Konzert

Träumereien bei Kerzenschein

Daniel Ahlert (Mandoline) und Birgit Schwab (Gitarre) in der Kirche St. Georg.

Daniel Ahlert (Mandoline) und Birgit Schwab (Gitarre) in der Kirche St. Georg.

Foto: WAZ FotoPool

Hattingen.   Duo hilft Zuhörern mit Mandoline und Gitarre, Meister des 19. Jahrhunderts wiederzuentdecken.

Romantische Fantasien und Träumereien bei Kerzenschein präsentierte das Duo Daniel Ahlert (Mandoline) und Birgit Schwab (Gitarre) am Sonntagabend in St. Georg.

Wieder einmal konnten wir mit Künstlern in St. Georg unbekannte Meister wiederentdecken, dieses Mal aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Werke von Henrik und Frederik Rung, Edward Elgar, Carlo Munier, Francisco Tárrega und Raffaele Calace standen auf dem Programm.

Die acht Duette von Henrik Rung (1807-1871) und seinem Sohn Frederik (1854-1914) greifen volkstümliche Weisen auf: Mal fröhlich und sogar keck-tänzerisch, mal melancholisch oder versonnen vor sich hin träumend sind diese Melodien, die Daniel Schwab und Birgit Ahlert in bestechend schön geformten Konturen und virtuos perlenden figurierenden Umspielungen gestalten. Auch die Serenade von Edward Elgar (1857-1934) ist durch spieltechnisch verzierte Folkloremelodien charakterisiert. Mit einer Fantasie von Francisco Tárrega (1852-1909) über Motive aus Giuseppe Verdis populärer Oper „La Traviata“ über ein Pariser Luxus-Call-Girl begeisterte Gitarristin Birgit Schwab: Spieltechnisch souverän und ungemein expressiv hebt sie den unterschiedlichen Ausdruckscharakter der verschiedenen Arien hervor – Liebeswerbung und Liebesklage, aber auch abwehrendes Freiheitsbegehren werden in ihrer Interpretation lebendig.

Der italienische Komponist und Instrumentenbauer Raffaele Calace (1863-1934) erweiterte das Klangspektrum der Mandoline durch die Erfindung einer Liuto moderno – einer Mandoline mit einer neuen fünften Saite für die hohe Lage und dem Tonumfang des Cello – und schrieb auch Werke dafür. Sein Preludio Nr.7 op.102 überzeugt durch Ausdruckskraft und Nachhalleffekte.

Die letzten Werke des Abends stammen von Carlo Munier (1859-1911): Die träumerische Rêverie begeistert die Zuhörer ebenso wie die punktierten Rhythmen des temperamentvoll-virtuosen Capriccio Spagnuolo. Für den Applaus bedankten sich Birgit Schwab und Daniel Ahlert mit der rassigen Tarantella von Raffaele Calace am Ende eines niveauvollen Konzertabends.

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