Briefbeförderung

Voller Briefkasten ärgert Hattinger Kunden

Übervoll war der Briefkasten vor der Post an der Moltkestraße am Freitag. Kunden sagten, er sei seit Tagen nicht geleert worden. Fotos:Barbara Zabka

Übervoll war der Briefkasten vor der Post an der Moltkestraße am Freitag. Kunden sagten, er sei seit Tagen nicht geleert worden. Fotos:Barbara Zabka

hattingen.   Margit Buschmann will Schreiben jetzt nur noch am Schalter abgeben. DHL-Sprecherin widerspricht dem Vorwurf: Es sei regelmäßig geleert worden.

Margit Buschmann wird keine Briefe mehr in einen Kasten werfen, sondern nur noch am Schalter abgeben. Kai Ibendorf überlegt, zusätzliches Geld für Einwurfeinschreiben auszugeben. Beide sagen als „gebrannte Kinder“ der vorigen Woche, dass der Briefkasten an der Moltkestraße tagelang nicht geleert worden sei.

Dem widerspricht Britta Töllner aus der Pressestelle Düsseldorf der Deutsche Post DHL Group. Sie versichert, der Briefkasten sei regelmäßig geleert worden. „Erst heute Morgen“, sagte sie am Montag. Geleert worden sei auch in der vergangenen Woche. Das lasse sich anhand des Barcodes feststellen. Dokumentiert wird die Zeit der Leerung. Dabei tastet die Person, die den Kasten öffnet und leert, den Kasten mit dem Handscanner ab. Sie stellt auch den Grad der Füllung oder eine eventuelle Verschmutzung fest.

Der Grad der Füllung kam Fotografin Barbara Zabka am Freitag förmlich entgegengesprungen. Sie hätte Briefe aus dem übervollen Kasten ziehen können. Wer die Klappe hob, sah die Sendungen gestapelt bis zum Rand. In solchen Fällen empfiehlt Britta Töllner, nichts mehr dazwischenzuquetschen.

Margit Buschmann ist erleichtert, dass einige Einladungen für den 70. Geburtstag ihres Mannes inzwischen angekommen sind. Nachbarn und Freunden, die in der Nähe wohnen, hatte die Frau aus Oberstüter die Briefe selbst in den Kasten geworfen. Die Briefe an die anderen, insgesamt 26, hatte sie dem Briefkasten anvertraut.

Kai Ibendorf und Andrea Jutte haben bis jetzt noch keine Rückmeldung. Sie wissen nicht, ob Sendungen mit Schlüsseln und Rechnungen die Adressaten erreicht haben. Der 57-Jährige verschickt oft Autoschlüssel, etwa für alte Käfer. Bei Rechnungen stelle sich oft erst später heraus, ob sie angekommen sind. Für den Empfänger gibt es keinen Grund sich zu melden, dass die Rechnung ihn erreicht hat. Entweder er zahlt – oder stellt bei der Mahnung fest, dass er keine bekommen hat.

„Es war nicht der erste Fall“

Der Zorn der 68 Jahre alten Margit Buschmann ist noch nicht ganz verraucht: „Es war ja nicht der erste Fall“, sagt sie. Und mag kaum glauben, dass Vertreter von Firmen den Kasten an zwei Nachmittagen, an denen die Postbank laut DHL-Group-Sprecher Dieter Pietruck geschlossen war, täglich aufs Neue überfüllt haben sollen. Ihr Eindruck: Es sei erst etwas passiert, als sie sich beschwert habe.

Pietruck hatte Freitag einen Mitarbeiter losgeschickt, um den Strichcode zu überprüfen. Das Ergebnis lag erst am Montag vor.

Tägliche Leerung um 16.30

Der Briefkasten an der Moltkestraße wird laut Aushang täglich um 16.30 Uhr geleert. Er steht vor der Postbankfiliale direkt neben dem Briefmarkenautomaten und quoll letzte Woche über.

Mehrere Beschwerdeführer hoffen, dass Überfüllung in Zukunft nicht mehr vorkommt.

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