Identitätsdiebstahl

Sprockhövel: Anwalt kämpft gegen Fake-Profil im Internet

Der Sprockhöveler Anwalt Ronald Mayer zeigt die beiden Facebook-Profile. Links ist sein eigenes, rechts eine Kopie, die nicht nur Mayers Namen, sondern auch seine Bilder nutzt. Über diesen Fake-Account wurde bereits Geld ergaunert, im Netzjargon spricht man von Scamming.

Der Sprockhöveler Anwalt Ronald Mayer zeigt die beiden Facebook-Profile. Links ist sein eigenes, rechts eine Kopie, die nicht nur Mayers Namen, sondern auch seine Bilder nutzt. Über diesen Fake-Account wurde bereits Geld ergaunert, im Netzjargon spricht man von Scamming.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Sprockhövel.  Ronald Mayer aus Sprockhövel kämpft gegen einen Identitätsdieb im Internet. Unter seinem Namen ergaunert ein Betrüger große Geldsummen.

Gerade hatte Ronald Mayer aus Sprockhövel aufgeatmet. Seit einiger Zeit kämpft er gegen einen Identitätsdieb im Internet und gerade schien dieser Kampf gewonnen: Das gefälschte Facebook-Profil, das sich sowohl seinen Namen als auch seine Fotos angeeignet hatte, war nicht mehr auffindbar. Doch nur einen Tag später ist es wieder online.

Kreditvermittler aus Kalifornien

„Ah ja, mit ner neuen Telefonnummer auch“, kommentiert Mayer und klingt dabei resigniert. Er bezieht sich dabei auf den aktuellsten Beitrag eines gewissen „Ronald J Mayer“ aus Downey, Kalifornien, der unter dem (leicht veränderten) Namen des Sprockhöveler Anwalts und mit dessen Profilbild ein Haus in Minnesota anbietet.

Der falsche Mayer gibt in seinem Profil an, als „Loan Specialist“, also Kreditvermittler, bei einer gewissen „Finance Holding Company LLC“ zu arbeiten, über die bei einer einfachen Google-Suche nicht viel mehr als eine kalifornische Adresse zu finden ist. „Er vermittelt Finanzierungen“, beschreibt der echte Mayer das Konzept seines böswilligen Doppelgängers. „Und weil ich Notar bin, vermittelt er in Amerika auch Häuser mit meinem Titel.“

Durch Zufall auf das Fake-Profil gestoßen

Schon seit mehreren Monaten meldet der Sprockhöveler das Profil regelmäßig bei Facebook als Fälschung – „so einmal in der Woche“, schätzt er. Gefunden hat er es durch Zufall. Ein dritter Ronald Mayer – wohl aber ein tatsächlicher Namensvetter – hatte ihn angeschrieben, weil sie scheinbar verwechselt worden waren. Der Sprockhöveler Mayer hatte darauf seinen Namen selbst mal gegoogelt und wurde stutzig.

Denn „Ronald J Mayer“ hat nicht nur seinen Namen und sein Profilbild geklaut, sondern auch jede Menge andere Bilder von ihm hochgeladen – darunter auch private Bilder, die den echten Mayer mit Freunden zeigen und auch Bilder von seiner kleinen Tochter. Zudem ist er nicht nur auf Facebook mit Mayers Bild und Daten aktiv, sondern auch auf anderen Plattformen.

Schon 75.000 Dollar ergaunert

Richtig ernst wurde es für den echten Mayer dann im Juli. Denn da meldete sich eine Geschädigte bei ihm – eine Dame aus Deutschland, die dem Betrüger bereits 75.000 US-Dollar gezahlt hatte. „Und dann habe ich angefangen schärfer zu werden“, erzählt er. Mittlerweile liegt ihm auch eine Kopie gefälschten amerikanischen Ausweises vor, mit dem der kriminelle Doppelgänger im Internet sein Unwesen treibt. Eine Strafanzeige ging raus. Doch weder diese noch das ständige Melden des falschen Facebook-Profils waren bisher erfolgreich. Und das obwohl Mayer längst nicht mehr allein ist, sondern auch sämtliche Internet-Kontakte dazu aufgerufen hat, das Betrüger-Konto zu melden.

Hoffnung, dass wer auch immer hinter dem falschen Profil steckt je gefasst wird, hat Mayer allerdings nicht. Alles sei zu professionell gemacht, schließlich gibt es auch Telefon- und sogar Kontonummern. „Ich persönlich gehe davon aus, dass jemand, der sich so im Internet bewegt, nicht zurückverfolgt werden kann.“ Aber immerhin: Da mittlerweile Strafanzeige gestellt wurde, wird Facebook bei weiteren Schäden mithaften müssen, sagt Mayer: „Für die wird es dann zumindest ernster.“

Identitätsklau: Das rät der Betroffene

Da solche Profildiebstähle „relativ häufig“ passieren, wie Ronald Mayer erläutert, hat er für alle Nutzer sozialer Medien einen Rat: „Sparsam sein mit Daten. Denn es wird einem erst bewusst wenn’s zu spät ist.“

Und im Fall des Profilklaus: „Schnell reagieren!“ Das falsche Mayer-Profil gibt es schon seit 2012. Im Jahr 2016 tauchen die ersten Bilder des Sprockhövelers auf. „Ich glaube, weil es das schon so lange gibt, ist es für Facebook schwieriger, es als Fake zu erkennen“, sagt Mayer.

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