Wahlprüfsteine

Sprockhövel: Reformbedarf bei Bücherei und Musikschule

Bücherei und Musikschule finden alle Politiker wichtig. Aber modern sollen sie sein.

Bücherei und Musikschule finden alle Politiker wichtig. Aber modern sollen sie sein.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Die WAZ hat zur Kommunalwahl die sechs Parteien zu sieben Themenbereichen befragt. Heute geht es um wichtige wie teure kulturelle Einrichtungen

Sowohl Stadtbücherei wie auch die städtische Musikschule zählen zu den so genannten freiwilligen Leistungen, die die Kommune für ihre Bürger unterhält, ohne dass sie dazu gesetzlich verpflichtet wäre. Obwohl Sprockhövel seit Jahren zu den Stärkungspaktkommunen zählt, leistet sie sich beide Einrichtungen. Voraussetzung ist jedoch das Bekenntnis der Ratsfraktionen dazu. Steht die Politik am Vorabend der Kommunalwahl noch zu den durchaus kostspieligen Kultureinrichtungen?

SPD

Kein Zweifel, sagt die SPD, die sich auch für notwendige Modernisierungsmaßnahmen und zusätzliche, zeitgemäße Angebote einsetzen will. Die Sozialdemokraten verweisen auf ihr zusammen mit FDP und WfS auf den Weg gebrachtes Entwicklungskonzept für die Stadtbücherei mit Bürgertreff, Gastronomie und Spielmöglichkeiten. Auch die Musikschule benötigt nach Ansicht der SPD demnächst eine Weiterentwicklung des Angebotes.

CDU

Auch von der CDU gibt es ein klares Bekenntnis zu beiden Einrichtungen. Aber ebenso wie die SPD besteht die CDU darauf, beide Institutionen den heutigen Bedürfnissen der Menschen anzupassen. Dafür benötige es neue Konzepte, die der heutigen Mediennutzung entspreche. Auch die Musikschule soll in ihrem Fortbestand gesichert werden.

Bündnis 90/Grüne

Für eine Stadt der kurzen Wege sind zwei Standorte der beiden Einrichtung notwendig, finden die Grünen. Die Bücherei brauche analog und digital ein attraktives Medienangebot und ansprechende Räume. Die Leseförderung müsse verbessert werden. Und bei der Musikschule sei es geboten, das erhebliche jährliche Defizit zu senken.

FDP

Die Liberalen beklagen, dass Bücherei und Musikschule unter mangelnder Attraktivität und geringer Nachfrage leiden. Das müsse durch die Zusammenführung mit anderen öffentliche Angeboten, etwa den Sport, geschehen. Eine Erweiterung durch Gastronomie und Veranstaltungen könnten mehr Nutzer anziehen.

MiS „Miteinander in Sprockhövel“

Auch die freien MiS-Wähler sprechen die hohen Kosten der Musikschule an und fragen, ob das nicht auch ein privater Dienstleister anbieten könne. Zwar gelte, dass die Beschäftigung mit Smartphones die digitale Demenz fördere, da müsse gegengesteuert werden. Musik und Bücher seien da durchaus wichtig und verdienen Förderung, sagt die MiS. Die Bücherei müsse jedoch ungeachtet dessen der digitalen Entwicklung Rechnung tragen.

WfS „Wir für Sprockhövel“

Die freien Wähler der WfS bekennen sich zum Angebot von Musikschule und Bücherei, fordern aber auch, die Kosten im Blick zu behalten, die eine Finanzierung ohne Steuererhöhung möglich macht. Die Wählergemeinschaft könnte sich vorstellen, eine interkommunale Zusammenarbeit anzustreben.

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