Landwirtschaft

Stall für 24000 Hennen geplant

Huehner im Stall.

Foto: WAZ FotoPool

Huehner im Stall. Foto: WAZ FotoPool

Hattingen.   Die Verwaltung der Stadt Hattingen beurteilt die detaillierten Pläne. Keine planungsrechtlichen Bedenken. Standort soll am Berger Weg 4 im Hügelland sein.

24 000 Hennen sollen – wie berichtet – in Zukunft am Berger Weg gackern, geht es nach dem Eigentümer des Grundstückes Berger Weg 4. Das ist die Adresse des Hofes Schürmann. Jetzt liegen den Stadtverordneten detaillierte Pläne für den Bau vor, denn der geplante Stall ist Thema im Stadtentwicklungsausschuss.

Ein Stallgebäude, vier Futtersilos und eine Kotverladehalle sowie ein Konfiskat-, also Schlachtabfalllager sind vor knapp zwei Jahren beantragt worden. Der Stall mit Satteldach selbst soll über 112 Meter und über 24 Meter breit sein. Es soll acht Abschnitte für je 3000 Hühner geben. Fassade und Dacheindeckung sind aus grünen Sandwich-Elementen geplant.

Zehn Meter hoher Kamin

Die Abluft soll über eine mechanische Belüftungsanlage mit Abluftventilatoren und einem zehn Meter hohen Kamin abgeführt werden. Das Gebäude würde an höchster Stelle gut sechs Meter hoch. Die vier Silos könnten je knapp zehn Meter hoch werden. Gut 45 Quadratmeter Grundfläche sind für die Kotverladehalle veranschlagt. Stellung nehmen zu den Plänen wollten die Hofinhaber gegenüber der WAZ nicht.

Planungsrechtliche Bedenken jedenfalls hat die städtische Verwaltung nicht. Aber: Der Stall sei vom Berger Hof aus einsehbar, heißt es in der Beurteilung. Um die touristische Attraktivität zu erhalten, soll laut Vorlage „der Eingriff ins Landschaftsbild minimiert werden“. Der Vorschlag: eine extensive Dachbegrünung.

Nur zur Kenntnis nehmen sollen die Stadtentwicklungsausschuss-Mitglieder die Ausführungen, denn auch der Kreis muss sich mit dem Vorhaben befassen: Ab einer Größe von 15 000 Hühnern greift das Bundes-Immissionsschutzgesetz. Darum ist der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde des EN-Kreises mit im Boot. Das Planungsrecht allerdings liegt bei der Stadt. Die Prüfung des Bundes-Immissionsschutzgesetz-Antrages durch die Untere Bauaufsichtsbehörde der Stadt ist noch nicht abgeschlossen. Da der Stall abseits öffentlicher Straßen liegt, ist noch nicht klar, ob die Erschließung gesichert ist. Auch der Brandschutz sei noch nicht hinreichend nachgewiesen. Ein Geruchs- und Ammoniakgutachten liegt zwar vor, aber gefordert wird noch die Prüfung, ob der Stall mit dem Berger Hof als Garten- und Speisewirtschaft vereinbar ist, heißt es seitens der Verwaltung.

„Höchst unerfreulich“ nennt Frank Staacken, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, das Vorhaben. Nicht nur, dass es nicht zur touristischen Nutzung des Hügellandes passe, auch hinsichtlich des Tierschutzes hegt er Bedenken. „Und Geruchsbelästigung gibt es bei so großen Hühnerställen immer“, ist er überzeugt. Die Dimensionen des Stalls ließen sich nicht mit einem Grasdach optisch kaschieren. Er will den Stall verhindern, eventuell mit Hilfe der Kreis-Grünen.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (14) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik