Konkunkturumfrage

Stimmung bei den Hattinger Firmen bleibt positiv

Der Präsident der IHK Mittleres Ruhrgebiet, Wilfried Neuhaus-Galladé, setzt sich als IHK-Präsident für die Unternehmen in Bochum, Herne, Hattingen und Witten ein. Foto:Klaus Pollkläsener

Der Präsident der IHK Mittleres Ruhrgebiet, Wilfried Neuhaus-Galladé, setzt sich als IHK-Präsident für die Unternehmen in Bochum, Herne, Hattingen und Witten ein. Foto:Klaus Pollkläsener

Hattingen.  IHK-Konjunkturumfrage: 96 Prozent der Unternehmen in Bochum, Herne, Hattingen und Witten bezeichnen ihre Lage als gut oder zufriedenstellend.

Die meisten Unternehmen aus Bochum, Herne, Witten und Hattingen bewerten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend – mit 96 Prozent nochmals drei Prozent mehr als bei der letzten Konjunkturumfrage der IHK unter 27.000 Betrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistung,

8,7 Prozent der Unternehmen gingen laut Kammer vor einem Jahr davon aus, dass sich ihre Geschäftslage verschlechtern würde. Heute sagten dies 10,4 Prozent. Eine etwas stärkere Stimmungsschwankung lasse sich bei der Industrie feststellen: Vor einem Jahr erwarteten laut IHK nur vier Prozent eine schlechtere Geschäftslage – heute seien es knapp zehn Prozent. Hier wirkten sich die weltweiten Handelskonflikte und der bislang ungeordnete Brexit aus.

30 Prozent wollten mehr als zuletzt investieren

Obwohl die Konjunkturentwicklung einige Fragen aufwerfe, sei die Grundstimmung bei den Investitionsabsichten und beim Thema Beschäftigung weiter positiv. 30 Prozent wollten mehr als zuletzt investieren. Jedes fünfte Unternehmen gehe davon aus, seine Beschäftigtenzahl zu erhöhen, während nur gut sieben Prozent einen Stellenabbau für denkbar hielten. Gerade die Dienstleistungsbranche suche neue Arbeitskräften. Das größte Risiko sehen die Unternehmen (57 Prozent) laut Kammer im Fachkräftemangel.

Wilfried Neuhaus-Galladé, Präsident der IHK Mittleres Ruhr­gebiet, fordert untrerdessen eine größere Bereitschaft der Ruhrgebietsstädte, interkommunale Gewerbegebiete auszuweisen. „Wir nennen uns doch gerne Metropole Ruhr. Dann müssen wir auch gemeinsam handeln und nicht in Stadtgrenzen denken“, sagt er. Als Beispiel nennt er das alte Opel-Gelände in Bochum. „Da waren viele Städte eingebunden, Herne, Hattingen und auch Witten. Die Frage war: Kann man die Fläche als interkommunale Gewerbefläche entwickeln“. Die Stadt Bochum habe schließlich erkannt, „dass sie die Opelfläche selbst benötigt“.

Der „Gewerbeflächen-Schuh“ drückt

Auch der EN-Kreis habe versucht, eine gemeinsame interkommunale Gewerbefläche zu finden Dies sei bislang nicht gelungen. Weil in Städten wie Witten der „Gewerbeflächen-Schuh drückt“, wie es die IHK Mittleres Ruhrgebiet ausdrückt, mache man sich für interkommunale Gewerbegebiete stark, betont Handelskammer-Sprecher Jörg A. Linden.

Aus Sicht der IHK dürften Städte, die Unternehmen keine Gewerbeflächen anbieten können, nicht von der Entwicklung abgehängt werden. Daher müsse man in der Metropole Ruhr auch bereit sein zu sagen: „Gewerbeansiedlungen hören nicht an der Stadtgrenze auf.“

Dies, so Linden, sei auch äußerst wichtig im Wettbewerb mit anderen Regionen. „Wenn wir als Ruhrgebiet ein interessanter Standort sein wollen, haben wir ein großes Interesse daran, dass wir auch als Investitionsstandort erkannt werden.“ Wenn nur bestimmte Städte Flächen anbieten könnten, gebe es ein Ungleichgewicht.

Nicht eifersüchtig schauen

Wenn man zu der Verabredung kommen könnte, so Linden, dass es egal sei, ob ein Betrieb in Bochum, Hattingen oder Herne angesiedelt sei, „weil man sich darüber verständigt, dass eine Firma nicht nur dort Gewerbesteuer zahlt, wo sie sitzt, sondern in der Region oder in der Nachbarstadt, dann müssten die Kommunen nicht so eifersüchtig aufeinander schauen, wo ein Unternehmen hingeht“.

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