HOCHWASSER

Stein in Hattingen erinnert an drei Ruhr-Hochwassermarken

Den Gedenkstein an gleich drei Ruhr-Hochwassermarken hat Steinmetz Herbert Plett (l.) am neuen Standort nahe der Straße Am Wallbaumbefestigt - zur Freude von (v. l.) Solveig Holste, Jens Hendrix, Lars Friedrich und Jürgen Uphues.

Den Gedenkstein an gleich drei Ruhr-Hochwassermarken hat Steinmetz Herbert Plett (l.) am neuen Standort nahe der Straße Am Wallbaumbefestigt - zur Freude von (v. l.) Solveig Holste, Jens Hendrix, Lars Friedrich und Jürgen Uphues.

Foto: Fischer

hattingen.   1966 erschaffene Steele steht nun an der Rad- und Fußgänger-Zuwegung zur Ruhrbrücke nahe „Am Wallbaum“ in Hattingen. Sie erinnert ans Hochwasser.

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20 Jahre lang hat die Stadt den Gedenkstein an den Stand des Ruhrhochwassers in einem Keller eingelagert, jetzt steht das 200 Kilo schwere Objekt wieder in unmittelbarer Flussnähe. Und ist an neuem Standort – an der Rad- und Fußgänger-Zuwegung zur Ruhrbrücke nahe der Straße „Am Wallbaum“ – für jedermann sichtbar.

Die Anregung, den jahrelang aus dem öffentlichen Raum verschwundenen Stein wieder aufzustellen, stammt vom Heimatverein Hattingen/Ruhr um dessen Vorsitzenden Lars Friedrich. Der hatte anlässlich des 75. Jahrestages der Möhne-Katastrophe vom 16./17. Mai 1943 bei Baudezernent Jens Hendrix darum geworben, den Hochwasserstein, der 1998 im Zuge des Baus der neuen Hattinger Ruhrbrücke abmontiert worden war, im Gewerbe- und Landschaftspark Henrichshütte wieder aufzustellen. In Flussnähe. Zur Erinnerung „an die tragische Gewalt der Ruhr“.

Bomber zerstörten die Staumauer der Möhne-Talsperre

Genau genommen an die Hochwasser-Stände in den Jahren 1890, 1909 – und 1943, als der Wasserstand der Ruhr infolge der Möhne-Katastrophe fast neuneinhalb Meter über dem heutigen Pegelnullpunkt (60,38 Meter über Normalnull) lag.


In heller Mondnacht hatten damals, am 16. Mai 1943, britische Bomber die Staumauer der Möhne-Talsperre zerstört. Unvorstellbare Wassermaßen stürzten daraufhin ungebremst ins Tal von Möhne und Ruhr, hinterließen eine Spur der Verwüstung. Am Vormittag des 17. Mai, zwischen 11 und 14 Uhr, erreichte die große Flut im Ruhrtal bei Hattingen dann mit 69,84 Metern über Normalnull ihren Höchststand.

Hochwasser durch Starkregen und Schmelzwasser

Im Gegensatz zu dieser Katastrophe seien die Ursachen für die Hochwasser 1890 und 1909 „Starkregen und Schmelzwasser gewesen“, sagt Denkmalpfleger Jürgen Uphues. Und fügt hinzu: 1890 habe die Ruhr mit 68,98 Metern über Normalnull gut achteinhalb Meter über dem heutigen Pegelnullpunkt gelegen, was dem bisher höchsten durch natürliche Umstände gemessenen Wasserstand entspreche.

Der neue Standort für die knapp zwei Meter hohe Steele wurde übrigens eigens so gewählt, dass sie auf dem gleichem Höhenniveau steht wie zur Zeit der Erstaufstellung – etwa acht Meter über Flusshöhe. 1966 war der Gedenkstein noch an der Bochumer Straße gegenüber Haus Wallbaum platziert worden. Durch den Bau des Brückendamms habe sich indes das Bodenniveau derart gravierend verändert, dass dieser Standort nicht mehr in Frage kam, so Hendrix.

Enkel des Erschaffers montierte Stein

Der neue ist aber alles andere als zweite Wahl: Regelmäßig kommen hier Bürger auf zwei Beinen oder zwei Rädern vorbei, werfen einen Blick auf den neu aufgestellten Gedenkstein. So wie Steinmetz-Meister Herbert Plett, der beim Betrachten des Steins regelmäßig an seinen Großvater Alfred Uhlig erinnert wird. Uhlig nämlich hatte ihn einst gestaltet, wie Plett jüngst von Uphues erfuhr. Den Auftrag, den alten Stein am neuen Standort zu montieren, hatte er da bereits erhalten.


>>> DIE MÖHNE-KATASTROPHE

  • In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 zerstörten britische Lancaster-Bomber die Staumauer der Möhne-Talsperre. Mehr als 130 Millionen Kubikmeter Wasser stürzten mit unvorstellbarer Gewalt ins Tal von Möhne und Ruhr. Im Ruhrtal zwischen Neheim und Essen starben in Folge der Flutwelle 1579 Menschen.

  • In Hattingen ertrank ein Helfer.

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