Stadtpolitik

Stadt Hattingen will das ehemalige O&K-Gelände kaufen

Die Verwaltungsspitze der Stadt Hattingen: Bürgermeister Dirk Glaser, Erste Beigeordnete Christine Freynik, Kämmerer Frank Mielke und Baudezernent Jens Hendrix während der Ratssitzung.

Die Verwaltungsspitze der Stadt Hattingen: Bürgermeister Dirk Glaser, Erste Beigeordnete Christine Freynik, Kämmerer Frank Mielke und Baudezernent Jens Hendrix während der Ratssitzung.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Die Entwicklung des alten O&K-Geländes kommt nicht voran. Jetzt will die Stadt Hattingen es kaufen. Was Bürgermeister Glaser zudem angehen will.

Der Stillstand bei der Entwicklung des ehemaligen O&K-Geländes an der Nierenhofer Straße sorgt bei der Stadtspitze für Frust. „Außer der neuen Polizeiwache hat sich ja noch nichts getan“, bilanziert Bürgermeister Dirk Glaser bei seiner Eröffnungsrede vor dem neuen Rat. Deshalb will die Stadt dass 100.000 Quadratmeter große Grundstück jetzt selbst kaufen.

Fest steht bereits, dass die Stadt das Verwaltungsgebäude auf dem Areal übernehmen wird und seine Mitarbeiter etwa von der Bahnhofstraße an die Nierenhofer Straße versetzt . Der Vertrag soll im Dezember unterschrieben werden.

Pläne für die Übernahme sollen 2021 vorgestellt werden

Die Pläne für die Übernahme der kompletten Industriebrache sollen Anfang des nächsten Jahres den politischen Gremien vorgestellt werden, kündigt Glaser an.

Vor einem Jahr hatte die Cording Real Estate Group als Inhaberin noch ihre Vorstellungen für die Entwicklung vorgestellt . Ein Vier-Sterne-Hotel solle kommen, ein Gesundheitscampus, Autohäuser und Kleingewerbe. Doch schon das vorgestellte Verkehrsgutachten wies eklatante Mängel auf, weil es stadtbekannte Gegebenheiten nicht berücksichtigt hat, etwa den Umzug der Stadtverwaltung.

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Dirk Glaser stellt in seiner Rede Herausforderungen für seine zweite Amtszeit vor, „aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit“. An erster Stelle nennt er die Corona-Pandemie, es folgt „das weltweit wichtigste Thema Klimaschutz“ und die Mobilität („Im nächsten Jahr bekommen wir einen Mobilitätsmanager“). Sauberkeit, Grünpflege und Sicherheit liegen ihm am Herzen, „und wir müssen ein Augenmerk auf unsere Kleinen und Kleinsten legen – Bildung!“

Trotz der Übertragung des Kanalgeschäfts an den Ruhrverband, die rund 110 Millionen Euro ins Stadtsäckel spült, bleibe die finanzielle Situation angespannt. Steuererhöhungen sind für ihn kein Thema. Denn: „Wir sind immer noch eine Stadt mit einem der höchsten Grundsteuersätze.“

Weiter aktiv im Bündnis „Für die Würde unserer Städte“

Um die monetäre Lage zu verbessern, will sich Dirk Glaser weiter aktiv im Bündnis „Für die Würde unserer Städte“ einbringen. Er ist einer von fünf Sprechern dieses Zusammenschlusses von 70 klammen Kommunen. „Förderprogramme von Bund und Land sind gut und schön, aber sie sind keine dauerhafte, keine echte Lösung“, kritisiert er.

Zum Abschluss richtete er noch ein persönliches Anliegen an die nun 48 Ratsmitglieder und an die Öffentlichkeit: „Gerade in der Zeit von demokratiekritischen Entwicklungen bitte ich um Stärkung von internationalen Patenschaften“. Schulen und Ehrenamtler würden dies bereits leben, Beobachter hören auch den Wunsch nach einer Städtepartnerschaft heraus. Glaser wirbt für „Toleranz und ein freundschaftliches Miteinander“.

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