Hundekot

Tägliches Ärgernis beim Gassi gehen: Keine Beutelspender

Janine Holbeck auf dem Spaziergang mit ihrer Hündin Anni im Rauendahl in Hattingen

Janine Holbeck auf dem Spaziergang mit ihrer Hündin Anni im Rauendahl in Hattingen

Foto: Fischer

Hattingen.   Heute ist Tag des Hundes. Hattinger Hundebesitzer haben aber oft nichts zu lachen: Beutelspender gibt es nicht mehr. Mülleimer sind oft überfüllt

Keine Hundekotbeutelspender in der Stadt, zu wenig Mülleimer, um Hundekot zu entsorgen: So sehen viele Hundehalter die Situation in Hattingen. Und die vier Hundeklos wachsen langsam zu. Das kenne auch ich. Hier mein Erfahrungsbericht – unterwegs mit Hund.

Die Nase am Boden, kleine schnelle Schritte, einmal im Kreis drehen und zack: Meine Mischlingshündin Anni hat ihr Geschäft auf der Rauendahlstraße erledigt. Schnell greife ich zur mitgebrachten Tüte – denn Hundekotbeutelspender gibt es in Hattingen nicht mehr. Außerdem zu wenige Müllkörbe und die sind meist überfüllt.

Kürzlich auf dem Weg nach Hause sah ich das Paradebeispiel: Ein voller Hundekotbeutel, direkt neben einem Baum liegend. Naserümpfend ging ich weiter am Mülleimer vorbei, der natürlich bis zum Anschlag vollgestopft war. Leider kein Einzelfall.

Natur statt Hundetoilette

Die Hundetoiletten an der Bahnhofstraße, an Schreys Gasse, an der Roonstraße und die zwischen der Schul- und Talstraße stinken zum Himmel. Nicht schön für mich als Hundehalterin.

Also gehe ich immer hinaus in die Natur. Wichtig: vorher zu kontrollieren, ob ich Beutel habe. Denn ein vergessener Beutel wird schnell zur Misere. Aber: Trotz Beseitigung von Annis Hinterlassenschaften komme ich um mindestens einen herablassenden Blick nicht herum. Ich verstehe nicht, wieso Hundebesitzer beschimpft werden, wenn sie ihren Hund auf die Wiese machen lassen und dessen Hinterlassenschaften eintüten. Wo in Hattingen habe ich schon die Möglichkeit, ausgenommen auf der Hundewiese, sie ihr Geschäft verrichten zu lassen, ohne dabei einen komischen Blick oder einen blöden Spruch zu bekommen?

Mülleimer sind überfüllt

Mit meinem unangenehm riechenden Wegbegleiter, und damit meine ich nicht meinen Hund, sondern den gefüllten Beutel, den ich immer noch in meiner Hand halte, ziehe ich weiter. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich erst ein paar Minuten bis zum nächsten Mülleimer laufen muss. Erst einmal nicht weiter schlimm, liegt ja auf meiner Route. Allerdings bietet sich ein gewohntes Bild: Der Mülleimer an der Haltestelle Rauendahlstraße ist erneut unten geöffnet worden. Der ganze Müll liegt auf dem Boden verteilt. Und das ist bei uns leider schon fast Alltag geworden.

Umso lästiger in solchen Situationen oder generell für Leute, die ihren Müll entsorgen wollen. Aber auch gefundenes Fressen für die Menschen, die sich keine weitere Mühe machen. Und schon liegt der eine oder andere volle Kotbeutel mitten auf dem Fußweg. Manche werden sich vielleicht denken: „Wenigstens ist der Kot eingetütet worden“. Nichtsdestotrotz ist es beschämend für die Leute, die sich jedes Mal darum kümmern, die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners richtig zu entsorgen. Leider werden durch solche Einzelfälle oft alle über einen Kamm geschoren.

Was soll’s. Weiter geht die Reise auf der Suche nach einer Entsorgungsmöglichkeit. Und wer hätte es gedacht – am Ende werde ich sogar fündig. Drei Straßen weiter, am nächstgelegenen Mülleimer. Aber auch hier ist die Situation kaum besser: Beutel rein – Mülleimer voll. Ein Teufelskreis.

>>> Hundetoiletten werden nicht mehr gepflegt

  • Die vier Hundetoiletten der Stadt können aus Personalmangel nicht mehr gepflegt werden, so Stadtsprecher Griesohn-Pflieger. Diese freiwillige Leistung könne man angesichts der Finanzlage nicht mehr rechtfertigen und müsse sie einstellen.

  • Eine erneute Einführung von Hundekotbeutel-Spendern ist nicht geplant. Nach Missbrauch und Vandalismus wurden sie abgeschafft.

>>> Lesen Sie hier weiter:
Mülleimer werden zum Teil 14 Tage nicht geleert, ein neues Entsorgungssystem für Hattingen wurde abgelehnt.

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