Insolvenzeröffnungsverfahren

Schulenburg bleibt Schuldenburg

Foto: Hans Blossey

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Die Gläubiger des Pächters Karsten Roth haben das Verfahren erwirkt. Der Betrieb läuft weiter.

Bei einem „ruhigen Gespräch und einer Tasse Tee” haben Besitzer und Pächter noch im Januar 2009 ein Tischtuch wieder zusammengenäht, das in den Monaten zuvor tiefe Einschnitte bekommen hatte. Eigentümer Helmut Hans und Hotel- und Restaurantbetreiber Karsten Roth einigten sich mit Blick auf erhebliche Pachtrückstände und eine von Helmut Hans ausgesprochene Kündigung auf folgenden Vergleich: Hans nimmt die Kündigung zurück, wenn Roth eine Nachzahlung überweist und danach eine Monatspacht, die unter den ursprünglich vereinbarten 7500 Euro monatlich liegt.

Wirklich lange gehalten hat die Naht wohl nicht. Am 18. Mai 2009 um 11.14 Uhr hat das Amtsgericht Essen unter dem Aktenzeichen 162 IN 49/09 das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der Ambience Hotelmanagement Verwaltungs GmbH eingeleitet. Geschäftsführer der Firma, die ein einziges Hotel betreibt: Karsten Roth.

Die Schulenburg, sie kommt einfach nicht zur Ruhe. Zwar ist neben Pächter Roth auch der vorläufige Insolvenzverwalter, der Wuppertaler Anwalt Marc d'Avoine, der festen Überzeugung, dass das Haus auch in der aktuellen Konstellation eine Überlebenschance hat. „Der Betrieb geht uneingeschränkt weiter. Es ist jetzt ganz wichtig, dass die Strukturen erhalten und die Kunden treu bleiben”, sagt d'Avoine.

Generell habe es die Gastronomie schon seit Jahren immer schwerer, über die Runden zu kommen. Und aktuell seien eben die ersten drei Monate eines Jahres das größte Problem. „Allerdings teile ich in diesem Fall die Zuversicht des Pächters, dass der Betrieb gerettet werden kann”, so der vorläufige Insolvenzverwalter.

So ist die wechselvolle Geschichte der Schulenburg zunächst einmal um ein weiteres Kapitel reicher. 1903 von der Stadt als Waldrestaurant erbaut, war das herrschaftliche Haus am Schützenplatz über Jahrzehnte eine der besten Adressen Hattingens. Nach dem Zweiten Weltkrieg lief es dann nicht mehr so rund: ständig wechselten die Pächter.

20 Jahre führte Erna Wegmann das Hotel. 1983 zog das Theaterpathologische Institut ein. Zwei Jahre später gründete sich die Kubischu, um dort ein Kultur- und Bürgerzentrum zu etablieren. Doch die Stadt scheute die Folgekosten. 1988 übernahm Bauunternehmer Herbert Lischetzki das Haus in Erbbaurecht und verpachtete – ohne Glück. 2002: Zwangsversteigerung an Helmut Hans. Da war das Ehepaar Hornung schon zwei Jahre Pächter. Dann kürzte es die Zahlungen, 2006 erstritt Hans die Zwangsräumung. Zwei Monate später eröffnete der neue Pächter Karsten Roth seine „Neue Schulenburg”.

Bei einem „ruhigen Gespräch und einer Tasse Tee” haben Besitzer und Pächter noch im Januar 2009 ein Tischtuch wieder zusammengenäht, das in den Monaten zuvor tiefe Einschnitte bekommen hatte. Eigentümer Helmut Hans und Hotel- und Restaurantbetreiber Karsten Roth einigten sich mit Blick auf erhebliche Pachtrückstände und eine von Helmut Hans ausgesprochene Kündigung auf folgenden Vergleich: Hans nimmt die Kündigung zurück, wenn Roth eine Nachzahlung überweist und danach eine Monatspacht, die unter den ursprünglich vereinbarten 7500 Euro monatlich liegt.

Wirklich lange gehalten hat die Naht wohl nicht. Am 18. Mai 2009 um 11.14 Uhr hat das Amtsgericht Essen unter dem Aktenzeichen 162 IN 49/09 das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der Ambience Hotelmanagement Verwaltungs GmbH eingeleitet. Geschäftsführer der Firma, die ein einziges Hotel betreibt: Karsten Roth.

Die Schulenburg, sie kommt einfach nicht zur Ruhe. Zwar ist neben Pächter Roth auch der vorläufige Insolvenzverwalter, der Wuppertaler Anwalt Marc d'Avoine, der festen Überzeugung, dass das Haus auch in der aktuellen Konstellation eine Überlebenschance hat. „Der Betrieb geht uneingeschränkt weiter. Es ist jetzt ganz wichtig, dass die Strukturen erhalten und die Kunden treu bleiben”, sagt d'Avoine.

Generell habe es die Gastronomie schon seit Jahren immer schwerer, über die Runden zu kommen. Und aktuell seien eben die ersten drei Monate eines Jahres das größte Problem. „Allerdings teile ich in diesem Fall die Zuversicht des Pächters, dass der Betrieb gerettet werden kann”, so der vorläufige Insolvenzverwalter.

So ist die wechselvolle Geschichte der Schulenburg zunächst einmal um ein weiteres Kapitel reicher. 1903 von der Stadt als Waldrestaurant erbaut, war das herrschaftliche Haus am Schützenplatz über Jahrzehnte eine der besten Adressen Hattingens. Nach dem Zweiten Weltkrieg lief es dann nicht mehr so rund: ständig wechselten die Pächter.

20 Jahre führte Erna Wegmann das Hotel. 1983 zog das Theaterpathologische Institut ein. Zwei Jahre später gründete sich die Kubischu, um dort ein Kultur- und Bürgerzentrum zu etablieren. Doch die Stadt scheute die Folgekosten. 1988 übernahm Bauunternehmer Herbert Lischetzki das Haus in Erbbaurecht und verpachtete – ohne Glück. 2002: Zwangsversteigerung an Helmut Hans. Da war das Ehepaar Hornung schon zwei Jahre Pächter. Dann kürzte es die Zahlungen, 2006 erstritt Hans die Zwangsräumung. Zwei Monate später eröffnete der neue Pächter Karsten Roth seine „Neue Schulenburg”.

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