Ausstellung

Werke sind fürs Untergeschoss des Gebläsehauses geschaffen

Knut Waschkau (oben) schuf diese Installation für die Ausstellung „Abgesang“ in Hattingen, wo er im Untergeschoss des Gebläsehauses mit Manfred Holtkamp (l.) und Jürgen Mans ausstellt.

Foto: Fischer

Knut Waschkau (oben) schuf diese Installation für die Ausstellung „Abgesang“ in Hattingen, wo er im Untergeschoss des Gebläsehauses mit Manfred Holtkamp (l.) und Jürgen Mans ausstellt.

Hattingen.   Die EN-Künstler Manfred Holtkamp, Jürgen Mans und Knut Waschkau zeigen ab Sonntag eine faszinierende Ausstellung im Industriemuseum.

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Die Wände sprechen für sich, von Vergangenem. Darum hat Knut Waschkau (70) schlicht einen Bilderrahmen um ein Stück Wand im Untergeschoss des Gebläsehauses gehängt. In anderen Bildern greift er die Struktur der Wände auf, Raum und Kunstwerke korrespondieren.

„Abgesang“ heißt die Ausstellung, die Sonntag im Industriemuseum eröffnet. Drei Künstler aus dem EN-Kreis, die sich in den Raum verliebt hatten und ihn gestalten wollten, zeigen Werke, die einerseits an dem historischen Ort gut wirken und andererseits den Raum wirken lassen.

Holzpuppen flüchten aus einer Nische

Holzpuppen flüchten aus einer Nische, in der noch die Schraube, die einst Maschinen hielt, zu sehen ist. Sie klettern eine Kette hoch – in die Freiheit. Gegenüber ergießt sich Kerzenwachs aufs Gemäuer und bildet einen Tränensee. Von einem Gitter zurückgehaltene Taschentücher symbolisieren die zurückgehaltenen Tränen der Männer. Ein Stuhl geht in die Knie, ist gealtert, nicht mehr nutzbar – und doch schön. Teils wirken die Wandbeschaffenheiten wie Rahmen für die Kunstwerke. Höchsthackige Schuhe stehen Schlange, um auf eine Zugmaschine zu steigen: Waschkau nutzt die Raumgegebenheiten.

So wie auch Jürgen Mans (59). Weiße, sich verändernde Gipskisten spiegeln Verfall, Veränderung, auch die Schrift auf einem eigens gefertigten Glaskasten bietet nur scheinbar Informationen. An eine Kegelbahn erinnert eine Installation unter rostigen Maschinen, in der Kegel zu Menschen werden. Mit Samtvorhängen schafft er an anderer Stelle eine Bühne, auf der Ritter-Rost-artige Figuren aus Holz, Stein, Metall stehen.

David und Goliath sind aus Lindenholz

Manfred Holtkamps (58) lindenhölzerner „David und Goliath“ kommt vor der rauen Kulisse gut zur Geltung. Der Tischlermeister und Bildhauer führt mit Bogenformen tief ins Gebäude – daran arbeitet er noch. Doch bis zur Eröffnung am Sonntag sind die rund 50 Arbeiten – größtenteils für den Raum gefertigt – vollendet. Um 11 Uhr geht’s los (Eintritt frei). Der Frauenchor „Sekt & Selters“ wird zum Abgesang „sphärische Klänge“ singen. Zu sehen ist die faszinierende Schau bis zum 25. November. Museumsleiter Robert Laube ist stolz, solche „No-Budget“-Projekte zeigen zu können, in der die Künstler fast alles selbst machen.

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