Weltverbrauchertag

Spiele-Apps: Verbraucherberater warnen vor Kostenfallen

Hinter kostenlosen Spiele-Apps können sich Kostenfallen verbergen.

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Hinter kostenlosen Spiele-Apps können sich Kostenfallen verbergen. Foto: Imago

Hattingen.   Handy-Nutzer kaufen oftmals Elemente hinzu, ohne es zu merken. Vor allem Kinder und Jugendliche sind oft zu unbedarft im Umgang mit dem Smartphone.

Kostenlose Spiele-Apps für Smartphones und Tablets können ziemlich teuer werden. Die Verbraucherzentrale für den Ennepe-Ruhr-Kreis warnt anlässlich des heutigen Weltverbrauchertages vor den Kostenfallen.

Spielemachern gelingt es, Nutzer dazu zu bringen, den Spieleverlauf durch den Zukauf von vielerlei Elementen voranzutreiben. Per Handy werden mit Goldtalern, Diamanten und Herzen Siedlungen in der virtuellen Spielewelt gebaut, Gärten angelegt und Gegner besiegt. Die Spieler können jederzeit weiteres Spielgeld, mehr Leben oder Ausstattungselemente von Figuren zukaufen.

379 Euro innerhalb von vier Wochen verspielt

„Der Höchstbetrag waren bisher 379 Euro, die ein zwölfjähriges Kind innerhalb von vier Wochen beim Spielen ausgab“, warnt Alexandra Kopetzki, Leiterin der Verbraucherzentrale EN in Witten. Das Kind hatte dafür das Handy des Opas verwendet, der nach Erhalt der Telefonrechnung aus allen Wolken fiel. Abgebucht werden diese sogenannten „In-App-Käufe“ über die Mobilfunkrechnung oder Kreditkarte. Im konkreten Fall erhielt der Geschädigte das Geld allerdings zurück, da die Erziehungsberechtigten den Käufen nicht zugestimmt hatten und der „Taschengeld-Paragraf“ verletzt wurde.

42 Prozent der Deutschen spielen Studien zufolge solche „Free-to-Play-Games“ – das sind rund 30 Millionen Menschen. Bei den 14- bis 29-Jährigen liege der Anteil bei 81 Prozent. Durch kostenlose Spiele-Apps wurde im ersten Halbjahr 2016 ein Umsatz von 208 Millionen erzielt.

Aktionssprechtunde der Verbraucherzentrale

Vor allem Kinder und Jugendliche hätten oft kein Gefühl dafür, dass sie nicht nur Spielgeld, sondern reales Geld verspielen, warnt die Verbraucherberatung. Damit im Eifer des Spiels nicht spontan ein „In-App“-Kauf auf dem Handy erfolgt, sollten kostenpflichtige App-Posten in „Google Play“ oder im Apple-App-Store mit einem Passwortschutz versehen werden. Außerdem rät die Verbraucherzentrale, mit Prepaid-Karten zu bezahlen, die es in Stores von Apple und Android-Geräten gibt.

Tipps, wie sich Spieler und Eltern vor unnötigen Kosten bei Gratis-Spiele-Apps schützen können, gibt es in einer Aktionssprechstunde am Donnerstag, 23. März, von 14 bis 17 Uhr in der Verbraucherberatung am Bahnhof in Witten.

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