Weihnachtsmarkt

Übermütige Herrin belebt den Haldenplatz in Hattingen

Holzfiguren erzählen die Geschichte der „Übermütigen Herrin im Haus Kliff“. Die Aktion des Heimatvereins belebt den bisher tristen Haldenplatz in der Vorweihnachtszeit,

Holzfiguren erzählen die Geschichte der „Übermütigen Herrin im Haus Kliff“. Die Aktion des Heimatvereins belebt den bisher tristen Haldenplatz in der Vorweihnachtszeit,

Foto: Volker Speckenwirth

hattingen.   Holzfiguren erzählen eine Geschichte über Hochmut, Reichtum und Macht. Sieben Schüler und der Heimatverein haben die Sage zum Leben erweckt.

Die Adventszeit ist in Hattingen immer auch eine Zeit der Völkerbewegungen. Große Weilstraße, Altes Rathaus, Kirchplatz – die Menschen quetschen sich zum Weihnachtsmarkt gerade am Wochenende in Massen durch die Innenstadt. „Nur zwischen Bügeleisenhaus und Café Am, da schaut man in ein schwarzes Loch“, beschreibt Heimatvereins-Vorsitzender Lars Friedrich den Blick auf den Haldenplatz, der bislang in der Weihnachtszeit ein eher ruhiges Dasein fristete.

Viel zu ruhig für den Geschmack des Heimatvereins. „Also haben wir uns gefragt, wie wir den Haldenplatz attraktiver für die Weihnachtsmarkt-Besucher gestalten können – immerhin ist es einer der schönsten Plätze in Hattingen“, so Friedrich. Dies war die Geburtsstunde des Sagenwaldes, der in diesem Jahr erstmalig direkt vor der großen Linde vom Heimatverein errichtet wurde. Dabei halfen Mittel der EN-Krone, dem AVU-Engagement Förderfonds für Kultur 2017.

Erinnerungen an die Kindheit

Seitdem erzählt der Heimatverein vor 20 Tannen mit selbst gemachten Holzfiguren die Geschichte der „Übermütigen Herrin von Haus Kliff“. Es ist ein Lehrstück über Hochmut, Reichtum, Macht und deren Vergänglichkeit. Eine Sage aus Hattingens Historie, die sieben Schüler des Gymnasiums Holthausen und der Gesamtschule Welper in den Herbstferien mit Mitgliedern des Heimatvereins mit Holzfiguren nachgebaut haben. Sieben Tage wurde jeweils zweieinhalb bis drei Stunden gewerkelt, um die Sage zum Leben zu erwecken. Die Tannenbäume besorgte Hattingen Marketing. Den Rindenmulch, auf dem die Herrin von Haus Kliff ihrem Schicksal begegnet, stellte die Stadt zur Verfügung. Aber warum gerade ein Sagenwald? Dafür hat Lars Friedrich zwei Antworten parat. Zum einen ist es eine Erinnerung an die Weihnachtszeit seiner Kindheit. „Da stand am Rathaus vor einem Brunnen, den es nicht mehr gibt, stets ein Märchenwald“, beschreibt er.

Vorgriff auf Ausstellung

Hinzu komme, dass sich der Heimatverein im Ausstellungsjahr 2019 im Bügeleisenhaus mit dem Thema „Hattingens Sagen“ beschäftigt. Da sei der Sagenwald ein perfekter Vorgriff.

Und warum die Geschichte der übermütigen Herrin? „Wir haben uns mit den Schülern sechs verschiedene Sagen angeschaut. ,Die Herrin von Haus Kliff’ kann man prima in szenische Portionen packen“, erklärt Friedrich.

Wenn der Weihnachtsmarkt seine Türen schließt, ist das noch nicht das Ende für die übermütige Herrin. Denn auch sie soll in 2019 einen Auftritt haben. „Man wird sie bei der Ausstellung wiedersehen“, verspricht Friedrich. Bis dahin kann sie sich auf dem Dachboden des Bügeleisenhauses von ihrer Weihnachtsmarkt-Premiere erholen.

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