GASTRONOMIE

Wirte in Hattingen und Umgebung fordern Fairness von Gästen

Tischreservierungen, die Gäste nicht wahrnehmen, sind für Gastronomen ein zunehmendes Ärgernis.

Tischreservierungen, die Gäste nicht wahrnehmen, sind für Gastronomen ein zunehmendes Ärgernis.

Foto: Lars Fröhlich

HATTINGEN.   Kreisvorsitzender Heinz Bruns warnt: Bei Reservierungsmissbrauch droht irgendwann Vorkasse. Noch sehen hiesige Wirte Zeit dafür hier nicht reif.

Sich Plätze in Restaurants reservieren zu lassen und dann ohne Absage gar nicht oder mit viel weniger Gästen als angemeldet zu erscheinen? Auch in Hattingen setzen sich Gastronomen gegen dieses Phänomen der sogenannten „No Shows“ verstärkt zur Wehr. Vorerst, sagt Heinz Bruns, Kreisvorsitzender Hattingen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Westfalen e.V., setze man noch auf die Einsicht der Gäste, appelliere an sie mittels der Kampagne „Wir rechnen mit Ihnen“, den Wirten gegenüber fair zu bleiben. Bei zunehmendem Reservierungsmissbrauch indes müsse man reagieren.

Ein finanzieller Verlust

Was Bruns, Inhaber der Burgstuben „Haus Kemnade“, damit konkret meint, ist dies: Damit Gastronomen nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben, die ihnen eine nicht wahrgenommene und nicht stornierte Reservierung verursacht (Personalvorhaltung, Wareneinkauf, Nicht-Weitervergabe des Tisches an anderen Interessenten), könnten Kunden bei einer Bestellung künftig eine Anzahlung leisten müssen. „Ich bin davon überzeugt“, so Heinz Bruns, „dass eine Tischreservierung irgendwann nur noch digital funktioniert.“ Noch allerdings seien die meisten Gastronomie-Betriebe nicht so weit. Umso mehr hofft Bruns hofft daher auf die Einsicht der Gäste, bedeutet für die Wirte doch jede nicht wahrgenommene und nicht stornierte Reservierung einen nicht mehr ausgleichbaren finanziellen Verlust.

Kein Alleingang in Sachen Vorkasse

Auch Friedel Diergardt, Inhaber des Restaurants „Kühler Grund“, ärgert sich über Gäste, die reservieren – und dann einfach nicht kommen, erst dieser Tage ist ihm so etwas bei einer Zwölf-Personen-Feier wieder passiert: „So etwas ist sehr ärgerlich.“ Doch Gäste zur Vorkasse zu bitten, „wie dies in Großstädten längst Usus ist“, dafür sieht auch Diergardt die Zeit in Hattingen und der Region „noch nicht reif“. Und betont: „Wenn, dann müssen es alle machen, einen Alleingang machen wir nicht.“ Wie sein Kollege Heinz Bruns, so appelliert auch Diergardt an die Gäste, ihre Reservierungen tatsächlich verbindlich zu nehmen. Oder aber frühzeitig abzusagen.

Gute Erfahrungen mit Anruf der Gäste einige Wochen vor dem Termin

Und auch Dirk Eggers vom Hotel & Restaurant Eggers in Sprockhövel hält die Zeit für eine Vorkasse für noch nicht reif. Wirte, die ihre Gäste darum bäten, liefen Gefahr, diese zu verlieren: „Mit so einem System macht man sich ja nicht nur Freunde.“ Gegen finanzielle Risiken der „No Shows“ müsse in erster Linie der Gesetzgeber Gastronomen schützen, fordert Eggers. Er selbst setzt übrigens auf Folgendes: Insbesondere Gäste, die Reservierungen größeren Umfangs vorgenommen haben, werden einige Wochen vor dem Termin von einem Mitarbeiter angerufen, um zu erfragen, ob sie wirklich kommen. „Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.“

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Im Gasthaus Weiß lässt sich an Festtagen, bei Großveranstaltungen nur noch schriftlich und gegen Vorkasse reservieren.


Nur so habe man dem existenzschädigenden Risiko der „No Shows“ Herr werden können, so Angela Weiß, Restaurantleiterin. „Einige Gäste haben wir dadurch zwar vergrault, aber das Gros zeigt Verständnis.“

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