Kirche

Viele Freiwillige kämpfen für das Gemeindeleben in Hattingen

Ehrenamtliche von St. Mauritius und St. Engelbert halten das Gemeindeleben aufrecht, nachdem Pastor Mirco Quint nicht mehr in den Gemeindne arbeitet. Dazu gehören (v.l.): Reinhold Schulte-Eickholt, Marlies Meier und Elisabeth Schulte-Eickholt.

Ehrenamtliche von St. Mauritius und St. Engelbert halten das Gemeindeleben aufrecht, nachdem Pastor Mirco Quint nicht mehr in den Gemeindne arbeitet. Dazu gehören (v.l.): Reinhold Schulte-Eickholt, Marlies Meier und Elisabeth Schulte-Eickholt.

Foto: Fischer

Hattingen.   In St. Mauritius und St. Engelbert hoffen Gläubige, dass das Bistum einen neuen Pastor in die Stadtpfarrei schickt. Ihnen fehlt ein Seelsorger.

„Ja, es läuft bei uns in St. Mauritius und St. Engelbert“, sagt Reinhold Schulte-Eickholt, „aber nur, weil Ehrenamtliche sich engagieren. Auf Dauer schaffen wir das so nicht. Darum hoffen wir, dass das Bistum sich kümmert.“ Denn zwar seien einige Gottesdienste mit einem Priester abgedeckt, aber „uns fehlt hier ein Seelsorger“, sagt Elisabeth Schulte-Eickholt.

Mit ihrem Mann und Marlies Meier zählt sie zu dem kleinen Liturgie-Ausschuss von St. Mauritius und St. Engelbert, der Gottesdienste organisiert, inhaltlich vorbereitet, sich um die Liturgie kümmert. Der Ausschuss trifft sich 14-tägig – momentan aber teilweise drei Mal pro Woche. Denn: „Zwar wird Pastor Mirco Quint erst am 10. März offiziell verabschiedet, aber die Vakanz ist ja im Grunde schon seit Dezember da, weil er da bereits in seine dreimonatige Sabbat-Zeit ging“, erklärt Reinhold Schulte-Eickholt.

Liturgie-Ausschuss kennt sich aus

„Wir geben uns wirklich Mühe, hier das aufrecht zu erhalten, was Mirco Quint aufgebaut hat – damit ein neuer Seelsorger nicht wieder von vorne Anfang muss. Das wäre doch einfach schade“, sagt Marlies Meier. Zu dem kleinen Liturgie-Ausschuss zählen außerdem noch Lisa Werwer, Gerda Korthauer und Susanne Schillings-Roß.

Die Vorbereitung der Gottesdienste, der Kommunionkinder, der Kommunion selbst und der fünf Familiengottesdienste davor, das Kontakthalten zum Kindergarten, Ansprechpartner sein für Pfadfinder, Sternsinger, Messdiener: „Das ist wirklich alles eine Menge, wir sind am Limit, zumal viele auch noch berufstätig sind“, sagt Marlies Meier.

Dank gilt den pensionierten Pastoren, die aushelfen

„Wir sind durch unsere Ausbildung zum Leiter von Wort-Gottesdiensten natürlich in der Lage, die Gottesdienste zu gestalten, aber es ist viel – und wir sind hier wie St. Peter und Paul auch A-Standort“, betont Reinhold Schulte-Eickholt. „Die Resonanz der Gemeinde ist positiv und groß. Aber die Seelsorger-Frage drängt“, sagt Elisabeth Schulte-Eickholt. Dankbar ist das Trio den pensionierten Pastoren Klaus Kohl und Werner Behring, die sich engagieren – wie auch Helmut Kassner mit 91 Jahren.

Doch spätestens nach Ostern, so die Aktiven, sollte das Bistum hoffentlich jemanden gefunden haben, der das Seelsorgerteam der Pfarrei St. Peter und Paul verstärkt. „Man hatte uns versprochen, dass jemand kommt“, so Elisabeth Schulte-Eickholt. „Passiert das nicht, befürchten wir hier einen Einbruch“, blickt ihr Mann, der auch ausgebildeter Beerdigungshelfer ist, voraus und betont: „Hier leben 6000 Katholiken.“ Viele davon engagieren sich vielfältig ehrenamtlich: Bei Festen, im Ökumenekreise, bei der Kommunionvorbereitung und, und, und. „Die Gemeinde ist sehr zusammengerutscht“, weiß Elisabeth Schulte-Eickholt.

Predigtreihen in der Fastenzeit läuft auch 2018

Die Predigtreihe in der Fastenzeit wird es wieder geben: Am 17. Februar predigt Generalvikar Klaus Pfeffer, am 24. der Direktor des Caritasverbandes im Bistum Björn Enno Hermans, am 3. März Diplom-Theologe Hermann-Josef Weßels, am 17. März der evangelische Pfarrer aus Niederwenigern Ludwig Nelles – jeweils 17.30 Uhr.

>>> KOMMENTAR <<< Redakteurin Liliane Zuuring kommentiert : "Gläubige nicht verprellen"

"Dass die Gemeinde traurig ist über den Abzug von Pastor Mirco Quint, ist verständlich – auch wenn das für das Bistum ein normaler Vorgang ist. Katholische und Evangelische Kirche, Vereine und Einrichtungen sind zusammengewachsen, das Gemeindeleben ist rege. Das wollen die Ehrenamtlichen nicht einschlafen lassen. Das ist nicht nur verständlich, sondern engagiert und vorbildlich. Klar ist aber auch, dass sie auf das Wort des Bistums setzen, ein neuer Pastor werde das Seelsorger-Team der Stadtpfarrei ergänzen. Damit es einen festen Ansprechpartner vor Ort gibt. Bei allem Verständnis für Priestermangel und schwierige Personalentscheidungen beim Bistum: Die offiziell in Kürze vakante Stelle sollte schnell besetzt werden. Denn sonst riskiert man Verdruss und Müdigkeit bei engagierten Christen. Und damit würde die Katholische Kirche nicht nur den Gläubigen, sondern auch sich selbst schaden."

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