KICK-VERANSTALTUNG

Von grauen Mönchen bis zum schwarzen Gold

Autor Jan Zweyer erzählte im Bürgertreff Kick etwas über die Recherchen für seine historischen Romane  – unter anderem für seine Mittelaltertrilogie „Das Haus der grauen Mönche“ rund um die Hattinger Familie von Linden.

Autor Jan Zweyer erzählte im Bürgertreff Kick etwas über die Recherchen für seine historischen Romane – unter anderem für seine Mittelaltertrilogie „Das Haus der grauen Mönche“ rund um die Hattinger Familie von Linden.

Foto: Bastian Haumann

HATTINGEN.   Jan Zweyer hat den jüngsten Band seiner Saga um die Hattinger Familie von Linden veröffentlicht. Im Bürgertreff Kick spricht er über seine Arbeit

In der Mittelaltertrilogie „Das Haus der grauen Mönche“ hat Jan Zweyer 2015 begonnen, die Geschichte des Ruhrgebiets lebendig werden zu lassen. Soeben nun ist der bereits fünfte Band seiner Familiensaga um die Hattinger Händlerfamilie von Linden erschienen: „Schwarzes Gold und alte Missgunst“. Anlass für den Herner, im Bürgertreff Kick Einblicke in seine Arbeitsweise zu geben. Und in das Geschäft mit der Literatur.

Er habe „schon immer“ geschrieben, verrät Zweyer eingangs seines Besuches im Kick. Seinen ersten Krimi habe er dann 1997 fertiggestellt und diesen ohne große Erwartungen zum Grafit-Verlag geschickt – „die haben ihn tatsächlich genommen!“ Seitdem sei er professioneller Autor. Inzwischen 21 Bücher hat der 64-Jährige veröffentlicht. Krimis; und historische Romane.

Jeden Tag erscheinen 100 neue Bücher, alle suchen Käufer

Was ihn antreibt zum Schreiben? Ein gewisser Hang zur Selbstdarstellung – wie bei allen Autoren, gesteht Zweyer. Dabei erfordert dieser Beruf eine Menge Durchhaltewillen, auch das macht der Herner deutlich. Zudem werde der Handel mit Literatur immer schwieriger: „Jeden Tag erscheinen 100 neue Bücher, alle suchen Käufer. Das Schreiben ist für die meisten Autoren wahrhaft brotlose Kunst.“ Viele schrieben nur im Nebenerwerb.

Seine bestverkauften Bücher brächten es immerhin auf Stückzahlen von 40 000, verrät Zweyer. Und auch dies: „Schreibblockaden kenne ich nicht. Mir fällt immer etwas ein.“

Ein Urenkel Jorges versucht, als Bergbaubesitzer Kohle zu machen

Die Erstidee für das „Haus der grauen Mönche“ übrigens entstammt einem Ausflug mit seiner Frau nach Hattingen. Die frühere Hansestadt habe ihm so gut gefallen, dass er sie zum Ausgangspunkt seiner Mittelaltertrilogie machte, erzählt Zweyer. Bei Recherchen – unteren anderem im hiesigen Stadtarchiv – stieß er dann auf das „Haus der grauen Mönche“, ein Dominikanerkloster, im Mittelalter unweit von St. Georg gelegen.

In dessen Obhut lässt Zweyer den Waisen Jorge von Linden aufwachsen, seinen Protagonisten später eine Händlerfamilie begründen. Dies, ebenso wie das Schicksal der nachfolgenden von-Linden-Generation in den Wirren der Reformationsjahre hat Zweyer inzwischen erzählt. Nun schildert er in „Schwarzes Gold und alte Missgunst“, wie ein Urenkel Jorges als Bergbaubesitzer während der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs Kohle zu machen versucht.

Name der Zeche Alte Missgunst hat ihn fasziniert

Dass eine solche Geschichte perfekt passt in eine Zeit, in der im Revier die letzte Zechenschließung kurz bevor steht, verneint Jan Zweyer zwar nicht. Doch seine Motive sind andere: So sollte Band fünf seiner Familiensaga rund 100 Jahre nach dem vorherigen spielen, „da lag es nahe, in dieser Zeit fürs Revier auch nach Zechen zu recherchieren“. Bei diesen sei er dann auf die 1616 erstmals erwähnte Zeche Alte Missgunst gestoßen: „Und dieser Name hat mich so fasziniert . . .“

Dass es ohne ihn im jüngsten Werk einfach nicht mehr ging.


>>> ERST NACHTWÄCHTERFÜHRUNG, DANN PREMIERENLESUNG

Jan Zweyers Buch „Schwarzes Gold und alte Missgunst“ ist im Grafit-Verlag erschienen (416 Seiten; ISBN 978-3-89425-624-1; 13 Euro, als E-Book 9,99 Euro).

Die Premierenlesung zu diesem historischen Roman ist am Donnerstag, 27. September, 19 Uhr, im Alten Rathaus am Untermarkt. Karten (fünf Euro) gibt es bei Hattingen Marketing, Haldenplatz 3. Kontakt: 95 13 95. Im Eintrittspreis ist eine Nachtwächterführung durch die Altstadt erhalten. Treff: 18 Uhr am Alten Rathaus.

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