Knotenpunkt

Straßen.NRW bevorzugt Kreuzungsausbau in Sprockhövel

Straßen.NRW hat eine tiefgreifende Untersuchung zum Knotenpunkt vorgelegt. Eine Entscheidung steht noch aus.

Straßen.NRW hat eine tiefgreifende Untersuchung zum Knotenpunkt vorgelegt. Eine Entscheidung steht noch aus.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Die Erörterung um die Kreuzung Bochumer Straße in Sprockhövel geht weiter. Straßen.NRW plädiert für den Kreuzungsausbau

In einem komplexen und langwierigen Verfahren haben die Mitarbeiter von Straßen.NRW den Verkehrsknotenpunkt South-Kirkby-Straße/Bochumer Straße unter die Lupe genommen, die seit einiger Zeit als Unfallschwerpunkt feststeht. Grund dafür ist die völlig veraltete Ampelanlage, die eine Kompletterneuerung nötig macht.

Viele Parameter bei Untersuchung berücksichtigt

Thomas Schittkowski vom Straßenbaulastträger stellte im Ausschuss ihre Untersuchungsergebnisse eines beauftragten Bochumer Ingenieurbüros für die drei in Frage kommenden Varianten der Kreuzungserneuerung noch einmal vor, um den Fraktionen bei der Entscheidungsfindung zu helfen: Eine neue Signaltechnik steht zur Wahl, ein Turbokreisel und der konventionelle Kreisverkehr. Straßen.NRW bevorzugt nach Würdigung aller Parameter wie etwa Verkehrsablauf, Verkehrssicherheit, Verkehrsqualität (Stauvermeidung), Verkehrslärm, Luftschadstoffe, Radverkehr, Fußgänger den Ausbau der Kreuzung mit moderner Ampeltechnik.

Schulnoten für die Veranschaulichung

Den WAZ-Newsletter für Sprockhövel abonnieren - So geht sVorgestellt wurden Auswertungen einer wiederholt durchgeführten Verkehrszählung vor. Eingedenk dieser Zahlen und der Unfallbilder wurden Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten bewertet. Es gab Schulnoten zur besseren Veranschaulichung: Mit 4,5 schied der normale einstreifige Kreisverkehr aus und auch der Turbokreisel mit Bypässen kam lediglich auf die Note 3,3, der Kreuzungsausbau hingegen schnitt mit 3,1 etwas besser ab. „Das ist für uns die Grundlage, Ihnen eine gut ausgebaute und mit optimierter Lichtsignalanlage ausgestattete Kreuzung zu empfehlen“, warb Schittkowski.

Lärm und Licht

Nach der Vorstellung gab es breiten Raum für Diskussion. Der Zusammenhang von Lärm und Geschwindigkeit wurde thematisiert, Lärmemissionen seien bei geringerem Fahrtempo deutlich niedriger, bestätigte Schittkowski. „Durch die Bypässe des Turbokreisels rücken die fahrenden Autos jedoch auch deutlich näher an die Wohnbebauung heran und belästigen die Anwohner“, gab der Fachmann von Straßen.NRW zu bedenken. Auch das Thema Lichtverschmutzung beschäftigt manche Menschen aus Sprockhövel. Auch hier wieder ein Minuspunkt für den Turbokreisel: „Hier ist eine starke Ausleuchtung vorgeschrieben, bei der normalen Kreuzung besteht die Möglichkeit für die Stadtverwaltung, sie auch abzuschalten.“

Billiger schneller an Ziel?

Vor allem die Radfahrer würden nach Aussage der Fachleute von einer Kreuzung profitieren, aber auch die Kapazitätsreserven einer Kreuzung für Verkehrsschwankungen seien in die Betrachtung mit eingeflossen. Schittkowski betonte, dass wenn sich sein Votum für die Kreuzung durchsetze, nur ein Konfliktpunkt mit Unfallgefährdung bleibe. Kreisverkehre schaffen qualitativ bessere Verkehrsabflüsse, dafür seien sie jedoch nur schwer vereinbar mit Rad- und Fußverkehrswegen. Britta Altenhein von den Grünen brachte auch das Kostenargument. Ob es bei der Wahl der kostengünstigeren Variante die Einflussmöglichkeit gebe, dass das Projekt schneller umgesetzt werden könnte. „Wir bezahlen jede Variante und scheuen keine Kosten, sie spielen bei der Realisierung keine Rolle“, sagte Thomas Schittkowski.

Auf jeden Fall und unabhängig von der Entscheidung will Straßen.NRW Mitte Oktober mit der Aufrüstung der bestehenden Ampelanlage beginnen.

Politiker wollen Bürger mit einbeziehen

Der Verkehrsausschuss sah sich nicht in der Lage, eine Entscheidung für die favorisierte Kreuzungsausbau-Lösung zu fällen. Die Fachleute wurden vielmehr gebeten, ein drittes Mal vor dem Ausschuss zu sprechen.

Straßen.NRW wunderte das, alle Argumente und Ergebnisse seien doch vermittelt worden. Aus der Politik kam die Bitte, die Präsentation noch einmal in einer Bürgerversammlung vorzustellen.

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