Mein Advent

Warum ein Hattinger den Sandstrand gegen die Familie tauscht

Dieses Jahr freut sich Jan Dombrowska darauf, die ganze Familie wieder zu sehen. Dem Opa zu Liebe backt er auch noch Plätzchen.

Foto: Fischer

Dieses Jahr freut sich Jan Dombrowska darauf, die ganze Familie wieder zu sehen. Dem Opa zu Liebe backt er auch noch Plätzchen. Foto: Fischer

Hattingen.  In den vergangenen Jahren feierte Jan Dombrowksa Weihnachten unter Palmen. Die Wärme hat es ihm angetan. Doch nun nimmt er die Kälte in Kauf.

Entspannt sitzt Jan Dombrowska auf der Couch im Jugendtreff Welper. In einem Ohr steckt der Kopfhörer seines Handys, der andere baumelt am Hals herunter. Der 18-Jährige trägt einen dicken Winterpullover. Das T-Shirt-Wetter ist vorbei. Sobald sich der Sommer aus deutschen Gefilden verabschiedet, zieht es Dombrowska zusammen mit seinen Eltern wieder in die Wärme.

In den letzten Jahren gehörten für ihn Palmen, Sandstrand und Sonnenbrillen zum Advent einfach dazu. In diesem Jahr verbringt er den Dezember allerdings in Hattingen – kalt ist ihm jetzt schon.

In Deutschland ist es zu kalt

Vor den Fenstern des Jugendtreffs geht langsam, aber sicher das letzte Tageslicht zur Neige. Es ist kurz vor 17 Uhr. In Ägypten hätte Dombrowska jetzt noch über eine Stunde länger Sonnenzeit. „Hier in Deutschland wird es einfach zu früh dunkel. Außerdem ist es kalt und regnet ständig“, findet der 18-Jährige. Kein Wunder, dass seine Familie in den Weihnachtsferien oft in den Urlaub flog. Diesmal werden die Geschenke allerdings unter dem heimischen Weihnachtsbaum ausgepackt.

Dem Opa zu Liebe Plätzchen backen

Auf der einen Seite vermisst der Jugendliche die wärmenden Sonnenstrahlen, auf der anderen Seite ist er auch froh, hier feiern zu können. „Im Urlaub hat mir manchmal schon das Fest mit der ganzen Familie gefehlt.“ Zwanzig Leute sind es ungefähr, die sich rund um die Feiertage gegenseitig Päckchen und Plätzchen zustecken.

Der knusprige Süßkram kommt aus der eigenen Bäckerei. Mit dem Nudelholz und Ausstechformen rückt der Jugendliche dem Plätzchenteig zu Leibe. „Das machen wir immer meinem Opa zuliebe“, erzählt er.

Gutes Verhältnis zu den Verwandten

In den letzten Jahren sind solche Traditionen jedoch auf der Strecke geblieben. Arbeitsstress lässt die Adventszeit oft in den Hintergrund rücken. Umso mehr Zeit möchte er sich in diesem Jahr für das Familienfest im Heiligen Abend nehmen. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Die Familie hilft sich gegenseitig und jeder kann dem anderen vertrauen. Außerdem können wir über alles reden“, findet der Jugendliche.

Einen Adventskalender hat er mit 18 Jahren zwar nicht mehr, dafür landet so einiges für ihn unter dem Baum. Einen Wunschzettel muss Dombrowska nicht schreiben. „Ich lasse mich gerne überraschen. Im letzten Jahr war es ein ziemlicher Volltreffer“, erinnert er sich.

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