Mein Geschäft

Sie führen ein Hutgeschäft und Kosmetik-Institut in einem

Monika Tilner (l.) von „Der Ausstatter“ und Heidi Hilpert vom Parfümerie-Kosmetik-Institut teilen sich das Ladenlokal an der Heggerstraße 34 in Hattingen, in dem einst das Spezialgeschäft für Herrenhüte Sombrowsky war.

Monika Tilner (l.) von „Der Ausstatter“ und Heidi Hilpert vom Parfümerie-Kosmetik-Institut teilen sich das Ladenlokal an der Heggerstraße 34 in Hattingen, in dem einst das Spezialgeschäft für Herrenhüte Sombrowsky war.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Monika Tilner betreibt ein Hutgeschäft in Hattingen im Laden, in dem ihre Mutter ein Kosmetik-Studio hat. Gefragt sind Hüte wie sie Promis tragen

Wer Monika Tilners Geschäft „Der Ausstatter“ betritt, erlebt Historie. Und erfährt zugleich, dass Hüte längst kein alter Hut mehr sind, sondern wieder in Mode. Das Lokal macht den Anfang unserer neuen Serie „Mein Geschäft“. In der stellen wir inhabergeführte Hattinger Geschäfte vor.

Die Kopfbedeckungen liegen in gediegenen Holzregalen im Ladenlokal an der Heggerstraße 34. Es gibt Holzschubladen mit Glasfronten. Alles ist massiv. „So etwas Tolles kann man heute gar nicht mehr bezahlen“, sagt Monika Tilner. Die Einrichtung stammt „etwa aus den 1950er Jahren“, aus der Zeit, als das Geschäft noch Sombrowsky hieß und gehörte. „Das wurde 1920/21 eröffnet. Später erst kam hier auch das Kino rein“, sagt Heidi Hilpert, die Mutter von Monika Tilner.

Sie war es, die mit ihrem Mann das Geschäft von Sombrowsky 1995 übernahm, ihre Tochter ist seit 2003 Inhaberin. Allerdings pausierte sie zwischendurch mal. „Ich ging mit meiner Familie nach New York, mein Mann arbeitete dort“, sagt Monika Tilner. Fast vier Jahre widmete sie sich nicht den Hüten.

In der Zwischenzeit hielt ihre Mutter die Stellung – mit ihrem Parfümerie-Kosmetik-Institut, das auch jetzt weiterhin im Laden ist. Heidi Hilpert führt übrigens in diesem Jahr seit 50 Jahren als Kosmetikerin ein eigenes Geschäft in Hattingen. „Ich war vorher in anderen Ladenlokalen, als wir hier übernahmen, bin ich mit Studio eingezogen.“

Auch ihre Tochter ist gelernte Kosmetikerin. In der Zeit ihres USA-Aufenthaltes hatte Heidi Hilpert die jetzigen Hutregale mit Parfümerie-Artikeln belegt. Seit der Wiedereröffnung von „Der Ausstatter“ im Mai diesen Jahres teilen sich Mutter und Tochter wieder dieses historische Ladenlokal: links die Hüte, rechts Parfümerie und Kosmetik mit einem Raum für Kosmetik-Behandlungen hinten.

Deutlich spürt Monika Tilner, dass Hüte wieder in Mode gekommen sind. „Bevor ich in die USA ging, kamen zumeist ältere Herren.“ Heute hingegen kaufen auch Damen wieder gerne Hüte – und Jugendliche. „Sie kommen manchmal mit ihren Müttern.“ Beliebt sind bei ihnen kleinere Formen wie der Pork Pie und Trilby. „Es gibt Musiker, die sie tragen, da gucken sich die Jugendlichen das ab.“ Auch bei dem Musiker Xavier Naidoo beispielsweise. Ein Mützenmodell trägt sogar seinen Namen: Xavier.

Mancher Kunde fragt gezielt nach einem Udo-Hut, also einem Hut, wie ihn Udo Lindenberg trägt, oder nach einer Doc-Esser-Kappe.

Die Hüte stapeln sich nach Hutgrößen sortiert im Regal. Auf tragbare Modelle legt Tilner Wert. Da ist auch der gefütterte Regenhut für den Winter, der ungefütterte für den Sommer – oder der mit UV-Schutz. „Das geht sehr gut, weil inzwischen auch viele Hautärzte den Patienten empfehlen, nicht ohne Kopfbedeckung in die Sonne zu gehen.“ Hüte aus Leder, Mützen und Stirnbänder – es gibt wenig für den Kopf, das es nicht gibt. Auch Panama-Hüte, sagt die Expertin, würden vermehrt nachgefragt.

Vertreter kommen zu Monika Tilner teils aus Würzburg und Süddeutschland, sind dem Ausstattungsgeschäft seit Sombrowsky-Zeiten treu. Hatte Tilner früher auch viel Wäsche im Angebot, so beschränkt sich das jetzt auf eine kleine Auswahl Nachtwäsche. „Hier ist kein Platz – und Wäsche bestellen viele online.“

Beim Hut hingegen sei Beratung gefragt. Und das Ausmessen für die richtige Hutgröße. Was sie über Kopfbedeckungen wissen muss, hat Monika Tilner von der ehemaligen Hauptverkäuferin bei Sombrowsky. Zudem hat die Hattingerin Stofftaschentücher, Schals und Handschuhe im Angebot, ebenso wie das „Nischenprodukt Hosenträger, die fertigt sogar eine Firma aus Wuppertal.“

Kunden aus dem Sauerland, die bei einem Bummel auf Tilner stießen, kommen inzwischen eigens für ihr Geschäft nach Hattingen. Auch aus den Nachbarstädten reisen Kunden an. „Aus Italien, Polen, Russland hatte ich schon Kunden“, sagt Tilner, die Menschen gerne mit dem richtigen Hut ausstattet.

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