Bevölkerung

Senioren machen 2040 ein Drittel der Hattinger Einwohner aus

Beim Plattdeutschen Nachmittag im März verbrachten viele Teilnehmer eine schöne Zeit. Angebote für Senioren werden künftig noch wichtiger.

Beim Plattdeutschen Nachmittag im März verbrachten viele Teilnehmer eine schöne Zeit. Angebote für Senioren werden künftig noch wichtiger.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Der demografische Wandel wird in Hattingen deutlich sichtbar. 2040 sind ein Drittel der Bürger Senioren. Darauf muss sich die Stadt vorbereiten.

Der demografische Wandel wird in den kommenden 20 Jahren in Hattingen zuschlagen. Das prognostizieren die Statistiken des Landes NRW. Zwar fällt der Bevölkerungsrückgang (-1,5 Prozent) hier weniger stark aus als in den anderen Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises oder im Kreisgebiet insgesamt (-12,1 Prozent). Die Zahl der älteren Hattinger wird aber deutlich ansteigen.

Ein Plus von 40 Prozent bei den über 80-Jährigen und ein Viertel mehr Menschen zwischen 65 und 80 Jahren sagen die Landesstatistiker für Hattingen bis 2040 voraus. Während damit 2018 noch gut 24 Prozent der Bevölkerung im Seniorenalter waren, werden es 2040 Prognosen zufolge 32 Prozent sein.

Das muss auch bei der Stadtplanung besonders berücksichtigt werden. Marc Schulte Mesum, stellvertretender Fachbereichsleiter in der Stadtplanung, sieht Hattingen hier nun wieder auf einem guten Weg: „Jahrelang gab es kaum Geschosswohnungsbau“, erklärt er. Neubaugebiete seien zuletzt in der Regel auf junge Familien ausgerichtet gewesen – mit Einfamilienhäusern. Zwar gebe es auch dafür einen Bedarf, gerade barrierefreies Wohnen gewinne aber zunehmend an Wichtigkeit.

Mit den Projekten an der Bredenscheider Straße, an der Schulstraße/ Talstraße und an der Brandtstraße werde dem jetzt Rechnung getragen. „Als Stadt ist das für uns nur in gewissem Maße steuerbar, weil wir nicht selbst bauen, aber auch auf Investorenseite hat man die Wichtigkeit des Geschossbaus erkannt.“

Zudem sei, nachdem Hattingen mit sechs Seniorenheimen jahrelang als ausreichend versorgt galt, beim Kreis nun auch der Bedarf für weitere Pflegeeinrichtungen erkannt worden. „Es gibt bereits Nachfragen nach Standorten. Der Markt ist da aktiv“, freut sich Schulte Mesum.

Die Barrierefreiheit spielt zudem in der Gestaltung der Stadt eine Rolle. Zum Beispiel könnten Gehwege zwar nicht ganz ohne Kante gebaut werden, die Bedarfe älterer Menschen würden bei neuen Planungen aber berücksichtigt. Voran geht das „Altengerechte Quartier Welper“. Das Projekt ging im Februar 2018 an den Start. Geschaffen werden zum Beispiel neue Sitzmöglichkeiten. Abgesenkte Bürgersteige gibt es bereits an der Finkenstraße.

Problematisch ist in einigen Stadtteilen die Nahversorgung. Zu spüren bekommen haben das zuletzt die Menschen im Oberwinzerfeld, als der Edeka-Markt schloss. Zwar sieht das Einzelhandelskonzept der Stadt zentrale Versorgungsbereiche vor, die Marktanforderungen der Betreiber zu erfüllen, gelingt aber nicht immer, weiß Schulte Mesum.

So sei im Oberwinzerfeld die Fläche zu klein gewesen. In Bredenscheid sei das Einzugsgebiet nicht ausreichend – der Stadtteil aufgrund der geringen Einwohnerzahl für Investoren nicht attraktiv. Gleiches gelte zum Beispiel für die Winzermark und Niederbonsfeld.

Große Ansiedlungen von Einzelhändlern an dezentralen Standorten auf der „grünen Wiese“ will die Stadt Hattingen aber verhindern. Die habe es zuletzt aber auch nicht mehr gegeben, sondern eher Anträge auf Erweiterungen.

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