BILDUNG

Warum Hattinger Schulen mit der Wirtschaft kooperieren

Nicht nur in einem Klassenraum (und zu Hause) sollen Schüler IT-Erfahrungen sammeln, sondern auch im Betrieb: Das ist eines der Ziele einer Kooperation der Realschule Grünstraße mit T+A Systeme.

Nicht nur in einem Klassenraum (und zu Hause) sollen Schüler IT-Erfahrungen sammeln, sondern auch im Betrieb: Das ist eines der Ziele einer Kooperation der Realschule Grünstraße mit T+A Systeme.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Hattingen.  In Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen sehen Hattinger Schulleiter einen Gewinn für alle Beteiligten. Warum, erklären sie hier.

Die Zukunft der Arbeit beginnt nicht erst in den Betrieben. Wichtige Weichenstellungen sollten schon in der Schulausbildung erfolgen: Das ist die Idee, aus der heraus Schulen mit Unternehmen aus der Wirtschaft kooperieren. Auch in Hattingen.

Schüler sollen sich konkret mit Arbeitswelten auseinandersetzen

Jüngstes Beispiel hierfür ist der kürzlich geschlossene Kooperationsvertrag der Realschule Grünstraße mit „T+A Systeme“, einem in Hattingen ansässigen mittelständischen IT-Dienstleister. Es gehe der Schule bei dieser Kooperation vor allem um Projekte, sagt Jürgen Ernst, Leiter der Realschule Grünstraße. „Unsere Schüler sollen sich konkret mit Arbeitswelten auseinandersetzen – über Schülerpraktika hinaus.“

Besichtigung des Rechenzentrums des Unternehmens

Neben eben solchen Praktikumsstellen in der neunten Jahrgangsstufe umfasst die Kooperation mit „T+A Systeme“ auch eine Besichtigung des Rechenzentrums des Unternehmens in der Jahrgangsstufe acht sowie für Neuntklässler eines Kurses zum Thema Schulwebsite einen Vergleich von Schul- und Unternehmenswebsite.

Entstanden sei der Kontakt zu der Firma durch die Vermittlung des Kooperationsnetzes Schule-Wirtschaft (KSW), so Jürgen Ernst. Weitere Kooperationen bestünden mit dem EvK und dem Tierpark in Bochum.

Kooperationen sind eine Win-Win-Situation

Mit „T+A Systeme“ arbeitet auch die Gesamtschule in Welper zusammen. Darüber hinaus bestehen seit längerem weitere Kooperationen – etwa mit dem Energieversorger AVU und mit der Ruhruni Bochum, sagt Schulleiterin Elke Neumann. „Ich glaube, solche Kooperationen sind eine Win-Win-Situation“, so Neumann. Für den jeweiligen Partner, der durch die Kontakte zu den Schülern Nachwuchs für seinen Betrieb gewinnen könne. Für die Schüler, die praktische Einblicke in Arbeitswelten gewännen. Und nicht zu vergessen für die Lehrer, die von den Unternehmenspartnern bei Bedarf „gecoacht werden können“, so Neumann. „Aus solchen Kooperationen können sich so auch mal neue Ideen für den Unterricht entwickeln.“

Praktika und Projekte gehören dazu

Auf Kooperationen mit der Wirtschaft nicht verzichten mag man auch am Gymnasium Holthausen. So besteht neben einer Zusammenarbeit ebenfalls mit der Ruhruni seit Ende 2018 eine Kooperation mit der Firma J.D. Neuhaus in Witten, Hersteller von pneumatischen und hydraulischen Hebezeugen. Hauptintention der Kooperation sei es, das Interesse der Schüler an den MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu stärken, sagt die zuständige Lehrerin, Sabine Schmidtseifer-Sürig. Für die künftige Q1 wurde dabei ein gemeinsames Konzept für einen Projektkurs entwickelt, bei dem die Schüler eine Woche Praktikum in der Firma, dann zwei Stunden pro Woche eine MINT-Aufgabe bearbeiten sollen.

Einblicke in die Arbeitswelten von Krankenhaus, Kitas, Altenheimen

Wert auf Bildungspartnerschaften schließlich legt auch Anette Christiani, Leiterin des Gymnasiums Waldstraße. Die reichen von der Zusammenarbeit mit dem Schülerlabor der Ruhr-Uni Bochum über Sozialpraktika, bei der die Schüler Einblicke in die Arbeitswelten von Krankenhaus, Kitas, Altenheimen erhalten, bis zur Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses durch Unterstützung des Netzwerkes Zukunft durch Innovation (ZDI).

Und dann gibt es noch den Projektkurs „Schülerfirma“, bei dem Jugendliche durch ihre eigene Firma wirtschaftliche Funktionsweisen kennenlernen.

Einen Kooperationsvertrag indes, sagt Anette Christiani, gebe es an der Waldstraße nicht. „Weil diese Austausche ja auch so funktionieren.“

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