Kultur

Sex-Appeal und Altersgeräusche mit Comedian Bill Mockridge

In alter Frische stellte Bill Mockridge bei einer kabarettistischen Lesung in der Stadtbibliothek sein neues Buch vor. Er plauderte aus dem Nähkäschen beim Thema Älterwerden. Fotos:Manfred Sander

In alter Frische stellte Bill Mockridge bei einer kabarettistischen Lesung in der Stadtbibliothek sein neues Buch vor. Er plauderte aus dem Nähkäschen beim Thema Älterwerden. Fotos:Manfred Sander

Hattingen.   Schauspieler Bill Mockridge war zu Gast in der Stadtbibliothek. Er sprach ein der Kabarett-Lesung über die Tücken und Vorteile des Alters

Alles muss frisch sein! Immer und ohne Ausnahme. Selbst der Kauf einer schnöden Salzpackung kann da schon zur Herausforderung werden. Doch warum eigentlich?

Der Comedian und Schauspieler Bill Mockridge war zu Gast in der Hattinger Stadtbibliothek. Angekündigt hatte er sich mit einer Kabarett-Lesung - am Ende wurde es eine mitreißende und überraschend ehrliche Comedy-Veranstaltung über das Älterwerden.

Der Rentner wird anders behandelt

Mockridge plaudert aus dem Nähkästchen und aus den Herzen seiner Zuhörer. „Seitdem ich Rentner bin, behandelt mich meine Frau irgendwie anders“, sagt Mockridge. „Das kenne ich“, platzt es spontan aus einem Zuschauer heraus. „Wenn ich jetzt alleine raus gehen möchte, muss ich eine Mütze aufsetzen, eine Jacke mitnehmen und das Telefon darf natürlich auch nicht fehlen - zum Abschied ruft jetzt meine Frau: Stürz nicht“, führt Mockridge aus.

Doch wie ist das denn jetzt genau mit Älterwerden? Die erste Erkenntnis des Abends: Männer und Frauen werden anders alt. „Nun ja, als Mann schaust du mit 18 in den Spiegel und siehst einen gutaussehenden Mann, mit viel Kopfhaar, dünnem Bauch und sehr viel Sex-Appeal. Das reicht uns bis zum Rentenalter“, erklärt Bill Mockridge. Und bei Frauen? „Ja, was soll ich sagen, die schauen halt ständig in den Spiegel“, schmunzelt er.

„Sexualität ist heute viel entspannter“

Der offensichtlich jung gebliebene Bill Mockridge versucht sich dann auch daran, zu erklären, wann man denn nun alt ist. „Altersgeräusche, kennen Sie die?“, fragt er sein Publikum. Stillschweigen. Mockridge verlässt seinen Stehtisch und geht auf einen Stuhl zu. „Im Alter muss man sitzen“, sagt er, hält sich den Rücken und lässt sich unter einem lauten Ächzen schließlich auf den Stuhl plumpsen. „Das sind Altersgeräusche“, erklärt er. Beim Aufstehen dann wieder dasselbe Prozedere, nur dass sich die Tonlage des angestrengten Stöhnens verändert hat. Sein Tipp: „Wenn Sie Besuch haben und sich setzen müssen, fangen Sie einfach vorher an zu singen, dann hört niemand das Ächzen.“

Soweit, so gut. Für ein glückliches Altern hat Mockridge dann auch noch ein Rezept: „Die fünf L´s“ - laufen, laben, lernen, lieben und lachen. Apropos lieben. Das Alter hat doch einen Vorteil. „Die Sexualität ist doch heute viel entspannter“, bekennt Mockridge und erzählt herrlich offen von seinen ersten unbeholfenen Schritten gemeinsam mit dem anderen Geschlecht. Als lange verheirateter Mann weiß er, was Frauen wollen und „wo alles ist.“ Oder vielleicht doch nicht? „Ich wollte meine Frau erotisch überraschen und habe mich nackt aufs Bett geflätzt. Da ruft sie: Bist du gestürzt?“

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