Patientenbegleitung

Seelsorge sucht Ehrenamtliche

Sind gern als „Grüne Damen“ unterwegs: Ellen Grönegräs und Bärbel Ziolkowski, die hier auf Station 13 im Evangelischen Krankenhaus stehen. Fotos:Fischer

Sind gern als „Grüne Damen“ unterwegs: Ellen Grönegräs und Bärbel Ziolkowski, die hier auf Station 13 im Evangelischen Krankenhaus stehen. Fotos:Fischer

hattingen.   Der Besuchs- und Lotsendienst im Evangelischen Krankenhaus braucht Unterstützung. Am Montag findet ein Info-Nachmittag statt.

Menschen im Krankenhaus befinden sich oft in einer Ausnahme­situation. Etwa wenn ein Patient gerade mit einer schlimmen Diagnose konfrontiert worden ist. Lotsendienst und Grüne Damen helfen ihnen, sich im Evangelischen Krankenhaus zurechtzufinden, sie erledigen kleine Besorgungen und Besuche.

Für den Besuchs- und Lotsendienst sucht die Evangelische Krankenhausseelsorge nun neue Interessenten und qualifiziert sie. Inhalte werden am 11. Februar, 16.30 Uhr, an der Bredenscheider Straße 54 vorgestellt.

Dass die jetzt Aktiven älter werden, aber auch aus anderen Ursachen ausfallen können, ist ein Grund für Pfarrer Wilfried Ranft, Verstärkung zu suchen. Ein anderer ist der Umstand, dass um so mehr möglich ist, je größer der Pool ist. Die Krankenhaushilfe ist ökumenisch orientiert. Mitmachen können aber nicht nur katholische und evangelische Christen, sondern auch Menschen, die keiner oder anderen Glaubensrichtungen angehören. Bedarf sieht Ranft für Menschen muslimischen Glaubens. Frühere Interessenten sind aber nicht dabeigeblieben. Vielleicht ist es diesmal anders.

Sie sollten gut zuhören können

Ehe sich beide Seiten binden, arbeiten sie drei Monate zusammen und gehen in seltenen Fällen auch wieder auseinander. Was beispielsweise nicht geht ist „Missionsarbeit“ mit der Bibel. „Wir haben Verantwortung und können das im Patientenkontakt nicht zulassen“, erklärt Ranft. Ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Patienten ist eine gute Voraussetzung für Neue im Team. Wer Patienten besuchen möchte, sollte aber weniger von sich selbst reden, „sondern zuhören können“. In der Regel drei Stunden die Woche am Vormittag. Ob jemand gefüttert werden will oder darf, ist auf den Stationen abzusprechen.

Seit diesem Jahr dabei ist Helga Hoffmann. Die 81-Jährige hat selbst einmal auf Station 5 gelegen. Nach Aktivitäten in Kindergarten und Schule engagiert sie sich jetzt als Grüne Dame. Marlen Steinbrink tut das seit eineinhalb Jahren, Bärbel Ziolkowski ist seit 15 Jahren dabei. Ellen Grönegräs ist auf der Privatstation unterwegs, wo sie sich mit Patienten aus Kanada, Australien oder Nordamerika auf Englisch unterhält. Ob diese Patienten den Besuchsdienst besonders nötig haben? „Das dachte ich auch“, sagt sie. Häufig ist aber Begleitung im Hotel untergebracht.

Nach vier Jahren soll jetzt ein neuer Anlauf gemacht werden, um neue Ehrenamtliche zu gewinnen. In der Patientenbegleitung sind es derzeit 19 Frauen und Männer. Zwischendurch hat es auch einmal sechs Quereinsteiger gegeben.

Vier kostenlose Module zur Qualifikation

Wer mitarbeiten möchte, muss an vier kostenlosen Qualifikationsmodulen teilnehmen.

Vermittelt werden Grundlagen der Gesprächsführung, Modelle der Kommunikation, der Umgang mit demenziell erkrankten Menschen. Außerdem geht es um Selbstverständnis, Motivation, Menschenbild, die Gruppe und rechtliche Fragen.

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