Seifenkistenrennen

Tollkühne Kinder in fahrenden Kisten sausen durchs Dorf

Mehrere Hundert Zuschauer säumten die Strecke beim ersten Wennischen Seifenkistenrennen, zu dem die Pfadfinder eingeladen hatten. Foto:Bastian Haumann

Mehrere Hundert Zuschauer säumten die Strecke beim ersten Wennischen Seifenkistenrennen, zu dem die Pfadfinder eingeladen hatten. Foto:Bastian Haumann

Hattingen.  Beim ersten Wennischen Seifenkistenrennen gab es aber auch ein Rennen für die Erwachsenen. Hunderte Besucher kamen an den Rüggenweg.

Sie sind mit Flammen und mit Drachen bemalt, als Feuerwehrauto oder als Lokomotive getarnt. Der Fantasie beim ersten Seifenkistenrennen der Wennischen Pfadfinder sind keine Grenzen gesetzt. In ihren selbst gebauten Autos rasen die Teilnehmer 200 Meter bergab. 36 Teams haben sich angemeldet. Nebenbei gibt es eine Hüpfburg, Musik, Kulinarisches aus der Gulaschkanone und vom Grill.

Das „Team Kobra“ macht den Anfang. Ein letzter Handschlag, ein zuversichtliches Nicken. Alles wirkt sehr entschlossen. Nun geht es los. Die Seifenkiste bekommt ein wenig Schwung und schon saust sie den Berg hinab. Sie ist leicht, schnell und gleitet nur so über den Boden. „Das sieht gar nicht schlecht aus“, kommentiert der Moderator. Schon rollt das kleine Gefährt über die Ziellinie. 30 Sekunden brauchen die Teilnehmer in der Regel für die Strecke.

Drei verschiedene Kategorien

Die Gruppen starten in unterschiedlichen Kategorien. Für die Jüngsten gab es am Morgen bereits ein Bobby-Car-Rennen. Nun sind die unter 18-Jährigen an der Reihe. Am Nachmittag treten die Erwachsenen gegeneinander an. In drei Durchgängen müssen sie zeigen, was sie und ihr selbstgebautes Auto drauf haben. Die Schnellsten gewinnen.

Bei den Ältesten liegt gerade das Team „Speed Cat“ mit der Startnummer 202 vorne. Nur 26 Sekunden hat Fahrerin Petra für die 200 Meter benötigt. In das kleine Gefährt muss sie sich ganz schön quetschen. „Ihre Sitzhaltung ist aber auch aerodynamisch. Das hat sicherlich den Unterschied gemacht“, witzelt ein Zuschauer.

„Das Auto muss verschiedene Anforderungen erfüllen, damit es an unserem Rennen teilnehmen darf“, erklärt Lukas Hahne, Leiter der Pfadfindergruppe. Er hat die Veranstaltung mitorganisiert. „Vor allem die Bremsen sind wichtig. Sicherheit geht schließlich vor. Dazu muss übrigens noch eine Lenkung vorhanden sein.“ Die genauen Richtlinien haben die Pfadfinder in einem Regelwerk festgehalten. Sie stellen natürlich auch mehrere Teams.

„Es war gar nicht so einfach, eine Seifenkiste selbst zu bauen“, erzählt Hahne schmunzelnd. „Wir haben uns eine Anleitung aus dem Internet heruntergeladen und einfach losgelegt. In der Theorie war schnell klar, wie unser Auto aussehen sollte. Aber das in die Praxis umzusetzen, war echt viel Arbeit.“ Um die 200 Euro Materialkosten haben die Teams jeweils in ihr Gefährt investiert.

Die Pfadfinderschaft ist bekannt für ihre verrückten Ideen. „Wir möchten damit viele Leute verschiedenen Alters zusammenbringen“, meint Hahne. Das ist ihnen tatsächlich gelungen. Mehrere hundert Zuschauer stehen neben der Rennstrecke und feuern die Fahrer an. Nachher soll es noch eine große Party geben. „Da feiern wir dann die Sieger der heutigen Tages.“

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