Handel

Verkaufssonntag gleicht Verluste der Hattinger Händler aus

Die Hattinger Händler brauchen den verkaufsoffenen Sonntag. Auch Angestellte haben kein Problem damit.

Die Hattinger Händler brauchen den verkaufsoffenen Sonntag. Auch Angestellte haben kein Problem damit.

Foto: Jürgen Theobald (theo)

Hattingen.   Die Kombination von Stadtfest und Einkaufen lieben Geschäftsleute und Kunden. Viele Verkäufer melden sich freiwillig für die Arbeit am Sonntag.

„Die verkaufsoffenen Sonntage brauchen wir, um Verluste auszugleichen.“ Das ist der Tenor nicht nur von Christian Eckardt von Kingly Fashion & Style, sondern auch von vielen anderen Händlern. Immer wieder gibt es Streit wegen dieser Sonntage – in Hattingen lehnte die Politik den am 3. Juni ab. Dabei gefällt er Bürgern und Geschäftsleuten, wie man jetzt an der rappelvollen Stadt sieht.

„Zu uns kommen viele Holländer, die lachen sich krank über unsere strikten Regelungen“, sagt Ina Steffen von Stefina. Auch ihr Geschäft ist an diesem Sonntag voll mit Kunden, die ohne Zeitdruck stöbern. Ausnahmslos sagen die Kunden, sie kämen wegen der Kombination von verkaufsoffenem Sonntag und gleichzeitigem Frühlingsfest. Sie brauchte an diesem Sonntag nur eine Mitarbeiterin, weil ihr Mann und ihre Mutter mit im Geschäft stehen. „Es hätten aber gerne mehr an diesem Sonntag gearbeitet“, sagt sie. Es gebe ja Geld oder Freizeitausgleich.

Kunden reisen extra an

Viele inhabergeführten Hattinger Geschäfte sind im Internet nicht zu finden. „Dann müssten wir ja noch eine Person einstellen, um das vernünftig zu machen“, betonen sie. „Wir wollen, dass die Kunden in die Stadt kommen und uns in den Geschäften besuchen. Das ist doch ein ganz anderes Erlebnis, die Ware anfassen zu können und von uns beraten zu werden“, erklärt Eckardt. Das werde auch so mit Kunden besprochen.

Genau das scheint es auch zu sein, was die Bürger lieben. Dennis Brune (30) und Vera Stumm (31) sind mit einem Freund nach Hattingen gekommen. Sie kommen aus Duisburg und lieben verkaufsoffene Sonntage verbunden mit Festen. „Da hat man endlich mal Zeit, in Ruhe durch die Geschäfte zu bummeln“, sagt die 31-Jährige. Die Drei gucken gezielt nach verkaufsoffenen Sonntagen im Revier, weil so ein Tag für sie ein Erlebnis ist. „Manchmal fahren wir am Sonntag auch nach Venlo“, erklärt Dennis Brune.

In Ruhe stöbern am Sonntag

Auch Sigrid Groth (57), die genüsslich stöbert, hat schon ein Schnäppchen ergattert und strahlt. „Das habe ich mir heute mal gegönnt“, sagt sie und freut sich über das Fest mit offenen Geschäften. „Das muss nicht jeden Sonntag sein, aber ab und zu mal macht das richtig Spaß.“

Auch Martin Pongartz (51), der in Hattingen arbeitet, benutzt den Tag, um mit Freunden zu bummeln. „Ich hab mir gerade eine Fahrradpumpe gekauft, weil ich besondere Ventile am Rad haben.“ Auch Geschäftsinhaber Andreas Hecken freut sich über diesen Sonnen-Sonntag. „Oft brauch’ ich das aber nicht. 46 Stunden Arbeit pro Woche reichen.“

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