Wahlprüfsteine

Sprockhövel: Parteien wollen Kita in zentraler Lage

Außenansicht der Hybridcontainer für die Übergangs-Kita der Arbeiterwohlfahrt an der Straße Hoppe in Haßlinghausen.

Außenansicht der Hybridcontainer für die Übergangs-Kita der Arbeiterwohlfahrt an der Straße Hoppe in Haßlinghausen.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Die WAZ hat zur Kommunalwahl die sechs Parteien zu sieben Themenbereichen befragt. Heute geht es um einen Kita-Standort in Haßlinghausen.

Am Anfang gab es eine Untersuchung, die vor dem Hintergrund steigender Geburtenzahlen in Sprockhövel ermitteln sollte, wo am besten eine zusätzliche Kindertagesstätte errichtet werden sollte. Der Bedarf ist in Haßlinghausen am größten, nach einem ersten, dann verworfenen Vorschlag für einen Standort an der Flurstraße wurde für den Übergang eine Einrichtung in Modulbauweise errichtet, die diese Woche an den Start gegangen ist. Die heftige Diskussion darum will nicht enden. Jetzt wird nach einem Standort für die dauerhafte Lösung gesucht. Auch da gehen bei den Parteien die Meinungen auseinander.

SPD

Die Sozialdemokraten favorisieren den Standort Susewind, der über alle wichtigen Voraussetzungen verfüge: zentrale Lage, gute verkehrliche Voraussetzungen, dabei in unmittelbarer Nähe zu der Glückauf-Trasse im Grünen. Auch die Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe sprechen nach Meinung der SPD für diesen Standort, so dass die Einrichtung gut mit dem Einkauf verbunden werden kann. Hier eröffne sich die Chance für einen attraktiven Neubau in schöner Umgebung.

CDU

Die CDU moniert noch immer den „schlechten Standort“ der Übergangskita am Hoppe. „Die Verkehrssituation mit den damit verbundenen Emissionen ist gerade zu Hauptverkehrszeiten ist bedenklich“, schreiben die Christdemokraten. Somit werde die Geduld der Eltern, die ihre Kinder zur neuen Kita bringen, auf eine harte Probe gestellt. Damit sich diese Nachteile nicht auch auf den endgültigen Standort einer neuen Kita übertragen, setzt sich die CDU für einen zentraleren und weniger emissionsbelasteten Standort, etwa auf dem Gelände des städtischen Bauhofs ein, sobald dieser verlagert ist.

Bündnis 90/Die Grünen

Sie setzen sich für eine Standort ein, der in Haßlinghausen von möglichst vielen Kindern zu Fuß erreicht werden kann und gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist. Bau und Einrichtung sollen nach Vorstellung der Grünen einen hohen ökologischen Standard aufweisen. Für die Realisierung gebe es großen Zeitdruck, denn die Übergangs-Kita an einer verkehrsreichen Kreuzung sei in keiner Weise akzeptabel.

FDP

Die Liberalen betonen, der Fakt steigender Geburtenzahlen sei eine Freude. Nachdem zusammen mit der Awo bereits jetzt ein Übergangsstandort realisiert werden konnte, will die FDP nach vorne schauen: „Für den endgültigen Standort wollen wir einen sorgfältigen Auswahlprozess vornehmen“, schreibt die Partei, „auf dessen Basis die Verwaltung schnellstmöglich mit der Realisierung beginnt.“ Die FDP betont, vor allen Nutzungen hätten die Interessen der Kinder.

MiS „Miteinander in Sprockhövel“

Der Standort der Zwischenlösung am Hoppe sei natürlich alles andere als optimal, sagen die Vertreter der freien Wählergemeinschaft. Wichtig war es der MiS von Anfang an, dass der endgültige Standort nicht unmittelbar an der A43, der Flurstraße, errichtet wird – „ganz im Gegensatz zu SPD und ZGS“. Eine annehmbare Lösung sei dagegen am Susewind.

WfS „Wir in Sprockhövel“

Die freie Wählergemeinschaft möchte einen Standort für die Kita in Haßlinghausen mit „guter Infrastruktur“, er soll für alle Generationen gut erreichbar sein. Der endgültige Standort sollte sich in ein Wohngebiet integrieren lassen. Nach Ansicht von WfS wäre eine ideale Lösung das Baugebiet Susewind, auch der Standort des Bauhofes käme in Frage. So läge die Kita am Grüngürtel, am Radweg und die Eltern könnten Einkäufe erledigen.

Wahlprüfsteine der WAZ

Alle Sprockhöveler Bürgerinnen und Bürger, die 16 Jahre und älter sind, werden für Sonntag, 13. September, zur Kommunalwahl aufgerufen. Hierbei wird auch über die Zusammensetzung des Stadtrats entschieden.

Sechs Parteien und Wählergemeinschaften bewerben sich um Sitze: SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, MiS und WfS. Die WAZ-Redaktion hat sie mit sieben Wahlprüfsteinen konfrontiert: Neue Gewerbegebiete, Umgehungsstraße L70n, Standort für die neue Kita in Haßlinghausen, Schullandschaft, Klimaschutz, Zukunft von Stadtbücherei und Musikschule, Bürgerbeteiligung.

Bei der Kommunalwahl 2014 gab es folgendes Ergebnis: SPD (38,1 Prozent), CDU (29,4%), Grüne (12,8%), FDP (8,6%), Linke (2,6%), WfS (5,7%), Piraten (2,8%). Die Linke und die Piraten kandidieren in diesem Jahr nicht für den Rat, dafür ist die MiS hinzugekommen.

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