Karneval

Spektakel rund um das Schloss

Foto: WAZ FotoPool

Hattingen.   Tausende Menschen begrüßen jubelnd und winkend den Rosenmontagszug in Holthausen – der Höhepunkt für das Stadtprinzenpaar.

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Der Wagen des Stadtprinzenpaares Jörg I. und Karin I. sieht aus wie ein großes Schloss. Eine Burgmauer, Türme und goldene Kronen sowie rote Samtvorhänge schmücken den Wagen von außen. Innen wird dabei wie in jedem Schloss ein großer Schatz gehütet – 4000 Päckchen Popcorn, 3200 Päckchen Weingummi, rund 150 Kilogramm Bonbons und zahlreiche bunte Luftballons sind mit an Bord. Doch das Prinzenpaar ist spendabel, denn auf dem 36. Rosenmontagszug in Holthausen wird das gesamte Hab und Gut an das närrische Volk verteilt.

Langsam setzt sich der Zug mit seinen 23 Stationen an der Hermannstraße in Bewegung. „Wir haben zwar eine der kürzesten Strecken und Züge im Umfeld, trotzdem haben wir aber die längste Fahrzeit“, weiß Prinz Jörg, für den der Umzug heute genau wie für mich als Reporterin eine Premiere ist. In Holthausen warten laut Veranstalter 12 000 Menschen, trotz frostiger Temperaturen. Ruckelig und langsam geht es los, als letzter Wagen fahren wir um die erste Kurve, vereinzelt stehen schon verkleidete Jecken am Straßenrand. Doch als der Wagen dann in die Straße „Am Röhr“ einbiegt, bricht der helle Wahnsinn los. Plötzlich stehen tausende von Menschen hinter der Kurve, die jubelnd und winkend den Zug in Empfang nehmen.

Taktik für Süßigkeiten

Im Schritttempo nähert sich der Wagen den Massen und bleibt zwischendurch immer wieder stehen. Egal wo man hinschaut, Süßigkeiten fliegen im hohen Bogen durch die Luft. Die meisten Kinder haben Tüten in der Hand und wünschen sich ein paar Leckereien. Eine besondere Taktik: laute „Holau“-Rufe oder winkende in die Höhe gestreckte Hände, um auf sich aufmerksam zu machen. Je weiter der Zug seinen Weg entlang der Straße macht, desto mehr Menschen scheinen an den Straßenrändern zu stehen. Da benötige ich schon eine gute Wurfkraft, um auch den dritten und vierten Reihen ein paar Süßigkeiten zukommen zu lassen.

Doch das Prinzenpaar Jörg I. und Karin I. hat auch noch andere Sachen dabei. Orangene Eimer, die zum Putzen oder für die Gartenarbeit geeignet sind oder auch schwarze Schneidebretter wechseln die Besitzer. Da dies jedoch Sachen sind, die nicht geschmissen werden dürfen, braucht man schon lange Arme, um die schweren Gegenstände direkt vom Wagen anzunehmen. Viele Jecken lassen es sich dabei nicht nehmen, an mehreren Stellen auf den Zug zu warten. Sie warten alle Wagen ab, um diese dann an einer anderen Stelle wieder zu begrüßen. „Für mich ist das Spektakel der Höhepunkt, nach den stressigen letzten Tagen wird einfach Party gemacht“, freut sich Prinz Jörg I..

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