Jugend

Vandalismus an Jugendtreff in Sprockhövel

15 Jahre lang ging alles gut: Auf einem für Jugendliche bereitgestellten Areal in Herzkamp gab es jetzt Vandalismus.

15 Jahre lang ging alles gut: Auf einem für Jugendliche bereitgestellten Areal in Herzkamp gab es jetzt Vandalismus.

Foto: Uwe Schero

Sprockhövel.  Der Jugendtreff in Herzkamp in Sprockhövel wurde erstmals das Ziel von Vandalismus. Die Bürgergesellschaft will nun Anzeige erstatten.

„Das ist eine richtige Sauerei“, findet Uwe Schero aus Gennebreck-Herzkamp. Die Bürgergemeinschaft Herzkamp, bei der er sich seit 2006 engagiert, richtete vor 15 Jahren eine Begegnungsstätte für Jugendliche im Dorfes ein: Eine Feuerstelle mit Sitzgelegenheiten, ein möblierter Bauwagen und eine Boule-Bahn. All die Jahre ging alles gut, aber nun verschandelten Chaoten den Platz.

Mutmaßungen über die Täter

„Auf dem Wagen wurde die Zahl 161, Sichel und Hammer gesprüht, sowie auf die Sitzbank die Wörter ,Nazis boxen’ – es scheint sich also um linksradikale Täter zu handeln“, vermutet der 54-jährige Schero. In Herzkamp gebe es nicht viele Treffpunkte für Heranwachsende, ergänzt er. „Die Jugendlichen hier treffen sich entweder in einem der Gärten oder eben an unserem Bauwagen.“ Den Schlüssel zum Wagen könnten sich einzelne, dem Verein bekannte Jugendliche, geben lassen. „So verbringen regelmäßig durchschnittlich 15 Jugendliche im Alter von etwa 15 bis 18 dort ihre Freizeit – sie grillen, hören Musik oder spielen auf der Boule-Bahn.“

Zehn Prozent engagieren sich in Bürgergemeinschaft

„Herzkamp hat nur etwa 1000 Einwohner“, sagt Gerlinde Honke-Feuerstack, Mitglied des Vereinsvorstands. „Davon engagieren sich etwa zehn Prozent bei der Bürgergemeinschaft.“ Neben verschiedenen anderen Projekten im Dorf werde von ihnen auch die Begegnungsstätte, die sich an einem Wendehammer sowie an Grundschule und Sportplatz des Ortes befinde, in Ordnung gehalten – „die Kinder und Jugendlichen des Dorfes helfen regelmäßig dabei“, sagt Schero. Dass Jugendliche aus Herzkamp den Platz verschandelt hätten, könne er sich deshalb auch nicht vorstellen: „Das macht ja keinen Sinn: Erst verschmutzen, und dabei wissen, dass man es selbst später wieder aufräumen muss!“

Öfter Gäste aus Wuppertal

Er glaube vielmehr, dass die Täter von außerhalb kommen. Seit einiger Zeit sei auch bekannt, dass der Platz beispielsweise auch von Personen aus Wuppertal genutzt werde. Er betont: „Uns sind alle Gäste willkommen – so lange sie sich benehmen.“ Als Betreiber ist der Verein der Geschädigte in diesem Fall von Vandalismus. Um den finanziellen Schaden, etwa 500 Euro, gehe es dabei aber nicht in erster Linie, ergänzt Schero: „Das ist im Zweifel mit ein, zwei Eimern Farbe und einem Nachmittag Arbeit in Ordnung gebracht.“ Die Respektlosigkeit wiege viel schwerer.

Verein wünscht sich Zivil-Courage

Das sieht auch Gerlinde Honke-Feuerstack so, deshalb kümmere sie sich für den Verein auch um eine Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen unbekannt: „Wir warten aktuell auf einen Termin bei der Polizei.“ Es sind Aktionen geplant, um zukünftig Vandalismus zu verhindern. Der Verein wünsche sich mehr Zivil-Courage: „Wir möchten alle Bürger dazu aufrufen, Störungen und Beschädigungen zu melden oder durchaus auch bei den Verursachern anzusprechen“, sagt sie.

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