Aktion 100 000

Vor dem Hungermarsch: Bangladesch-Infos an Hattinger Schulen

Geschockt waren diese Gymnasiastinnen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion 100 000, wie Kinder in Bangladesch leben. Viele Schülerinnen und Schüler wollen helfen. Foto:Manfred Sander

Geschockt waren diese Gymnasiastinnen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion 100 000, wie Kinder in Bangladesch leben. Viele Schülerinnen und Schüler wollen helfen. Foto:Manfred Sander

Hattingen.   Die 48. Aktion 100 000 in Hattingen läuft. Vor dem Hungermarsch am 2. Advent informierte eine Referentin von Brot für die Welt über das Projekt.

„Mir war nicht klar, wie gut wir hier leben“, sagt Leopold nach dem Bericht von Yvonne Afflerbach über Slumkinder in Bangladesch. So wie dem Zehnjährigen, der das Gymnasium Waldstraße besucht, geht es vielen Schülerinnen und Schülern in der etwas anderen Schulstunde im Rahmen der Aktion 100 000. Sie soll möglichst viele motivieren, am 36. Hungermarsch am 12. Dezember teilzunehmen, um Spendengeld für Bildung und Zukunft dieser Kinder in der Hauptstadt Dhaka zu erlaufen.

Kleine Summen bewirken viel

Nicht nur für Schahad steht fest, dass sie teilnehmen wird. „Ich bin seit vier Jahren hier“, erzählt das elf Jahre alte Mädchen aus Syrien. Die Schülerin will etwas dagegen unternehmen, dass woanders Kinder verhungern, während hier Essen weggeworfen wird. Auch die zehnjährige Sasmina aus Sri Lanka will etwas für Kinder tun, denen es nicht so gut geht. Hanna, Felina, Luisa und viele andere Mädchen und Jungen sehen das genauso. Sie wollen aktiv werden.

Viele haben schon vor der Veranstaltung eines der 260 Aktionsbrote gegessen, deren Verkauf ebenfalls zur Steigerung des Spendenaufkommens beiträgt. Bis zum 8. Dezember gibt es sie noch an vielen Hattinger Schulen und Kindertageseinrichtungen. Auch im Gymnasium Holthausen hat Yvonne Afflerbach die Schülerinnen und Schüler mit einer ganz anderen Welt konfrontiert.

Als die Referentin, die für „Brot für die Welt“ unterwegs ist, danach fragt, wer im Haushalt hilft, gehen an der Waldstraße viele Finger nach oben. Jungen wie Mädchen übernehmen Pflichten innerhalb der Familie. Fassungslos sind danach manche, dass viele Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt von einem Euro am Tag leben müssen. Sie werden konfrontiert mit Bildern, wie Kinder auf dem Pflaster schlafen, in fremden Haushalten bis zum Umfallen schuften, nicht genug zu essen bekommen. Sie lernen Straßenkinder und Hausmädchen und -jungen kennen, die im „Haus der Freude“ leben und dort Sicherheit erfahren. Verstehen, wie wertvoll Bildung ist, dass „Schreiben statt Schrubben“ die Kinder in Bangladesch weiterbringt. Und dass auch kleine Summen viel bewirken: 20 Euro stellen die Verpflegung für einen Monat sicher, 40 finanzieren das Unterrichtsmaterial für ein ganzes Jahr.

„Was ist ein Slum?“, hatte ein Junge zu Beginn der Veranstaltung gefragt. Am Ende wissen es alle. Den Schülern ist auch bewusst, wie wichtig ihr Einsatz übernächsten Sonntag beim Hungermarsch ist. Teilnehmerkarten können im Internet heruntergeladen werden: www.aktion100000-hattingen.de

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