Stille Feiertage

Verbraucherzentrale gibt Tipps für naturnahe Grabgestaltung

Die Verbraucherzentrale empfiehlt auch für die Friedhöfe in Hattingen natürlich Grablichter – also nicht mit LEDs, sondern mit Wachskerzen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt auch für die Friedhöfe in Hattingen natürlich Grablichter – also nicht mit LEDs, sondern mit Wachskerzen.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Hattingen.  Die Verbraucherzentrale gibt Tipps für mehr Nachhaltigkeit auf den Friedhöfen in Hattingen: Von der Graberde über Blumen bis zum Lichterschmuck.

Der November ist der Monat der stillen Feiertage. Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag sowie kurz vor Beginn des Advents der Totensonntag. Auf den Friedhöfen werden die Gräber hergerichtet, Angehörige gedenken der Verstorbenen. „Von der Graberde über die Auswahl der Blumen bis hin zum Lichterschmuck kann ein umweltfreundlicher Boden bei der Grabgestaltung bereitet werden“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Sie gibt Tipps für eine naturnahe Grabgestaltung.

Die richtige Erde

Hinter der Bezeichnung Erde (zum Beispiel Blumen-, Beet-, aber auch Graberde) verbirgt sich meist immer Torf oder aber Mischungen mit einem großen Anteil an Torf. Beim Torfabbau wird jedoch das Ökosystem Moor und damit der Lebensraum vieler seltener Pflanzen und Tiere zerstört. Zudem wird das in Mooren gespeicherte Kohlendioxid freigesetzt. Deshalb sollten Blumen- und Graberden mit dem Hinweis „torffrei“ erste Wahl sein.

Torffreie Gartenerden werden auf Basis von Kompost, Rindenhumus und Holzfasern hergestellt. Außerdembeinhalteten sie, je nach Hersteller, Minerale und Lavagranulate zur optimalen Wasser- und Nährstoffspeicherung sowie Naturdünger. Auf Nummer sicher geht, wer in die Produktdeklaration auf der Verpackung schaut. Denn bei Stichproben hat die Verbraucherzentrale NRW festgestellt, dass mit „Torffrei-Siegel“ gekennzeichnete Blumenerde dennoch Torf enthielt.

Achtung: Der Begriff „Bio-Blumenerde“ ist – anders als etwa bei Bio-Lebensmitteln – nicht gesetzlich geschützt. Deshalb ist diese Kennzeichnung zum einen kein Garant, dass die „Bio-Erde“ torffrei ist. Zum anderen müssen nicht alle Bestandteile aus kontrolliertbiologischem Anbau stammen.

Gestecke und Buketts

Viele Händler bieten rund um die Toten-Gedenktage fertige Gestecke als Grabschmuck an. Diese praktischen Gebinde werden jedoch häufig mit Plastikteilen zusammengehalten und enthalten oftmals auch Dekorationen aus Kunststoff. Erste Wahl sollten daher Grab-Buketts aus Naturmaterialien sein.

Sie helfen, Plastik zu vermeiden, und können im Frühjahr als Ganzes auf dem Kompost oder im Biomüll entsorgt werden. Plastikbestandteile hingegen müssen entfernt und getrennt entsorgt werden.

Futterpflanzen im Herbst

Friedhöfe sind ein Paradies für Vögel, die sich von Insekten ernähren, aber auch für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Die Bestäuber finden auch im Herbst durch blühende Pflanzen noch ausreichend Nektar. Zudem sorgen Insektenfutterpflanzen für manchen Farbtupfer auf den Gräbern in der dunklen Jahreszeit. Herbstaster, Fette Henne, Herbstzeitlose, Leinkraut, Rundblättrige Glockenblume oder Herbstkrokus sind Favoriten für das Duo für Futter und Blütenpracht.

Wer mehrjährige Pflanzen wählt, also solche, die auch den Winter überstehen, spart sich viel Arbeit und Geld.

Klassische Grablichter

Auch auf den Gräbern halten LEDs Einzug, die das Kerzenlicht mit Batterien als Energiequelle imitieren. Diese müssen auf jeden Fall getrenntentsorgt werden. Außerdem wichtig: LED-Lichter sind Elektroschrott und gehören nicht in den Hausmüll. Sie müssen in die Elektroschrottsammlung der Entsorger wandern oder in Elektrofachmärkten zurückgegeben werden.

Grablichter aus Wachs sind gegenüber den LED-Varianten umweltfreundlicher. Im Handel sind Grablichter aus Glas erhältlich, deren Kerzen auswechselbar sind. Da geht dann ein besonders nachhaltiges Licht auf, weil der Grabschmuck immer wieder genutzt werden kann.

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