Bahnverkehr

Unbekannte werfen Metallrohr auf S-Bahn in Hattingen

An der Kreuzung Martin-Luther-Straße/ Nierenhofer Straße wurde die S3 mit einem Metallrohr beworfen und ein Kurzschluss ausgelöst.

An der Kreuzung Martin-Luther-Straße/ Nierenhofer Straße wurde die S3 mit einem Metallrohr beworfen und ein Kurzschluss ausgelöst.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Mit einem Rohr wurde am Sonntag die S3 in Hattingen beworfen. 18 Bahnen hatten Verspätung oder fielen aus. Im Verdacht stehen derzeit Kinder.

Unbekannte warfen am Sonntagabend kurz nach 19 Uhr in Hattingen Mitte ein Metallrohr auf die fahrende S-Bahn 3. Dadurch kam es zu einem Kurzschluss in der Oberleitung. Zeugen beobachteten Kinder im Bereich der Bahnstrecke. Die Bundespolizei bittet um Hinweise unter der kostenfreien Servicenummer 0800 6 888 000.

Gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr

Gegen 19.19 Uhr wurde die Bundespolizei über einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr informiert. Im Bereich der Brücke an der Nierenhofer Straße, an der die S3 den Bahnhof Hattingen Mitte verlässt, hatten Unbekannte einen

Gegenstand auf die fahrende S-Bahn geworfen.

Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizei handelt es sich um ein Metallrohr, das von Ermittlern vor Ort auch gefunden wurde. Offenbar prallte das Rohr von dem Zug ab und berührte die Oberleitung. Dadurch kam es zu einem Kurzschluss im Oberleitungsnetz.

18 S-Bahnen nach und von Hattingen sind betroffen

Entsprechend konnte auch die S3, die gerade den Bahnhof verlassen hatte, nicht weiterfahren. Es kam durch die beschädigten Oberleitungen zu Behinderungen im Bahnverkehr.

18 Züge waren in der Zeit von 19 bis 21.15 Uhr betroffen, erklärt eine Bahnsprecherin. Davon hatten sechs Züge mehr als eine Stunde Verspätung, sechs weitere fielen ganz aus, die übrigen teilweise. Die Leitung musste durch Techniker der Bahn überprüft und wieder in Betrieb genommen werden. Zerstört wurde sie nicht, sonst hätte die Störung deutlich länger angedauert.

Zeugen wollen Kinder beobachtet haben

Dennoch war es für die Deutsche Bahn und ihre Kunden eine massive Störung der betrieblichen Abläufe. Und nicht zuletzt, so betont die Bahnsprecherin, auch ein gefährlicher Eingriff. Immerhin 15.000 Volt fließen durch die Stromleitungen der Bahn, die von dem Rohr getroffen wurden.

Zeugen gaben an, im Bereich einer Schallschutzwand Kinder dabei beobachtet zu haben, einen Gegenstand auf den fahrenden Zug geworfen zu haben, teilt die Bundespolizei mit. Eine Fahndung nach den Tatverdächtigen in der Umgebung verlief aber erfolglos.

Strafverfahren – diese Strafen drohen

Die Bundespolizei leitete ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein. Dafür sieht der Gesetzgeber Strafen von einer Geldstrafe bis zu Haftstrafen von sechs Monaten bis zehn Jahren vor. Abhängig ist das davon, wie groß der entstandene Schaden ist und ob jemand verletzt wurde, erklärt Volker Stall, Sprecher der Bundespolizei. Verletzt wurde in dem Hattinger Fall zum Glück niemand.

Sollten tatsächlich Kinder die Täter gewesen sein, liegt die juristische Beurteilung anders. Sie sind strafunmündig. Jugendliche würden nach dem Jugendstrafrecht beurteilt.

Bundespolizei bittet um Hinweise

Zeugen die Kinder/ Jugendliche oder andere Täter im Bereich der Schallschutzwand an der Kreuzung Martin-Luther-Straße/ Nierenhofer Straße in Hattingen beobachtet haben, werden gebeten sich mit der Bundespolizei unter der kostenfreien Servicenummer 0800 6 888 000 in Verbindung zu setzen.

Eltern haften für ihre Kinder

Die Deutsche Bahn erstattet bei Vandalismusschäden in der Regel Anzeige. Damit könnten die Verursacher auch finanziell belangt werden, erklärt die Bahnsprecherin. Im Gegensatz zur strafrechtlichen Beurteilung haften Eltern dabei übrigens für ihre Kinder.

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