Kochbuch

Sprockhövelerin legt Lebensbilanz aus der Küche vor

Gisela Wassen aus Sprockhövel präsentiert ihr eigenes Kochbuch. Drei Jahre lang hat sie daran gearbeitet.

Gisela Wassen aus Sprockhövel präsentiert ihr eigenes Kochbuch. Drei Jahre lang hat sie daran gearbeitet.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Gisela Wassen aus Sprockhövel hat immer gerne für die Familie gekocht. Ihren reichen Schatz an Rezepten legt sie nun als Buch vor.

Wo mehrere Menschen zusammenleben, den gemeinsamen Alltag organisieren und Arbeit teilen, entstehen über die Jahre Erfahrungswissen und Fertigkeiten, die im günstigen Fall später mündlich an nächste Generationen weitergegeben werden. Das Kochen ist so ein Beispiel. Die Haßlinghauserin Gisela Wassen hat ihre Kenntnisse an Topf und Pfanne in einem Kochbuch zusammengefasst, das eine Hilfe für jedermann und jederfrau sein kann.

Immer offen für Tipps von anderen

Die Landesbedienstete im Ruhestand bringt natürlich eine Eigenschaft mit, die Voraussetzung ist für ihre kleine Meisterschaft in der Küche: „Ich habe immer schon gerne gekocht und war offen für Tipps von anderen, die manches einfach besser oder schlicht raffinierter konnten als ich“, berichtet die 73-Jährige. „Ganz klassisch: Omas Heringssalat war in der Familie Legende, das Rezept habe ich entsprechend gerne übernommen.“ Darüber hinaus gab bei ihr daheim mit Ehemann Jürgen und zwei Kindern, später kamen auch noch Enkel hinzu, immer dankbare Abnehmer für die Kreationen, die dampfend und duftend unter ihren Händen entstanden.

Alltags- und Festtagsküche gleichermaßen

Weiter zu ihrer ganz persönlichen Kochkunst trug das Leben an sich mit den vielen Anlässen und Alltäglichkeiten bei. „Da muss es manchmal mittags oder abends ganz schnell gehen oder es sind nur wenige Rohstoffe im Haus“, sagt Gisela Wassen. Und trotzdem muss nach Möglichkeit etwas Leckeres und gleichzeitig Gesundes auf den Tisch. Dann aber auch die vielen Feiern wie Geburtstag, Hochzeit, Beerdigung; auch hier gibt es Anforderungen an Maitre oder Maitresse de la Cuisine, wo hohe Erwartungen aus Konventionen erfüllt werden wollen.

Zuerst Idee für Familienalbum

„Irgendwann machte ich mir klar, dass es bereits mindestens hundert Rezepte waren, die ich abrufbar hatte“, berichtet die Haßlinghauserin. Ein buntes Sammelsurium an Gerichten der bürgerlichen Küche, aber zunehmend auch Kulinarisches der internationalen Küche. „Es wäre doch schade, dieses Wissen eines Tages einfach mit ins Grab zu nehmen“, findet Gisela Wassen. Und so schrieb sie zunächst einmal alles auf, um es den Kindern als „Familienalbum“ weiterzugeben. Während der oft mühseligen Dokumentation des Kochwissens in Form von Rezepten und Anweisungen – vieles war ja vorher nur im Kopf festgehalten -- entstand dann aber die Idee bei Gisela Wassen, gleich ein richtiges Kochbuch zu schreiben.

Ehemann machte die Fotos

Die Grundidee ist die: Wer weiß heute noch, wie eine Erbsensuppe gekocht wird? Oder der beliebte Sonntagsbraten, das feurige Gulasch? Auch bei einem durchschnittlichen Kartoffelsalat kann man eine Menge falsch machen. Und mancher wüsste doch gerne einmal, auf welchem Wege der Sauerbraten sauer wird. Ein Großprojekt, wie sich zeigen sollte. Zwar war bald ein Verlag in Hamburg dafür gefunden, aber ohne ansprechende Fotos zu jedem Gericht geht Kochbuch nun mal nicht. „Da musste ich einspringen“, sagt Jürgen Wassen. Drei Jahre Arbeit stecken am Ende in dem Buch mit dem Titel „Gerichte für alle Anlässe. Mit Liebe zubereitet und dekorativ serviert“, erschienen im Verlag tredition.

Kein Gericht mit Pommes frites

„Die wenigsten Beiträge darin sind Überlieferungen aus den Familien“, berichtet Gisela Wassen. Vielmehr ist das Druckwerk gleichsam die Koch- und Backbilanz ihres Lebens. „Und darauf bin ich stolz“, sagt sie mit dankbarem Blick zu Ehemann Jürgen, der ihr über die Erarbeitungszeit fotografierend und organisierend zur Seite gestanden hat. Immerhin hat er auch ein paar eigene Gerichte beisteuern können, „Couscous a la Jürgen“ etwa, er lacht.

Nur eine Art von Gericht wird der interessierte Leser bei Gisela Wassen nicht finden: „Pommes frites hat es bei mir nicht gegeben!“ Besonders stolz sind die Kinder der Wassens auf die Leistung ihrer Eltern; das Buch, das diese Seite für Seite auch selbst layoutet und dann an den Verlag geschickt haben, ist mit einer ISBN-Nummer in jeder Buchhandlung und auch über die großen Online-Händler zu kaufen.

Viele Fotos in dem Kochbuch

Das Buch von Gisela Wassen hat die ISBN-Nummer 978-3-7497-1938-9 und hat 160 reich bebilderte Seiten und kostet 32 Euro. Der Preis erklärt sich durch die große Anzahl von Fotografien, die die Herstellungskosten steigern.

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