Stadtverwaltung

Widerstand gegen neuen Fachbereich der Hattinger Verwaltung

Foto: Walter Fischer

Hattingen.  Grüne, FDP und Linkspartei stellen sich gegen Plan der Verwaltung. Leitung soll Dezernentenfunktion bekommen. Entscheidung im Rat am Donnerstag.

Die Leitung für den neuen Fachbereich 40, der im kommenden Jahr entsteht, soll eine Dezernentenfunktion bekommen. Das bedeutet, dass es sich dann um eine A16- statt um eine A14-Stelle handelt. Unterm Strich ist sie somit um rund 29 000 Euro pro Jahr höher dotiert und finanziell damit nur knapp hinter der im kommenden Jahr ausscheidenden Beigeordneten Schiffer angesiedelt. Gegen diesen Plan und den gesamten neuen Fachbereich regt sich nun Widerstand – der Rat wird in seiner letzten Sitzung des Jahres entscheiden.

„Das ist für mich in diesem Jahr der Knackpunkt des Haushalts“, sagt Gilbert Gratzel (FDP) in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend. Die Freien Demokraten stört ebenso wie die Linkspartei und die Grünen, dass der beschlossene Wille unterlaufen wird – und dass sie künftig weniger Einfluss hätten.

Die Stadt will das Dezernat III neu strukturieren

„Es hat finanziell fast dieselben Auswirkungen wie bisher“, so Frank Staacken (Grüne). „Wir ersetzen aber eine politische Stelle, zu der wir direkten Zugang haben, durch eine Stelle, die in die Verwaltungshierarchie eingebunden ist. Diesen Vorschlag des Bürgermeisters und des Kämmerers halte ich nicht für unterstützungswürdig.“ Dann könne man die Beigeordnetenstelle auch behalten.

Die Stadt will das Dezernat III im Jahr 2018 neu strukturieren. Aus dem Fachbereich 51 (Jugend, Schule, Sport) soll die Verantwortlichkeit für Schulen und Kitas herausgelöst und in dem neuen Fachbereich 40 konzentriert werden.

Vernetzung im Sozialbereich wichtig

„Wir reißen ausein­ander, was zusammengehört“, meint Gilbert Gratzel. „Vernetzung ist das Wichtigste im Sozialbereich – wir bekommen die Integration von Kindern im Schulbereich nur in den Griff, wenn wir uns vernetzen.“ Und weiter: „Ja, ich habe mich vor einigen Jahren geirrt. Aus heutiger Sicht wäre es wünschenswert, wenn wir den kw-Vermerk streichen, denn wir brauchen einen Manager-Kopf.“

Frank Staacken ergänzt zum neuen Fachbereich 40: „Man muss wissen, dass man mit etwas Neuem auch viel kaputt machen kann.“ Fachbereichsleiter Willecke leiste „gute Arbeit“, zudem habe die Verwaltung Mitarbeiter fortgebildet. „Ich glaube nicht, dass man einen separaten Bereich aufbauen muss.“

Bürgermeister: Fachbereich 51 braucht Entlastung

Bürgermeister Dirk Glaser berichtet aus Sicht der Stadtspitze, dass „wir uns intensiv Gedanken gemacht haben und zu dieser Lösung gekommen sind – der Fachbereich 51 braucht Entlastung, er ist viel zu groß, viel zu weitläufig.“

Entschieden wird bei der Etat-Verabschiedung am Donnerstag.

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