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Umbaupläne für Hattinger Kirche St. Josef stoßen auf Unmut

Die Umbaupläne St. Josef in Hattingen-Welper wurden vorgestellt.

Foto: Manfred Sander

Die Umbaupläne St. Josef in Hattingen-Welper wurden vorgestellt. Foto: Manfred Sander

Hattingen.   Die Theresia-Albers-Stiftung will die Kirche in Welper als neuen Standort für eine Wohngruppe nutzen. Architekt stellt Machbarkeitsstudie vor.

Der Pfarreientwicklungsprozess fordert, dass alle Pfarreien im Bistum Essen bis zum Jahr 2030 ihren Haushalt um 50 Prozent senken. Winfried Langendonk, Pfarrer der Stadtpfarrei St. Peter und Paul, ist daher froh, dass die Theresia-Albers-Stiftung die Kirche St. Josef in Welper als neuen Standort für eine Wohngruppe (24 Plätze) nutzen will. Dafür investiert die Stiftung Geld in den erforderlichen Umbau. Ein erster Entwurf wurde den Bürgern jetzt im Jugendbereich von St. Josef vorgestellt.

Die Machbarkeitsstudie eines Bochumer Architekturbüros stellte Peter Lammsfuß vor: Zwei Etagen sollen ins Kirchenschiff eingezogen werden, in denen die Wohnungen entstehen. Der Kirchturm soll als Aufzugsschacht dienen, der auf jeder halben Etage halten kann. Der jetzige Chorbereich wird zum neuen Kirchraum mit 194 Plätzen, die Sakristei zum Multifunktionsraum umgestaltet. Die alten Kirchfenster bleiben erhalten, ebenso die charakteristische Bruchsteinfassade. Die Doppelflügeltür wird elektrisch.

Kindertagesstätte bleibt unberührt

Der Bereich, in dem sich heute die Kindertagesstätte befindet, der Innenhof und der Jugendbereich bleiben dagegen von den Umbaumaßnahmen unberührt. Stattdessen schlägt Lammsfuß vor, einen Neubau an die Kirche anzugliedern. „Dieser wird durch eine Lamellenfassade abgesetzt“, so der Architekt. Zudem solle eine Rampe seitlich des heutigen Eingangs gebaut werden, der Gebäudekomplex insgesamt barrierefrei werden.

Schon während der Vorstellung der Studie äußert die Bürger ihren Unmut. „Das ist ein heikles Thema. In der Kirche stecken viele Erinnerungen und Emotionen“, weiß Seelsorgerin Brigitte Leibold. Man müsse die Menschen behutsam an Veränderungen heranführen. Stiftungsvorsitzender Meinolf Roth sieht es so: „Wir können mit unseren Plänen auch an einen anderen Standort gehen. Aber wir möchten, dass die Kirche St. Josef zukunftsfähig bleibt. Deshalb wollen wir hier investieren.“

Plädoyer für den Erhalt der Kirche

Stadtführerin Sylvia Zimmermann will nicht, dass an der Kirche Umbauten vorgenommen werden. Sie hält ein flammendes Plädoyer für den Erhalt der nach Plänen des Architekten Metzendorf gebauten Kirche, für das sie viel Applaus erhält. Auch Egon Stratmann, Gestalter der Inneneinrichtung der Kirche, sorgt sich mit Blick auf die Machbarkeitsstudie: „Die Dokumente von Kirche und Arbeitswelt müssen erhalten bleiben.“ Er fordert, in Kontakt mit der evangelischen Gemeinde zu treten, um die vorhandenen Räumlichkeiten gemeinschaftlich zu nutzen. „Der große Kirchraum in St. Josef für Gottesdienste und Chorgesang und das ebenerdige Paul-Gerhardt-Haus für Gemeindearbeit und soziale Kontakte“, schlägt er vor.

Mit dem Bistum abstimmen

Was viele Bürger an der Machbarkeitsstudie zudem bemängeln, sind fehlende Zahlen zu Kosten und Einsparungen. Meinolf Roth erklärt, dass die Finanzen im einzelnen noch mit dem Bistum Essen abgestimmt werden müssen. Die Umbaumaßnahmen aber würden durch die Theresia-Albers-Stiftung getragen, zudem will sich der Vorstand mit Eigenmitteln beteiligen.

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