Rummel

Warum Kirmes in Hattingen nicht gleich Kirmes ist

Die Herbstkirmes findet vom 6. bis 9. September auf dem Rathausplatz statt.

Die Herbstkirmes findet vom 6. bis 9. September auf dem Rathausplatz statt.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Im September finden Herbstkirmes und Mauritiuskirmes in Hattingen statt. In Blankenstein soll die Schlagerparty auch 2020 wieder stattfinden.

Der Kirmes-Monat steht vor der Tür. Dabei ist Hattingen für Veranstalter Andreas Alexius auf der einen Seite eine Erfolgsgeschichte, auf der anderen Seite aber auch ein schwieriges Pflaster. Für eine Traditionsveranstaltung bedeutete das das Aus. Nun soll über einen Veranstaltungstermin verhandelt werden.

Glasverbot auf der Mauritiuskirmes

Im September halten die Schausteller wieder Einzug in Hattingen. Los geht es mit der Herbstkirmes vom 6. bis 9. September auf dem Rathausplatz. Zwei Wochen später folgt die Mauritiuskirmes in Niederwenigern. Letztere ist dabei das Vorzeige-Modell der Hattinger Kirmessen. Nur im vergangenen Jahr machte der Regen einen Strich durch die Rechnung. Aber grundsätzlich beobachtet Alexius in Niederwenigern: „Hier haben wir einen konstanten Erfolg. Viele andere Kirmessen haben Probleme.“

Dabei ist die Mauritiuskirmes auch eine besonders aufwändige. Seit Jahren gibt es hier ein Glasverbot, entsprechend Einlasskontrollen. Seitdem hätten sich die Schwierigkeiten mit Glasbruch und übermütigen Jugendlichen, die auch schon einmal mit Flaschen werfen, erledigt. „Wir bekommen oft die Rückmeldung, dass Eltern ihre Kinder unbesorgt auf die Kirmes schicken können“, freut sich Alexius.

Krake, Breakdance und 24 Meter hohe Schaukel

Dafür sorgen bis zu 20 Sicherheitsleute pro Tag. Entsprechend hoch ist der finanzielle Aufwand. Für die Herbstkirmes in der Innenstadt rechnet der Veranstalter vor, dass es etwa 18.000 bis 22.000 Euro koste, „bis alles steht“. Dabei gibt es in der Innenstadt keine Kontrollen.

In diesem Jahr hat Andreas Alexius auf dem Rathausplatz wieder verschiedene Fahrgeschäfte im Angebot: einen „Kraken“, Breakdance, einen „Fliegenden Teppich“, den Autoscooter und viele Kinderkarussells. Außerdem eine „Schaukel“. „Nicht ganz so riesig. Für die ganz großen Fahrgeschäfte reichen die Besucherzahlen nicht aus“, sagt Alexius. Aber 24 Meter hoch sei die Schaukel schon.

Schlager- und Mallorcaparty statt Pfingstkirmes in Blankenstein

Die Besucherzahlen bereiteten ihm auch in Blankenstein Kopfzerbrechen. Deshalb gab es statt der traditionellen Pfingstkirmes in diesem Jahr erstmals ein Stadtteilfest mit Schlager- und Mallorcaparty. Obwohl die Musik nicht jedermanns Sache ist, konnte Alexius das Fest als Erfolg verbuchen. Deshalb soll es auch 2020 stattfinden.

Die Pfingstkirmes ist Geschichte. „Die Leuten wollten daran festhalten, aber niemand geht hin“, berichtet Alexius von seinen Erfahrungen. Er sagt: „Auch wenn es seit 600 Jahren Tradition ist – irgendwann fängt auch eine neue Tradition an.“

Konkurrenz für Schausteller wird größer

Ob er mit dem Stadtteilfest am Pfingstwochenende – und damit in direkter Konkurrenz zu „Kemnade in Flammen“ bleibt, ist noch nicht klar. Er möchte in diesem Punkt das Gespräch mit der Stadtverwaltung suchen.

Der Kirmes-Experte weiß: Das Geschäft ist schwieriger geworden, weil es inzwischen eine Vielzahl von Veranstaltungen gibt. „Das Geld für die Freizeitgestaltung, geben die Menschen aber nur einmal aus. Die verbliebenen drei Kirmessen in Hattingen im Frühling und Herbst sowie Niederwenigern sind aber gesichert.

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