Kandidaten-Porträt

Volker Hoven will die ganze Verantwortung für Sprockhövel

Bürgermeisterkandidat Volker Hoven im Malakov-Park. Er ist seit vielen Jahren in der Stadt mit Pütt-Geschichte zu Hause.

Bürgermeisterkandidat Volker Hoven im Malakov-Park. Er ist seit vielen Jahren in der Stadt mit Pütt-Geschichte zu Hause.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Der Bürgermeister-Kandidat Volker Hoven hat viele Ideen, um das Leben in Sprockhövel zu verbessern. Dafür braucht er das Mandat der Wähler.

Wer sich mit der Person Volker Hovens beschäftigt, biografische Linien verfolgt, Erklärungsversuche zu Persönlichkeit und Charakter unternehmen möchte, der gelangt bald zu einer schicksalhaften Begebenheit in der frühen Jugend des SPD-Politikers. Als Auszubildender erlitt der 1973 in Aachen geborene Hoven auf einem Baugelände einen schweren Arbeitsunfall, ein Jahr lang lag er im Krankenhaus. Geblieben ist eine sichtbare Gehbehinderung, aber die schwere Verletzung nahm dem Jugendlichen auch die innere Unbeschwertheit. Manchen hätte die Erfahrung der körperlichen Einschränkung gebrochen. Aber nicht ihn: „Ich bin mit einem Mal erwachsen geworden“, sagt Volker Hoven heute. Ehrgeiz war geweckt, nach den existenziellen Erfahrungen künftig beruflich mit beiden Beinen stabil auf dem Boden zu stehen.

Phase von Arbeit und Bildung

Nach der Umschulung zum Hochbauzeichner und CAD-Baukonstrukteur arbeitete er sich in der Gemeinde Kürten in der Gebäudewirtschaft hoch, wurde Fachwirt für Facility Management. Nebenher studierte er Betriebswirtschaft in Köln, bekam als junger Mensch erste Führungsaufgaben. Dann der erste Wechsel in die Wirtschaft, als Hoven Geschäftsführer eines großen Seniorenheims wurde. „Auch da habe ich mich parallel weitergebildet und ein internationales Studium zum Bachelor of Business Administration absolviert“, so Hoven. 2006 wechselte er dann nach Heiligenhaus, wo er Leiter der Gebäudewirtschaft wurde. Und auch hier verzichtete Hoven auf einen Gutteil seiner Freizeit und rundete sein professionelles Profil mit einem Studium zum Wirtschaftsjuristen ab.

Beigeordneter und Kämmerer

Nach zehn Jahren im Niederbergischen wurde Hoven 2016 in Sprockhövel zum Beigeordneten gewählt, bald danach übernahm er auch den Job des Kämmerers. Hoven lebt in Hiddinghausen mit seiner Frau Sandra, die aus Silschede stammt, und seinen beiden Söhnen, die die Gesamtschule in Haßlinghausen besuchen. „Meine Familie und mein Job sind meine Selbstverwirklichung“, sagt der Bürgermeisterkandidat, er habe mit 46 Jahren alles erreicht – „bis eben auf die Aufgabe als Bürgermeister, die ich jetzt anstrebe.“

Übernahme von immer mehr Kompetenzen

Durch den krankheitsbedingten Ausfall von Bürgermeister Ulli Winkelmann und später dann, als im von Winkelmann verantworteten Personalbereich die Übersicht verloren zu gehen drohte, hat Hoven immer mehr Verantwortung für die gesamte Stadtverwaltung übernehmen müssen. Jetzt, meint er, wäre die Übernahme des Amtes des Stadtoberhauptes die folgerichtige Konsequenz.

Ein Schwerpunkt ist die Industriepolitik

Es gebe viel zu tun, lässt er wissen. Im Zentrum seiner Reformüberlegungen steht die Bürgerschaft selbst, sie soll mehr gehört werden: „Stadt eines kurz bemessenen Rederechts in der Ratssitzung soll es Bürgerkonferenzen geben, wo wesentliche Themen bereits durchdiskutiert werden, bevor sich die Politik damit beschäftigt.“ Die Lebensbedingungen in Niedersprockhövel und Haßlinghausen will er verbessern, mit Handlungskonzepten für Haupt- und Mittelstraße seien wichtige Pflöcke eingeschlagen. Digitales Lernen, Kita-Ausbau, Stärkung des Ehrenamts, Verbesserung der Freizeitangebote wie etwa durch die Skateranlage liegen ihm am Herzen. Es gibt wohl kaum ein Thema in Sprockhövel, zu dem Hoven nicht zumindest eine Idee in der Schublade hätte. Als klassischer Sozialdemokrat zeigt er sich in der Industriepolitik, der buchstäblich alles möglich machen will, um Betriebe mit Expansionsdrang am Standort zu halten und neue zu gewinnen. Grüne Themen wie E-Mobilität, Klima-. Umwelt- und Naturschutz hat er sich zu eigen gemacht.

Ein Brief an die SPD

Politisch gehört Volker Hoven zu einer Generation, die nicht etwa durch Lichtgestalten wie Willy Brandt zur Sozialdemokratie fand. „Ich habe als junger Mensch sowohl an die SPD geschrieben als auch an die CDU“, erzählt er. Geantwortet hat damals allein die SPD, und sie ist ihm politische Heimat geworden.

Idee des Heimatshoppens

Es gibt Themen, wo Hoven viele seiner Schwerpunkte bündeln kann. Das so genannte Heimatshoppen ist eines davon.

Im kürzlich eingerichteten digitalen Schaufenster präsentieren sich Händler und Gewerbetreibende aus Sprockhövel online, um durch Werbung und Service das regionale Einkaufen zu fördern.

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