Schreibwettebwerb

Schülerin aus Hattingen bewegt mit ihrer Kriegsgeschichte

Ira Weinz – Gewinnerin von der Gesamtschule Hattingen – bei der Preisverleihung mit Landrat Olaf Schade (links) und Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins Hattingen/Ruhr.

Ira Weinz – Gewinnerin von der Gesamtschule Hattingen – bei der Preisverleihung mit Landrat Olaf Schade (links) und Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins Hattingen/Ruhr.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Der Heimatverein Hattingen/Ruhr hatte zum Schreibwettbewerb für Schüler aufgerufen. Jetzt stehen die Sieger fest – ihre Texte kommen in ein Buch.

Lyrik, Prosa oder Fabel, es geht um Rassismus und Diskriminierung – „Da haben sich ganz viele ganz viel Mühe gegeben!“ Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins Hattingen/Ruhr, ist begeistert. Die Viel­fältigkeit der Texte, die beim Schreibwettbewerb eingereicht wurden, beeindruckt ihn. Jetzt stehen die Besten fest.

Nacheinander werden die Gewinner auf die Bühne gerufen

Noch sitzt Ira Weinz völlig ahnungslos neben ihrer Mama im Publikum. Auch sie hat einen Text für den Wettbewerb verfasst und eingeschickt. Nacheinander werden die Gewinner auf die Bühne gerufen. Sie bekommen einen Scheck überreicht, werden beglückwünscht. Und es gibt ein Siegerfoto.

Ina besucht die 13. Klasse der Gesamtschule in Welper, steht als kurz vor dem Abitur. Da die jüngsten Teilnehmer zuerst prämiert werden, muss sie warten. Bisher haben schon drei Hattingerinnen einen Sieg eingefahren – und als eine der letzten wird sie dann tatsächlich aufgerufen.

Iras Text heißt „Morgen in Hattingen, denk an mich“. Hinter dem pathetischen Titel verbirgt sich ein ernstes Thema: „Ich habe mich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt. Die Idee kam mir im vergangenen Jahr auf einer Studienfahrt.“ Dort habe sie sich umfangreich informiert. „Ich habe mich sofort mit den Soldaten von damals verbunden gefühlt. Mit dem Beitrag möchte ich zeigen, dass der Weltkrieg auch aus jetziger Sicht noch relevant ist.“

Geschichte spielt in der heutigen Zeit, mit rückblickenden Passagen

Die Geschichte spielt in der heutigen Zeit, mit rückblickenden Passagen und Vergleichen von früher zu heute. Die 18-Jährige räumt mit ihrer Idee ab – und das, obwohl sie den Text in nur wenigen Tagen verfasst hat. „Mein Geschichtslehrer hat mir geholfen. An einige Namen konnte er sich besser erinnern und überprüfen, ob das Ganze auch geschichtlich auch Sinn macht.“ Die Hauptarbeit hat sie jedoch alleine geleistet. Schön, dass es sich gelohnt hat. 200 Euro Preisgeld darf sie mit nach Hause nehmen.

Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen im Ennepe-Ruhr Kreis konnten ihre Geschichten einreichen und von einer Jury bewerten lassen. Die Gewinner des Wettbewerbs erwartet mehr als nur ein Preisgeld, ihre Werke werden außerdem gesammelt in einem Buch veröffentlicht. Bewertet wurde nach Klasse, von der fünften bis zur Oberstufe. Insgesamt zehn Beiträge sind aus Hattingen eingegangen. 44 Teilnehmer dürfen auf einen Preis und eine Veröffentlichung hoffen.

Kreisweiter Schreibwettbewerb unter dem Motto „Gemeinsam“

Die Städte Hattingen, Witten, Wetter, Herdecke, Sprockhövel, Schwelm, Breckerfeld, Ennepetal und Gevelsberg bilden zusammen den Ennepe-Ruhr-Kreis. Der darf in diesem Jahr immerhin schon seinen 90. Geburtstag feiern. Unter dem Motto „Gemeinsam“ richtete der Hattinger Heimatverein nun zu diesem Anlass den zweiten kreisweiten Schreibwettbewerb aus.

Lars Friedrich erklärt: „In den Sommerferien hat unsere Jury gelesen, gelesen und noch mehr gelesen. Dann haben sie die besten 20 Texte ausgewählt.“ Die Jury setzt sich aus insgesamt sieben Mitgliedern zusammen, alle mit einem besonderen Bezug zum Thema Sprache, unter anderem ist auch WAZ-Lokalchef Ulrich Laibacher dabei gewesen. „Die Verantwortlichen durften sich über viele bunte und auch kritische Beiträge freuen“, sagt Friedrich zufrieden. „Einige haben es allerdings nicht ins Buch geschafft. Das ist besonders schade, wenn nur ein oder zwei Punkte gefehlt haben.“

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