Geröll-Lawine

Steinschlag: Hang über Wanderweg in Blankenstein rutscht ab

Eine Mutter mit ihrem Sohn an der Stelle, wo eine Geröll-Lawine in der Nacht zum 17. Oktober am Übergang zum Bootshaus in Blankenstein abgegangen ist.

Eine Mutter mit ihrem Sohn an der Stelle, wo eine Geröll-Lawine in der Nacht zum 17. Oktober am Übergang zum Bootshaus in Blankenstein abgegangen ist.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Steine sind in Hattingen auf einen Fußgängerweg gekracht. Obwohl es nicht das erste Mal ist, wurde der Hang an der Ruhr bisher nicht gesichert.

Steinschlag in Blankenstein: Am Hang gegenüber des Rudervereins sind in den vergangen Tagen erhebliche Gesteinsmassen abgerutscht und auf den Fußweg zwischen Blankenstein und Welper gekracht. Es ist nicht das erste Mal, dass hier Steine herabstürzen – bisher ist der Hang aber ungesichert.

Baum stürzt um, Weg verschüttet

Es sind nicht nur ein paar Schieferbrocken, die auf dem Weg nahe des Rudervereins liegen. Dieses Mal ist der gesamte Weg mit dem scharfkantigen Gestein zugeschüttet. Ein vertrockneter Baum im oberen Teil des Hangs ist nach den Regenfällen der vergangenen Tage abgerutscht und riss Teile des Gesteins mit sich.

„Der Wald ist vom Holz her total überaltert. Da fallen die Bäume schon ohne Sturm um“, weiß Dirk Brockhaus, Hauswart des Rudervereins Blankenstein, der seinen Sitz am Fuße des Hangs hat. Dass Steine auf dem Weg landen, meist kleinere Brocken als jetzt, sei gerade bei Wetterwechseln immer wieder vorgekommen. „Auf der Blankensteiner Seite kamen dieser Tage aber auch ganz dicke Steine herunter.“ Bisher wurde zum Glück niemand von herabstürzendem Gestein verletzt.

Bisher keine Sicherung

Immer wieder melde Brockhaus die Vorkommnisse. Zuständig für das Gelände ist die Touristik Eisenbahn Ruhrgebiet GmbH (TER), die zum Regionalverband Ruhr gehört. Deren Geschäftsführer Bernd Haber­hausen berichtet selbst davon, dass hier immer wieder „Schiefer runterkommt“. „Vor Jahren ist auch ein Stück der Böschung weggebrochen“, sagt er.

Sicherungsmaßnahmen für den Hang hat es bisher dennoch nicht gegeben. „Weil das richtig Geld kostet“, vermutet Dirk Brockhaus. Wolle man die Stelle richtig sichern, „müsste man Bäume wegnehmen und den Hang abfangen mit Netzen“, überlegt der Hauswart des Rudervereins.

Weg bleibt geöffnet

Die aktuelle Abbruchstelle hat sich Bernd Haberhausen am Freitag angeschaut. Er will nun den Auftrag erteilen, das Gestein wegzuräumen. Das soll spätestens Anfang nächste Woche passieren. „Damit die Leute dort wieder vernünftig langgehen können.“ Es soll auch geprüft werden, ob die Gefahr besteht, dass noch mehr abrutscht.

Bis dahin bleibt der Blankensteiner Hang ungesichert und der Weg darunter frei zugänglich. „Ich sehe im Moment keine Notwendigkeit, dort abzusperren“, sagt Haber­hausen.

Keine unmittelbare Gefahr erkannt

Die Stadt Hattingen hat sich auch ein Bild von der Lage gemacht. Handlungsbedarf sieht die Verwaltung aktuell aber auch nicht, da man zwar über die Steine gehen müsste, der Weg aber grundsätzlich weiter zugänglich sei. Einige Passanten seien dennoch lieber wieder umgekehrt, berichtet Brockhaus.

Auch wenn das Grundstück nicht der Stadt gehört, hätte sie grundsätzlich die Möglichkeit, einen Eigentümer zu Sicherungsmaßnahmen zu verpflichten, wenn eine unmittelbare Gefahr besteht. An dieser Stelle wurde die Situation bisher nicht so eingeschätzt.

Anlangen werden kontrolliert

„Am liebsten hätte ich, wenn noch mehr runtergekommen wäre“, sagt Brockhaus und erklärt: „Wenn etwas auf der Schiene landet, dann wird auch was gemacht.“

Die TER kontrolliert ihre Anlagen regelmäßig, erläutert deren Geschäftsführer. Untersucht würden Bauwerke, also Mauern, Tunnel, Brücken, und auch Erdbauwerke über die Schienen laufen. „Alles, was direkt mit der Bahn zu tun hat.“ Aber auch den Hang in Blankenstein habe man im Blick. Schief stehende Bäume würden auf ihre Standfestigkeit geprüft. Haberhausen sagt: „Wenn dort oben mal etwas umfällt, ist es ja auch nicht schlimm, solange es oben liegen bleibt.“

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