Wahlprüfsteine

Sprockhövel: Klimaschutz bei allen Parteien angekommen

Die Photovoltaikanlage zählt zu den allseits anerkannten und akzeptierten Klimaschutzfaktoren.

Die Photovoltaikanlage zählt zu den allseits anerkannten und akzeptierten Klimaschutzfaktoren.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Wie stehen die Sprockhöveler Parteien zum Klimaschutz? Alle befürworten ihn, bei Dringlichkeit und Ausschließlichkeit gibt es jedoch Unterschiede.

SPD

Die Sozialdemokraten sehen Klimaschutz nur dann auf Erfolgskurs, wenn den Bürgern die Möglichkeit gegeben werde, sich für ihn einzusetzen und ihn aktiv mitgestalten zu können. Die SPD verweist auf viele Maßnahmen, die bereits in Sprockhövel umgesetzt worden seien; die neu eingestellte Klimaschutzmanagerin der Stadtverwaltung werde weitere Maßnahmen nach dem Klimaschutzkonzept vorantreiben. Aber die SPD betont auch: Klimaschutz muss finanziert werden, die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wohnraum für Menschen darf demnach nicht für Klimaschutz geopfert werden.

CDU

Aktive Klimapolitik sei ein Selbstverständnis der heutigen Generation, um künftigen Generationen eine lebenswerte Zukunft zu sichern, schreibt die CDU. Da sei jeder Bürger aufgerufen, im Rahmen seiner Möglichkeiten seinen Beitrag zu leisten. Die CDU setzt dabei auf ein umfassendes und abgestimmtes Konzept – besagtes Klimaschutzkonzept – , damit die eingesetzten Mittel effektiv und effizient ihre Wirkung entfalten können.

Bündnis 90/Die Grünen

Auf die Tube drücken! fordern die Sprockhöveler Grünen, wenn es noch erreicht werden soll, die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten. Dafür bleibe nur noch wenig Zeit. Weit stärker als alle anderen Parteien in Sprockhövel fordern die Grünen, Planungen und Maßnahmen der Verwaltung zu 100 Prozent dahingehend zu prüfen, welche Folgen sie für den Klimaschutz haben und ob es nicht klimafreundliche Alternativen gäbe. Investieren tue not: Energieeinsparung an Gebäuden, Ausbau von Solarenergie, Ökostrom für städtische Liegenschaften, Förderung des Radverkehrs, Verbesserung des ÖPNV, Schaffung eines Leihangebots für E-Autos und E-Lastenräder.

FDP

Die Liberalen meinen auch, Umwelt- und Klimaschutz gehe alle an. Deshalb würden schon heute alle Entscheidungen zur Weiterentwicklung Sprockhövels an dem Kriterium der Nachhaltigkeit vorbeigeführt. Die FDP sieht es als „komplizierte Abwägungsprozesse“, wenn etwa der dringende Bedarf an neuem Wohnraum mit dem Erhalt der natürlichen Ressourcen in Einklang gebracht werden muss. Auch für FDP gilt die Einsicht: Sprockhövel ist die grüne Lunge des Ruhrgebietes und müsse das auch bleiben.

MiS „Miteinander in Sprockhövel“

Die freien Wähler fordern den weiteren Ausbau von Photovoltaik. In den Gremien hat MiS bereits vorgeschlagen, den Fokus auf Vertikal-Windkraftanlagen zu legen – zur sinnvollen Ergänzung auch im Privatbereich. Dagegen hält die MiS Maßnahmen wie Carsharing im ländlichen Bereich für eine Randerscheinung, und auch E-Mobilität sei nach einem Gutachten des Energieversorgers AVU in Sprockhövel netztechnisch nur begrenzt möglich. Die Zukunft sieht die Wählergemeinschaft eindeutig in der Brennstoffzelltechnik.

WfS „Wir für Sprockhövel“

Die freie Wählergemeinschaft begreift den Klimaschutz als „Chance, moderne, umweltschonende Technik in unserer Stadt voranzubringen“. Man müsse registrieren, dass die Bürger bereits selbst ein erhebliches Maß an Verantwortung übernehmen, um ihre Energiekosten zu senken und damit die Natur zu schützen. Auf öffentlichen Gebäuden sind Photovoltaikanlagen installiert, Elektrodienstfahrzeuge wurden für städtische Mitarbeiter angeschafft, Blühwiesen zum Schutz der Insekten angelegt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben