Jetzt hatten wir Andrea und Sängerin Africa Alonso.

Wird die Session Possible dadurch spanischer, temperamentvoller?

Sie wird schon temperamentvoller auf eine gewisse Art und Weise. Die Offenheit ist für Leute, die neu dazukommen verwunderlich. Viele von ihnen denken dann: ‘Wow, es geht noch offenen, als wir das bisher schon gemacht haben.’ Da setzt die Session ganz neue Standards.

Gibt es für Sie nach 17 Jahren Session Possible noch Wunschmusiker, die Sie gern dabei hätten?

Mein größter Wunsch und noch ist das ja möglich, wäre Tina Turner dabei zu haben. Und jemand, mit dem ich schon gespielt habe, aber noch nicht bei der Session: Dominic Miller, der Gitarrist von Sting.

In diesem Jahr steht noch die Weihnachts-Ausgabe am 27. Dezember an. Können Sie etwas verraten?

Eins kann ich schon sagen. Wir haben Jenna Akua als Sängerin dabei. Sie ist Halb-Europäerin und Halb-Afrikanerin. Und so klingt sie auch. Sie hat eine besondere Stimmfarbe. Bei meinen Weihnachtskonzerten ist sie sporadisch dabei. Jetzt können die Leute hören, wie sie klingt, wenn sie richtig losgelassen wird.

Und welche Pläne gibt es für nächstes Jahr?

Es gibt wieder ein Open Air und das After-Christmas-Special. Außerdem überlege ich, wieder ein Rosenmontags-Special zu machen. Als karnevalsfreie Zone. Wir könnten uns auch mal vorstellen, nur Songs aus Disney-Filmen zu spielen. Das wäre toll. Und ich würde sehr gern wieder im Mauritiusdom ein Weihnachtskonzert machen und den Raum mal ganz anders inszenieren – nicht mit der Bühne vorn im Altarraum. Oder auch in der St.-Georgs-Kirche. Da würde ich auch sehr gern spielen.

Hier gibt es die Fotostrecke von der Session Possible auf der Henrichshütte

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