Schulstart auf vier Pfoten

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Als jüngster i-Dotz wurde gestern mit vier Monaten Welpe Smoky an der Bahnhofstraße eingeschult - mit Mini-Tornister und Leckerli-Tüte. Golden Retriever der Konrektorin will Therapiehund werden

Sie sollen jünger werden beim Schuleintritt. Doch das ist Rekord. Aufgestellt hat ihn gestern ein i-Dotz an der Weiltor-Grundschule - mit vier Monaten, verteilt auf vier Pfoten. Smoky soll zum Therapiehund ausgebildet werden und dann das Lernklima in den Klassen positiv beeinflussen.

Nicht nur 60 Jungen und Mädchen wurden am Dienstag an der Bahnhofstraße eingeschult, sondern auch der Welpe, ein Golden Retriever. Zunächst wird er die Welpen- und die Junghundeschule durchlaufen. Der wirkliche Ernst des Hundelebens beginnt erst in 14 Monaten mit einer Spezialausbildung in Münster. Im Team mit seinem Frauchen.

Niemand weiß, was aus den zweibeinigen Schulstartern wird. Und so stellt sich auch beim Vierbeiner die Frage: Wird er sein Ziel erreichen? Zumindest hat Petra Dait es fest im Blick und gute Anlagen für ihr Tier bestätigt bekommen. Dass er friedlich ist und sich nicht verrückt machen lässt, den Beweis tritt Smoky bei der Feier im Hof gleich selbst an.

Wie die neuen Schüler verliert auch er gerade seine Milchzähne. Sein Ränzchen schleppt er vorschriftsmäßig. Und wie die Menschenkinder ist auch Smoky schon ganz heiß auf den Inhalt seiner Schultüte. Anders als die Zweibeiner, die erst nach Ansprachen und Gottesdienst an die Süßigkeiten dürfen, hat der Hund der Klasse 1c seine Leckerli schon verknuspert. Er muckt sich nicht. Als die Franziskus-Spatzen mal etwas lauter singen, dreht er einmal interessiert den Kopf - und knabbert weiter. Das Gewusel bringt ihn nicht aus der Ruhe.

Therapiehund soll er nicht deshalb werden, weil's hier viele Kinder gibt, die der Therapie bedürfen. Ein Schuh, oder vielmehr eine Pfote, wird ganz anders draus. Wohin mit Smoky, fragte sich Konrektorin Petra Dait, wenn ich in der Schule bin. Und nahm ihn mit.

Während ihre 4a später brav an Aufgaben tüftelt, liegt Smoky genauso brav unterm Tisch. Schon vor den Sommerferien hat er die Runde durch die Schule gemacht, alle kennengelernt und sie ihn. Während die Konrektorin unterrichtet, fristet er nicht etwa im Zwinger ein trauriges Dasein. Keine Spur von Hundeleben. In sein Freiluft-Gehege draußen darf er dann, wenn der Geräuschpegel zu hoch wird und er sich von den Kindern erholen muss. Angst hatte bisher kein Kind, allergisch reagierte auch keines. Ob Smoky ein Streber wird, muss sich zeigen. Ein Sitzenbleiber ist er jedenfalls nicht. Da mag der Fotokollege sich noch so sehr mühen. Er macht nicht "Platz", sondern apportiert seine Schultüte.

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