Kultur

Stadtbibliothek entwickelt sich zu einem Lerntreffpunkt

Edita Lehmann (49) lernt in der Stadtbibliothek in Hattingen für ihre Abschlussprüfung. Sie absolviert ein Fernstudium Case Management.

Edita Lehmann (49) lernt in der Stadtbibliothek in Hattingen für ihre Abschlussprüfung. Sie absolviert ein Fernstudium Case Management.

Foto: Walter Fischer

Hattingen.   Vor zehn Jahren zog die Stadtbücherei in das Reschop Carré in Hattingen. Seitdem hat sich das Verhalten der Nutzer sehr stark verändert.

„Wir hatten mal einen 93-jährigen Leser, der sich zwei Stunden lang die Onleihe Ruhr hat erklären lassen. Da soll mal noch einer sagen, dass sich ältere Leute nicht mit dem Internet auseinandersetzen können“, erzählt Bernd Jeucken eine Anekdote aus zehn Jahren Stadtbibliothek im Reschop Carré.

Am 15. Mai 2009, sechs Wochen nach der Einweihung des Einkaufszentrums, wurde die Stadtbibliothek von der damaligen Bürgermeisterin Dagmar Goch eröffnet.

Genaue Erinnerung an die Nachtschichten beim Einzug

Jeucken kann sich noch gut an die Zeit vor dem Einzug erinnern: „Wir haben einige Nachtschichten eingelegt, um alles zu schaffen. Zusammen mit den Parkflächen wurden unsere Räumlichkeiten als letztes fertig.“ Es würden auch noch Bilder von den letzten Zügen der Arbeiten existieren, berichtet der Bibliotheksleiter und schiebt nach: „Es war vielleicht auch gut, dass wir erst später eröffnet haben. So waren wir nicht eine Anlaufstelle unter vielen.“ Als „Aufstieg in eine andere Liga“ bezeichnet er den Umzug in den neuen Standort.

Das Publikum habe sich im Laufe der Jahre nicht wesentlich verändert. Es sei möglicherweise etwas jünger geworden. „Die Gesellschaft ist generell ja bunter geworden“, meint Jeucken, „manche kommen auch nur hierhin, um im Internet zu surfen.“

Schüler und Studierende pauken in der Bibliothek

Gleichwohl habe er eine deutliche Zunahme an Schülern und Studierende registriert, die sich vor allem in der Prüfungsphase treffen und gemeinsam lernen würden. „Die Stadtbibliothek hat sich in dieser Hinsicht zu einem Treffpunkt entwickelt“, sagt Jeucken.

Brigitte Schulz kann diesen Worten nur zustimmen. „Ich habe schon oft gesehen, dass alle Plätze für Gruppenarbeiten von Schülern belegt waren“, verrät die Vorsitzende des Freundeskreis der Stadtbibliothek, die ebenso beobachtet hat, dass ältere Menschen in das Ausleihzentrum gehen, um einfach nur Zeitung zu lesen.

Polit- und Sportprominenz ist zu Gast im Reschop Carré

Neben Peer Steinbrück und Armin Laschet gastierte auch die Sportprominenz in der zweiten Etage des Carrés. „Der Fußballer Uli Borowka war anlässlich einer Lesung da. Genauso wie die Sportreporter Werner Hansch und Ulli Potofski“, führt Bernd Jeucken aus, der sich gleichzeitig für die finanzielle Unterstützung der Sparkasse Hattingen bedankt und seinem seit zehn Jahren nahezu unveränderten Mitarbeiterstamm ein großes Lob für die geleistete Arbeit ausspricht.

Auch wenn die Ausleihzahlen wie überall rückläufig seien, müsse, so Jeucken, die Stadtbibliothek zukünftig ein Forum zum Austausch werden. „Die meisten Bürger sind stolz auf die Stadtbibliothek. Das hört man natürlich gerne“, äußert er sich glücklich.

Feier mit Lese-Starter-Party, Kabarett und Muffins

Die Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen am Mittwoch, 15. Mai, würden jedoch eher klein und bodenständig ausfallen. Es werde zwei Veranstaltungen geben, ehe man am Tag danach, Donnerstag, 16. Mai, die Leser zu Kaffee und Muffins einlädt.

Am Mittwoch, 15. Mai, findet morgens die Lese-Starter-Party für insgesamt 400 Schulkinder in der Stadtbibliothek statt, die von der Sparkasse Hattingen finanziert wird. Am Abend ist die Kabarettistin Esther Münch alias Waltraud Ehlert mit ihrem Programm „Verstecken gildet nicht“ zu Gast. Dafür wird es ungefähr 40 Plätze geben. Der Eintritt kostet 14 Euro.

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