Literatur

Ein Wiedersehen mit Jorge von Linden

Jan Zweyerim Torbogen des Alten Rathauses. In seinem neuen Roman „Ein Königreich von kurzer Dauer“ muss sichJorge in diesem Gebäude des Vorwurfes erwehren, er habe den Marktfrieden gebrochen. 

Jan Zweyerim Torbogen des Alten Rathauses. In seinem neuen Roman „Ein Königreich von kurzer Dauer“ muss sichJorge in diesem Gebäude des Vorwurfes erwehren, er habe den Marktfrieden gebrochen. 

Foto: Kirsten Gnoth

Hattingen.  Jan Zweyer erzählt in „Ein Königreich von kurzer Dauer“ die Historiensaga vom „Haus der grauen Mönche“ in zweiter Generation weiter:

Hattingen und historische Themen haben es Jan Zweyer (63) schon länger angetan. In seinem neuesten Werk „Ein Königreich von kurzer Dauer“ verbindet er einmal mehr beides. Für Zweyer-Fans gibt es in diesem Roman, der von Familienfehden, Liebe und Leid während der Reformation erzählt, dabei ein Wiedersehen mit dem in Hattingen bei Dominikanern aufgewachsenen Waisen Jorge von Linden. Dessen Geschichte zur Zeit des Mittelalters im Ruhrgebiet hat der Herner bereits die Trilogie „Das Haus der grauen Mönche“ gewidmet. Nun erzählt er die Historiensaga in der zweiten Generation weiter.

Hochdramatische Konflikte

Anno 1531: Jorge von Linden, angesehener Bürger Hattingens, will die Leitung seines Handelskontors an einen seiner Söhne übergeben. Der älteste, Linhardt, ist allerdings bereits mit der Niederlassung in Lübeck betraut. Und der mittlere, Hinrick, ist zwar hochintelligent, aber da er nicht rechnen kann, scheidet er ebenfalls als Nachfolger des Vaters aus. Bleibt Lukas, der jüngste. Doch dessen Leidenschaft ist die Musik. Und so flieht er aus Hattingen nach Münster, wo er den Instrumentenbau erlernen will. Ausgerechnet jetzt, wo die Wiedertäufer dort ein theokratisches Täuferreich errichten wollen und bereit sind, dafür über Leichen zu gehen. Und auch in Lübeck gibt es alsbald Schwierigkeiten, als Linhardt sich in eine Frau verliebt, die einem anderen versprochen ist.

„Aus all’ diesen Dingen“, verrät Jan Zweyer, „ergeben sich hochdramatische Konflikte.“

Die historischen Fakten müssen stimmen

Zudem muss sich Familienpatriarch Jorge bei einer Verhandlung im Alten Rathaus auch noch des Vorwurfes erwehren, er habe den Marktfrieden gebrochen, indem er gegen den Gehilfen seines Konkurrenten Kielmann („den gab es in Hattingen wirklich mal“) handgreiflich geworden ist.

Mehr will Jan Zweyer aber nicht mehr verraten über die Fortsetzung seiner zwar fiktiven Familiengeschichte, deren Einbindung in die tatsächliche Historie er aber sehr genau nimmt. So ist er regelmäßig im hiesigen Stadtarchiv zu Gast, er recherchierte für seine Romane über die von Lindens aber auch im Lübecker Handelsmuseum, las wissenschaftliche Literatur. „Die historischen Fakten müssen stimmen“, lautet sein Credo. Zumal Leser historischer Romane „ja nicht nur lesen, sondern auch etwas über die Zeit lernen wollen, in der die Geschichte spielt“.

Recherchen für Buch fünf

Übrigens: Die Geschichte der von Lindens ist dabei auch mit dem in Kürze erscheinenden Buch längst nicht zu Ende erzählt. Anhand dieser Familie wolle er vielmehr die Geschichte des Ruhrgebiets bis ins Hier und Jetzt schildern, „das ist mein Plan“, verrät er.

Für Buch fünf recherchiert Jan Zweyer dabei bereits. In diesem will er erzählen, was die von Lindens um das Jahr 1620 erlebt haben – in Hattingen und Umgebung.

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