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Swingerclub-Evakuierung: „Partys“ gibt’s trotz Ermittlungen

Die Evakuierung des Swingerclubs Steinenhaus in Hattingen hatte am Samstagabend für einen Großeinsatz gesorgt.

Die Evakuierung des Swingerclubs Steinenhaus in Hattingen hatte am Samstagabend für einen Großeinsatz gesorgt.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Nach Zusammenbrüchen im Swingerclub in Hattingen laufen die Ermittlungen der Polizei. Möglicherweise waren zu viele Personen im Steinenhaus.

Nach dem Großeinsatz der Feuerwehr und der Evakuierung des Swinger-Clubs im Steinenhaus in Hattingen am Samstagabend geht die Suche nach der Ursache für Unwohlsein und das Kollabieren einiger Gäste weiter. Swinger-Club-Inhaber Ralf Schwinn zweifelt jedoch an der Theorie, dass gefährliches Kohlenmonoxid die Probleme in seinem Club verursacht haben könnte.

Kohlenmonoxid-Verdacht, zwei Personen kollabieren

Zwei Menschen waren an dem Abend im dem „Pärchen- und Singleclub“ plötzlich kollabiert. Weil nach Angaben der Feuerwehr die CO-Warner des alarmierten Rettungsdienstes anschlugen, wurde Großalarm ausgelöst, der gesamte Club evakuiert. Insgesamt elf Menschen kamen mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel ins Krankenhaus.

Swinger-Club-Besitzer Ralf Schwinn zeigt sich am Montag von der Aufregung um seinen Club deutlich verärgert. „Bisher lief hier immer alles super. Da spricht niemand drüber.“ Dass Kohlenmonoxid der Grund für die Gesundheitsprobleme seiner Gäste waren, bezweifelt der Chef. „In den Räumen hat die Feuerwehr keine erhöhten Werte gemessen. Da gab’s nix.“

Erhöhte Werte im Blut

Feuerwehrsprecher Jens Herkströter bestätigt, dass ein Kohlenmonoxid-Warngerät angeschlagen hatte. Allerdings zeige dieses Gerät nicht die Menge des giftigen Gases an, sondern lediglich das Vorhandensein. Schon bei geringen Mengen könne sich Kohlenmonoxid aber negativ auswirken. Das beginne mit Bewusstseinseintrübungen und Unwohlsein.

Bei einer Frau, die kollabiert war, wurde auch im Blut ein erhöhter Kohlenmonoxidgehalt nachgewiesen, weiß Stadtsprecher Thomas Griesohn-Pflieger. Das könne aber zum Beispiel auch durch Zigaretten verursacht werden.

Swinger-Club Steinenhaus: Auf 995 Quadratmetern Platz für 299 Gäste

Weshalb der Warnmelder anschlug, ist weiter unklar. Die Nachuntersuchungen durch den Schornsteinfeger und die Stadtwerke Hattingen hatten keine Ergebnisse gebracht. „Wir gehen nicht davon aus, dass es dort ein bleibendes Problem gibt“, erklärt der Stadtsprecher. Entsprechend hatten die Behörden den Club noch in der Nacht wieder freigegeben.

Allerdings beschäftigt der Vorfall die Stadtverwaltung dennoch weiter: Man könne nicht ausschließen, dass zu viele Menschen im Steinenhaus waren. Nach Angaben des Club-Chefs waren am Samstagabend deutlich weniger als die von der Polizei zunächst gemeldeten 350 Menschen im Swingerclub. Genaue Zahlen möchte er nicht nennen. Auf einer Branchen-Seite gibt der Club an, auf seinen 995 Quadratmetern Platz für 299 Menschen zu haben.

Partys im Swingerclub laufen weiter

Laut Stadtsprecher sind die Räumlichkeiten nach der Versammlungsstätten-Verordnung nur für 199 Personen freigegeben. Wie viele Menschen sich am Samstag dort befunden haben, kann nicht mehr geklärt werden. Allerdings will die Stadtverwaltung künftig genauer kontrollieren, ob die Bestimmungen eingehalten werden. Es sei nicht gänzlich auszuschließen, dass auch zu viele Personen auf engem Raum zu dem Zwischenfall am Samstag geführt haben.

Im Swinger-Club läuft der Betrieb derweil weiter. So soll die für Mittwoch geplante Swingerparty ganz normal stattfinden. Mit Blick auf die aktuell laufenden Ermittlungen zeigt sich Ralf Schwinn entspannt: „Ich weiß auch nicht mehr als die Kripo. Ich habe denen alle meine Unterlagen gegeben. Nun warten wir ab.“

Polizei ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung

Die Ermittlungen der Polizei laufen. „Wir gehen derzeit noch von einem Betriebsunfall aus“, sagt Polizeisprecherin Sonja Wever. Es stünde der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung im Raum. „Der muss widerlegt oder eben bewiesen werden“, so Wever.

Die Ermittlungen seien sehr aufwändig, erklärt die Polizeisprecherin. In den Räumlichkeiten des Clubs könnten die Ermittler nichts mehr feststellen. Die Polizei versucht nun durch Befragungen der Gäste des Clubs, die aus ganz NRW angereist waren, weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

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