Hilfswerk

THW wartet auf Mittel und braucht dringend neue Fahrzeuge

Schon 1987 klagte das THW, dass die Unterstützung des Bundes oft nicht ausreiche. Das hatte sich auch bisher kaum geändert. Jetzt allerdings ist eine 100-Millionen-Euro-Finanzspritze angekündigt.

Schon 1987 klagte das THW, dass die Unterstützung des Bundes oft nicht ausreiche. Das hatte sich auch bisher kaum geändert. Jetzt allerdings ist eine 100-Millionen-Euro-Finanzspritze angekündigt.

Foto: Volker Speckenwirth

Hattingen.   1987 wie heute wartet das Technische Hilfswerk auf Bundesmittel. Mehrere Fahrzeuge haben inzwischen Oldtimer-Status. Aber: Die Jugend wächst.

„Finanzmittel des Bundes reichen oft nicht aus“, titelte die WAZ vor 30 Jahren. Gemeint war damals das Technische Hilfswerk (THW). Und auch heute gilt diese Aussage noch, auch, wenn aktuell vieles im Umbruch ist. Was das THW von damals mit dem heutigen verbindet sind außerdem die Fahrzeuge: Drei der LKW, die jetzt an der Schmiedestraße stehen, haben selbst schon das Jahr 1987 erlebt. Und ein Anhänger war schon damals fast ein Oldtimer.

83 Mitglieder zählte der Hattinger Ortsverband des THW vor 30 Jahren. Heute sind es 68, plus 64 THWler in der Jugendabteilung. Denn wo das Hilfswerk 1987 noch dringenden Nachholbedarf sah, bei der Jugend, ist viel passiert. 2016 musste Dienststellenleiter Ingo Brune einen Aufnahmestopp beim Nachwuchs verkünden. „Wir nehmen gern Jugendliche auf, aber wir mussten drastisch bremsen, denn sie sollen ja auch alles machen können. Das geht nicht, wenn die Gruppen zu groß sind“, sagt er. Entsprechend gibt es Wartelisten.

Ebenfalls sehr aktiv ist der Förderverein des THW. Die „Vereinigung der Helfer und Förderer des Technischen Hilfswerks“, die 1981 gegründet wurde, sammelt Spenden. „Sie haben drei Jahre lang Geld gesammelt, damit wir jetzt ein Fahrzeug ersetzen konnten“, freut sich Brune. Außerdem ermöglichte der Verein die Anschaffung eines Bootstrailers, Anhängers und damals von Motorsägen. „Und auch unsere ersten Funkgeräte wurden darüber angeschafft“, erinnert sich Brune. Denn vom Bund sei dem Ortsverband lediglich ein Gerät zur Verfügung gestellt worden.

Damals wie heute sind die Mittel des Bundes knapp bemessen. Vor allem die Autos bereiten den Hattingern Sorgen. „Wir warten seit 2009 auf die zugesagten Fahrzeuge“, sagt der Dienststellenleiter. Inzwischen stehen in der Wagenhalle drei LKW, die älter als 30 Jahre sind, ein Anhänger hat sogar schon 55 Jahre auf dem Buckel. „Wir müssen viel basteln, um die in Schuss zu halten.“ Weil die Rolläden der Wagen nicht mehr hielten seien zuletzt Gummischarniere angebracht worden.

Das Jahr 2017 hat für das THW unglücklich begonnen

Und zu allem Überfluss startete das Jahr 2017 für das THW unglücklich. Bei einem Unfall, bei dem zum Glück niemand verletzt wurde, wurde ein Transportfahrzeug stark beschädigt. Noch ist nicht ganz klar, ob eine Reparatur mit den zur Verfügung gestellten Mitteln möglich ist. „Und es war ausgerechnet das jüngste Fahrzeug“, bedauert Brune.

Er hofft, Mitte oder Ende des Jahres das erste der zugesagten neuen Fahrzeuge zu bekommen und in den kommenden Jahren weitere. Immerhin sei kürzlich „eine große Schaufel an Mitteln“ von der Bundesregierung zugesagt worden – 100 Millionen Euro. Davon würden auch zahlreiche hauptamtliche Kräfte eingestellt, die den Ehrenamtlichen Prüfaufgaben abnehmen. Eine Entlastung, über die sich der Hattinger THW-Chef sehr freut.

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