Radverkehr

WAZ-Leser fordern fahrradgerechte Infrastruktur in Hattingen

In Teilen der Innenstadt ist das Radfahren in den Nachtstunden erlaubt.

In Teilen der Innenstadt ist das Radfahren in den Nachtstunden erlaubt.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Soll die obere Heggerstraße in Hattingen für Radfahrer teilweise geöffnet werden? Das sagen WAZ-Leser zu der gerade geführten Diskussion.

„Herr Birck hat die Erfordernisse einer modernen Stadtpolitik mit Erhöhung der Lebensqualität durch Verbannung von Autoverkehr und Schaffung einer fahrradgerechten Infrastruktur nicht verinnerlicht. Die obere Heggerstraße ist ein um Attraktivität kämpfender Bezirk und nicht die übervolle Schlagader der Innenstadt. Vernünftig wäre es, Hüttenstraße, Blankensteiner Straße sowie die Schulstraße zwischen Blankensteiner Straße und B 51 zu Fahrradstraßen umzugestalten.

Das Gleiche gilt für die gesamte Friedrichstraße und die Augustastraße zwischen Schulstraße und Viktoriastraße. Die Viktoria- und die Roonstraße sollten zu gegenläufigen Einbahnstraßen mit breiten Radwegen werden. Die gesamte Südstadt muss für den Durchgangsverkehr mit Ausnahme der Zufahrt zum S-Bahnhof gesperrt werden.

Die August-Bebel-Straße und die Nierenhofer Straße würden dann die Nord-Süd-Achse für den Autoverkehr bilden. Die B 51 wäre die Ost-West-Achse. Die Kreuzung am Reschop sollte durch einen Kreisverkehr mit separatem äußerem Radkreisel ersetzt werden.“
Wilhelm Henning

„Hattingen ist keine sehr fahrradfreundliche Stadt. Ich weiß, wovon ich rede. Vor ein paar Jahren für den Weg zur Arbeit vom Auto auf das Rad umgestiegen, versuche ich, dieses Rad auch für möglichst viele andere Wege zu nutzen. Was nicht einfach ist. Kaum Radwege, und wenn, dann sind sie oft so schmal, gerne rechts von parkenden Autos flankiert und nicht selten auch plötzlich im Nirgendwo endend, so dass das Fahren oft zum Abenteuer wird.

Die Verbindungen zwischen den Ortsteilen ist für unsereins kaum vorhanden. Dies sind wohl Relikte einer vergangenen Zeit. Einer Zeit, als Fußgängerzonen und vierspurige Autostraßen mit Tempo 70 das Herz der Verantwortlichen haben höher schlagen lassen. Einer Zeit, in der das Fahrrad als Verkehrsmittel kaum in den Überlegungen existierte. Aber die Zeiten scheinen sich ja zu verbessern, wie gerade die Meldungen der vergangenen Woche mit den geplanten neuen Radwegen gezeigt hat. Das macht hoffnungsvoll.

Dass man aber davon lesen muss, dass jemand, der als ehemaliger Verantwortlicher in dieser vergangenen Zeit seine Rolle in der Stadt hatte, nun mit Vehemenz versucht, erste kleine Pflänzchen dieser neuen Politik wieder zu unterdrücken, macht traurig. Als jemand, der auch künftig gerne mehr mit dem Rad in der Stadt fahren will – einer Stadt, in der nicht ohne Grund ein Fahrradfrühling stattfindet und die am boomenden Fahrradtourismus Teilhabe hat. Ich hoffe, dass der eingeschlagene Weg zu einer hoffentlich fahrradfreundlicheren Stadt fortgeführt wird.“ Andreas Niepel

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