Orioniden

Sternschnuppen: Hattinger Astronom gibt Beobachtungs-Tipps

Michael Maucksch, Vorsitzender des Vereins Volkssternwarte Hattingen, gibt Beobachtungs-Tipps für den Sternschnuppen-Strom Orioniden. Sie sausen im Oktober über den Nachthimmel.

Michael Maucksch, Vorsitzender des Vereins Volkssternwarte Hattingen, gibt Beobachtungs-Tipps für den Sternschnuppen-Strom Orioniden. Sie sausen im Oktober über den Nachthimmel.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Die Orioniden machen es wahrscheinlich, im Oktober Sternschnuppen zu sehen. Man braucht aber auch Glück, sagt ein Hobby-Astronom aus Hattingen.

Nachdem der helle Mond die Nächte rund um den Höhepunkt des prominenten Sternschnuppenstroms Perseiden gestört hat, bietet sich mit den Orioniden nun die nächste Möglichkeit funkelnde Wunscherfüller am Abendhimmel zu sehen. „Die ziehen sich durch den ganzen Oktober durch“, erläutert Michael Maucksch, Vorsitzender des Vereins „Volkssternwarte Hattingen“.

Elfringhauser Schweiz ist ein guter Ort für Sternschnuppen

Trotzdem bleibe das Entdecken Glückssache: „Sie können Glück haben, kommen raus und sehen eine. Oder sie gucken eine Stunde in den Himmel und sehen nichts“, fasst Maucksch die Realität zusammen. „Der Vorteil der Meteorströme ist, dass sie über einen längeren Zeitraum zu sehen sind.“ Das erhöht die Wahrscheinlichkeit eine Sternschnuppe zu erwischen. Denn es braucht die richtigen Rahmenbedingungen.

„Der beste Ort ist da, wo es ganz duster ist“, erläutert Maucksch. „In Hattingen am besten in der Elfringhauser Schweiz.“ Hierbei gilt: je dunkler, desto besser. „Ab dem Moment, in dem es ganz dunkel ist, können Sie ihr Glück versuchen“, sagt der Hobby-Astronom. Allerdings nur, wenn es nicht bewölkt ist.

Orioniden sind ein eher mäßiger Sternschnuppenstrom

Ihr Maximum erreichen die Orioniden am heutigen Mittwoch, 21. Oktober. Fünf Tage vorher war Neumond, und bis zum nächsten Vollmond dauert es noch zehn – der Trabant wird also nicht stören. Bis zu 25 Sternschnuppen sausen dann – statistisch – in einer Stunde über den Himmel. Eher schwach, sagt Maucksch – bedeute es doch umgerechnet etwa alle zwei Minuten eine Sternschnuppe. „Stark sind sie ab hundert pro Stunde.“

Ihren Namen bekommen die Ströme nach Sternbildern. Im Fall der Orioniden sieht es aus, als ob sie vom Sternbild Orion ausgingen, bei den Leoniden wirkt das Sternbild Löwe wie das vermeintliche Zentrum und die Geminiden scheinen im Sternbild Zwilling zu entspringen. „Man kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, indem man so grob in die Richtung guckt“, meint Maucksch.

Staubspur des Halleyschen Kometen

Eigentlich aber handelt es sich um Staubspuren, die ein Komet im All hinterlassen hat. Im Fall der Orioniden war es der Halleysche Komet – offiziell: 1P/Halley. Zuletzt kam er im Jahr 1986 an der Erde vorbei. Seine Spur ist noch immer da und jedes Jahr fliegt die Erde hindurch. Dank günstiger Umlaufbahnen sogar zwei Mal: einmal im April/Mai und einmal im Oktober.

„Die Spur ist in der Mitte konzentrierter und wird nach außen hin immer dünner“, erklärt Maucksch, der nicht nur Hobby-Astronom sondern auch Chemie- und Physiklehrer ist. Je nachdem, wie die Erde die Kometenspur nun passiert, sind mehr (mitten durch) oder weniger (eher am Rand) Sternschnuppen zu sehen.

Außer selbst in den Himmel zu schauen, gibt es auch die Möglichkeit Bilder von den Sternschnuppen zu machen. „Mit einer Handykamera funktioniert das aber nicht“, sagt Maucksch, mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera und Weitwinkelobjektiv hingegen schon: Auf einen Punkt ausrichten, sehr lange belichten „und dann hoffen, dass eine dabei ist“.

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